Wo 1896 mehrere Geschäftsleute die "Drais Fahrradwerke GmbH" gründeten, leben heute circa 450 Mannheimer. Im Wohnpark "Draishöfe" entstanden auf einer Fläche von 28 000 Quadratmetern, was der Größe von etwa vier Fußballfeldern entspricht, 114 Einfamilienhäuser. Die Gewerbefläche lag einige Jahre brach, nachdem das Traditionsunternehmen Drais GmbH 2003 Insolvenz anmelden musste.
Der Name geht auf Carl Friedrich Freiherr von Drais zurück. Der Erfinder des Zweirades unternahm im Jahr 1817 seine erste Fahrt. Von dessen Erfolg wollten auch einige Mannheimer Unternehmer profitieren, liehen sich deshalb seinen Namen. 1897 waren in dem von ihnen gegründeten Werk bereits 245 Mitarbeiter beschäftigt. Doch ein Fahrrad war für viele unerschwinglich, so dass die 16 Unternehmer sich bald auf den Maschinenbau im Bereich der Nahrungsmittelproduktion sowie der Farben- und Lackindustrie umstellten. Aus der Zweiradproduktionsstätte wurde die "Draiswerke - Spezialmaschinenfabrik Mannheim-Waldhof GmbH". Ihre Glanzzeit erlebte sie in den 1960er Jahren, den Höchststand an Beschäftigten erreichte die Fabrik 1969: 641 Angestellte waren damals dort beschäftigt. Zu Beginn der 1980er Jahre sank die Zahl der Mitarbeiter auf 400. Mangelnde Investitionen und ein veralteter Maschinenpark trieben die Firma in den Abgrund. Sie schied aus der Firmengruppe Werner & Pfleiderer aus, deren Tochtergesellschaft Drais seit 1927 war.
Zwei alte Zaunelemente mit dem Firmenlogo sind alles, was heute noch von dem einst so erfolgreichen Unternehmen bleibt.
Vielen Dank an den Mannheimer Morgen und die Redakteurin Mirjam Moll für die zur Verfügungstellung dieses Artikels
Ich wünsche Euch viel Spaß