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Kalktuffquellen am Jakobsbrunnenweg EarthCache

Hidden : 6/25/2015
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:



Der Jakobsbrunnenweg
Beim Jakobsbrunnenweg handelt es sich um einen als Naturlehrpfad ausgestalteten Wanderweg in Amstetten, der ein wichtiges Naherholungsziel der Amstettner Bevölkerung darstellt. Unmittelbar unterhalb des Wegrandes befinden sich die Quelltuffvorkommen. Das Quelltuffvorkommen ist eines der relativ wenigen intakten Vorkommen im Alpenvorland, wo höher mineralisierte, kalkreiche Quellen aus den quartären Schotterfluren an deren stauenden Basis entspringen.



Erklärung
Kalktuffquellen sind meist kleinflächige Lebensräume, die durch CO²-Entzug aus kalk- und sauerstoffreichem Wasser entstehen. Man findet sie, wo kalkreiches Wasser an die Oberfläche tritt und Pflanzen (vor allem Moose und Algen) CO² zur Photosynthese entziehen. Dadurch wird das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht gestört und das Kalziumkarbonat lagert sich ab. Es bilden sich Krusten auf diesen Moosen und Algen, die vielfältige Gestalt annehmen oder sogar Versteinerungen bilden können. Kalktuffquellen sind üblicherweise von Wald oder Niedermooren umgeben.


Vorkommen
In Niederösterreich liegt das Hauptverbreitungsgebiet von Kalktuffquellen in den Kalkalpen und Kalkvoralpen unter 1.000m Seehöhe. Ansonsten können sie überall dort auftreten, wo Karbonatgestein oder karbonhaltiges Wasser zu finden ist. Da die Vorkommen oft sehr kleinflächig sind, ist zu befürchten, dass durch Quellfassung oder durch Forststraßen-, Straßen- oder Siedlungsbau, u.a. in den vergangenen Jahren bereits einige Kalktuffquellen vollständig zerstört wurden. Da es keine Vergleichsdaten gibt, kann nicht angegeben werden, wie viele Kalktuffquellvorkommen dies betrifft. Es ist jedoch anzunehmen, dass eine Reihe von Vorkommen der geologischen Karten nicht mehr existieren.

In Amstetten wurden an zwei Standorten Kalktuffquellen entdeckt. Zum einen hier am Jakobsbrunnenweg und zum anderen entlang der Bundesstraße 121. Die Erklärung zum Naturdenkmal erfolgte im Jahr 2012.



Entstehung
Am auffälligsten und aus naturwissenschaftlicher Sicht von besonderem Interesse ist die Kalktuff- oder Kalksinterbildung. Diese Kalkfällung ist eine chemische Reaktion, die auf pflanzenphysiologischen Vorgängen beruht. Cynobakterien (Blaualgen) vermögen Kalkgestein aufzulösen, bei anderen Pflanzen lagert sich Kalk in ihren Gallertschichten ab, was im Süßwasser zur Bildung von Seekreide oder Kalktuff führt. Auch die in kalkreichen Quellen, Bächen und Wasserläufen lebenden Moose tragen zur Bildung von Kalktuffen bei. Diese biogenen Kalkablagerungen sind eine Folge der CO² Aufnahme autotropher Pflanzen. Durch Entzug von CO² aus dem Wasser bei der Photosynthese tritt an die Stelle des im Quellwasser enthaltenen, gut löslichen Calciumbicarbonates oder Calciumhydrogencarbonates, Ca(HCO³)², das schwer lösliche Calciumcarbonat, CaCo³, vulgo Kalk.

Die chemische Reaktion, beruhend auf der Photosynthese der wasserlebenden Algen und Moose, verläuft wie folgt:

Ca(HCO³)² = CaCO³ + H²O + CO²

Somit wird durch den Kohlendioxid-Entzug unter Bindung von Wasser das gelöste Calciumbicarbonat in schwer löslichen Kalk (Calciumcarbonat) umgewandelt und abgelagert. Das Calciumcarbonat lagert sich in Form von Calcitkriställchen auf den Pflanzen ab. Durch Erwärmung des Wassers an Quellabflüssen, an denen kohlendioxidgesättigtes Grundwasser CO² abgibt, zerfällt so viel Calciumhydrogencarbonat, bis wieder ein neuer Gleichgewichtszustand hergestellt ist. Das ausfallende, schwer lösliche Calciumcarbonat, vulgo Kalk, überzieht Steine Moose und Algen. Bei der biogenen Entkalkung durch Photosynthese lagert sich Calciumcarbonat als Kruste auf den Wasserpflanzen ab. Die in kalkreichen Quellabflüssen, Bächen und Wasserläufen lebenden Moose haben neben Cyanophyceen, Oocacardium und Chara einen wesentlichen Anteil an der Bildung von Kalkuffen. Im Quellwasser ist der Kalk als Calciumhydrogencarbonat gelöst. Da die genannten Photoautotrophen Pflanzen durch ihre Photosynthese mittels Chlorophyl (Blattgrün) und Sonnenlicht dem Wasser Kohlendioxid entziehen und außerdem Kohlendioxid an die Luft abgegeben wird, gelangt das schwer lösliche Calciumcarbonat, CaCO³, vulgo Kalk, zur Ausfällung. Auf diese Weise können Kalktufflager von bedeutender Mächtigkeit entstehen.


Gefahren
Kalktuffquellen sind sehr sensibel und reagieren auch schon bei kleinsten Veränderungen und Störungen. Gefährdungsursache sind z.B.: Quellfassungen, Grundwasserabsenkungen, Befestigung von Felswänden, Zerstörung der Standorte, Nährstoffeintrag, mechanische Belastungen der Standorte. Aus diesem Grund ist es ganz wichtig Kalktuffquellen und ihre Umgebung nicht zu verändern und so zu zerstören.


Um diesen Earthcache loggen zu können sind folgende Fragen zu beantworten:
  1. Begib Dich bitte außerhalb des Geländers (via Kneippbecken) nach unten und blicke Richtung Infotafel auf den Kalktuff. Beschreibe die Form und die Vegetation.
  2. Wodurch wird der Kalktuff gespeist? Wie schätzt du die Durchflussmenge ein?
  3. Nenne zwei typische Bewohner des Lebensraumes dieser Kalktuffquelle.
  4. Optional würde ich mich über ein Foto von euch mit eurem GPS Vorort freuen.
Sendet die Antworten bitte per Mail oder Nachricht. Logfreigabe braucht nicht abgewartet werden.

Verwendete Quellen:
  • Befund der Bezirkshauptmannschaft Amstetten zur Erklärung als Kulturdenkmal
  • Infotafel Vorort
Fotos by StoMax
Grafik by Naturschutzbund NÖ

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