Ein Tobel ist ein mehr oder weniger sanftes Hochtal im Gebirge, mit einem Durchbruchstälchen eines Sturzbaches. Tobelbildung ist typisch für weichere Gesteine, im Besonderen gebankte Schichtungen mit härteren Einlagerungen, durch die entlang einer wasserführenden Runse oder im Oberlauf von Gebirgsbächen ein scharfer Einschnitt entsteht, während flussaufwärts eher gleichmäßig erodierte Schutthänge vorherrschen. Tobel finden sich daher beispielsweise in den Nordalpen, vornehmlich in der Molassezone und Flyschzone zwischen Hochrhein und Donau. Der Durchbruch des Tobels ist typischerweise V-förmig ausgebildet, wobei die gegenüberliegenden Flanken je nach Gesteinshärte unterschiedliche Neigungen haben können.
Die Molasse ist ein geschichtetes Sedimentgestein, in dem sich Mergel, Geröll und Sande mit härteren Gesteinsschichten abwechseln. Das Kerbtal entsteht primär durch fluviale Tiefenerosion, also Gesteinsabtrag durch das fließende Gewässer, sowie sekundär durch Hangdenudation. Darunter versteht man unter anderem den Materialabtrag durch Schwerkraft, durch Niederschläge oder durch Wind.
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Bei der Tiefenerosion spült das Bachwasser die weicheren Schichten stärker aus und läßt den härteren Stein zunächst stehen. So kann an einigen Stellen eine Stufe im Längsprofil des Bachlaufes entstehen, ein Wasserfall bildet sich aus.
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Unterhalb der Stufe bilden sich durch die Energie des fallenden Wassers und die dabei entstehenden Wasserwirbel zum Teil tiefe Mulden im Bachbett, sogenannte Gumpen oder Fallkolke. Der Begriff 'Gumpe' wird übrigens bereits im Grimmschen Wörterbuch erklärt. Das Gestein wird hier nicht nur senkrecht abgetragen, sondern durch die Turbulenzen auch unter der Kante des Wasserfalls ausgewaschen. Auch hierbei werden die weicheren Schichten stärker abgetragen als die härteren und es entstehen hohlkehlartige Auskolkungen, bis der sich so bildende Überhang mit der Zeit durch sein Eigengewicht und/oder durch Frosteinfluss wegbricht. Dieser Prozess ist in der Gewässermitte durch die höhere Fließgeschwindigkeit stärker ausgeprägt, aber auch dadurch, dass der mittlere Teil des Gewässers stets durchströmt ist, die äußeren Bereiche hingegen nicht.

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Der Wasserfall bewegt sich dabei im Bach stetig bachaufwärts, wobei auch seine Fallhöhe immer weiter abnimmt und statt dessen das gesamte Bachbett tiefer einschneidet. Dieser Vorgang wird als rückschreitende Erosion bezeichnet.
Ein berühmtes Beispiel für dieses Phänomen sind die Niagara-Fälle, deren Fallkante
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ursprünglich um eineinhalb Meter pro Jahr flussaufwärts wanderte. Durch die gestiegene Wassernutzung im Oberlauf des Flusses haben sich dort die Fließgeschwindigkeit und die Wassermenge reduziert, sodass die Verlagerung der Kante nur noch etwa 80 cm im Jahr ausmacht.
Im Wirlinger Wald befindet sich der Rohrbachtobel, ein tief bis in die Schicht der Unteren Süßwassermolasse eingeschnittenes Kerbtal, ausgewaschen vom Rohrbach, der durch den Zusammenfluss von Scheidenbach, Scheidbach und Brühlbach entsteht.
Es gibt verschiedene Wege in den Tobel hinein, jeweils an den unterschiedlichen Parkkoordinaten beginnend. Begib Dich zuerst zu einer der Infotafeln (W1 oder W2), inhaltlich gleich, wo Du einiges Wissenswerte über den Tobel erfährst. Wenn Du dem Weg in den Tobel dann weiter folgst, gelangst Du am Fuß des Tales zu W3, wo sich ein kaskadierender Wasserfall gebildet hat.
Ein wenig bachabwärts kann man gut beobachten, wie die Strömung Löcher in das Gestein des Bachbettes wäscht:

Zum Loggen dieses Earthcaches musst Du folgende Fragen beantworten:
| 1. |
Begib Dich zu einer der Infotafeln (W1 oder W2) und notiere die Höhe, die Dein GPS anzeigt. Nimm nun an W3 erneut Deine Höhe auf. Wie tief ist also das Kerbtal eingeschnitten? (Bitte gib in Deiner Antwort an, an welcher der Infotafeln Du gemessen hast. NB: Da sich W2 sehr viel weiter bachabwärts über dem Tobel befindet und nicht direkt oberhalb von W3, erhält man hier nicht die richtige Einschnittstiefe. Für die Beantwortung der Frage ist das aber akzeptabel.)
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| 2. |
Welche Schichtenfolge kannst Du in der Kante des Wasserfalls erkennen?
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| 3. |
Welche Form hat die Kante des Wasserfalls? Was meinst Du, wodurch sich diese Form ergibt?
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Finde das kleine Strudelloch aus dem Foto, es ist ziemlich nah am Weg in Richtung W4 neben einem Baum. Welche Vorgänge kannst Du hier im Kleinen erkennen, die auch am eigentlichen Wasserfall stattfinden?
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Pflicht seit 01.07.2020: Füge Deinem Log ein Foto von Dir und/oder Deinem GPS am Wasserfall an.
Sende Deine Antworten per mail an flinxinflux.
Nach dem Absenden der Antworten kannst Du gleich loggen.
Du brauchst nicht auf eine Logfreigabe warten!
Sollte mit Deinen Antworten etwas nicht in Ordnung sein, melden wir uns bei Dir.
Und jetzt viel Spaß bei der Wanderung durch den Rohrbachtobel!
PS:
Wenn Du an den Parkkoordinaten P1 beginnst, kannst Du nach der Erkundung des Tobels auch noch nett einkehren. (Ruhetage Montag und Dienstag sowie Samstag ab 18:00 Uhr)
Quellen:
- www.wikipedia.de
- www.geo.fu-berlin.de/v/pg-net/geomorphologie/fluvialmorphologie