Nun eine kleine Einführung zur Geschichte:
Da die Gründung einer Aktiengesellschaft scheiterte, versuchte der damals zur preußischen Rheinprovinz gehörende Landkreis Altenkirchen das Projekt in eigener Verantwortung zu verwirklichen. Man beauftragte die Berliner „AG für Bahnen und Tiefbauten Ph. Balke“ mit Bau und Betrieb der Kleinbahn „Scheuerfeld–Nauroth“. Am 10. Januar 1913 konnte die 17 Kilometer lange Strecke in Betrieb genommen werden. Ausgangspunkt war der Kleinbahnhof Scheuerfeld im Siegtal, durch das die Hauptstrecke Köln–Siegen führt, danach stieg die Strecke auf die Hochfläche des Gebhardshainer Landes zum heutigen Betriebsmittelpunkt Steinebach/Bindweide und endete im Bahnhof Nauroth. Der Kreis übernahm ab 1. Oktober 1914 die Betriebsführung. Es verkehrten im ersten Betriebsjahr fünf Zugpaare täglich.
1926 wurde zur Erschließung neuer Basaltbrüche von Bindweide ein Privatanschlussbahn in Richtung Weitefeld eröffnet, zwei Jahre später ging sie bis nach Friedewald. 1930 wurde sie schließlich bis Emmerzhausen verlängert. Im Zweiten Weltkrieg wurde schließlich ein Gleis bis zum Militärflugplatz Lippe gelegt. zum 25. Mai 1939 wurde die Anschlussbahn bis Emmerzhausen in eine nebenbahnähnliche Kleinbahn umgewandelt.
Durch Schließung von Basaltbrüchen und Erzgruben wurde die Strecke von Bindweide nach Nauroth unwirtschaftlich. Sie wurde am 15. September 1931 stillgelegt und weiter westlich mit dem vorhandenen Oberbaumaterial neu gebaut, weil dadurch Gruben, die neu in Betrieb genommen werden sollten, besser erreicht werden konnten. Diese Strecke wurde am 21. März 1934 in Betrieb genommen. Die Bahn firmierte im Jahre 1941 als „Westerwaldbahn Scheuerfeld–Nauroth–Emmerzhausen“. Erst zum 1. April 1999 wurde der kommunale Eigenbetrieb in eine GmbH umgewandelt.
Der Personenverkehr spielte jahrzehntelang nur eine untergeordnete Rolle. 1948 verkehrten sechs Zugpaare Scheuerfeld–Weitefeld, fünf Zugpaare Bindweide–Nauroth, mit Anschluss in Bindweide. Er wurde – von zahlreichen Sonderfahrten abgesehen – am 30. Oktober 1960 auch auf dem zuletzt noch bedienten Abschnitt Scheuerfeld–Elkenroth eingestellt, da ein seit 1949 aufgebautes Linienbusnetz die Gemeinden des Einzugsgebietes ausreichend versorgte.
Die Strecke zwischen Friedewald und Emmerzhausen wurde 1970, und zwischen Oberdreisbach und Friedewald am 7. März 1977 stillgelegt. Die Strecke Bindweide–Nauroth war seit 1971 ohne Bedienung und wurde im April 1974 stillgelegt.
Die Westerwaldbahn GmbH betreibt zwischen Scheuerfeld und Weitefeld noch regelmäßigen Güterverkehr. Es werden im Jahr um die 70.000 t befördert.
Die Strecke gehört der Westerwaldbahn und wir außerdem von der Daadetalbahn, Hellertalbahn und Hessischen Landesbahn für Ihre Zuführungen zur Werkstatt genutzt.
Bitte nicht die Gleise betreten!!! Hier fahren mehrmals täglich Züge!!!
Es muss kein Erdreich bewegt werden. Die Koordinaten stimmen nicht auf den Meter genau. Es soll ja schon ein wenig gesucht werden. ;) Deshalb die Bwertung 3 im Schwierigkeitsgrad.