Rückeroberung durch das Reich und Stadtwerdung
Nachdem sich die slawische Herrschaft 150 Jahre lang hatte behaupten können, gelang es König Lothar III. um 1130, Havelberg einzunehmen; 1136 konnten es die Söhne des dort ansässigen Slawenfürsten Wirikind noch einmal kurz zurückerobern, bevor es Albrecht der Bär 1136/37 endgültig unter Reichsgewalt brachte. In der Folgezeit konnten die seit 983 nur als Titularbischöfe tätigen Bischöfe von Havelberg die Arbeit in ihrer Diözese aufnehmen. Bischof Anselm gründete zunächst 1144 das Kloster Jerichow als provisorischen Bischofssitz. Der Wendenkreuzzug im Jahr 1147 führte zur Eroberung der Prignitz, sodass die Gründung eines Domkapitels in Havelberg ermöglicht wurde. Der Gründung um 1150 folgte der Bau des Havelberger Doms, der 1170 geweiht wurde. Er übernahm zusätzlich die Funktion einer Wehranlage in der noch nicht vollständig befriedeten Region, unter anderem durch ein massives, mit Schießscharten versehenes Westwerk.[4] Am Dom wurde gleichzeitig ein Chorherrenstift der Prämonstratenser angesiedelt.
Mit der Ansiedlung des Bischofssitzes begann auch die Entwicklung Havelbergs zur Stadt. Sie entstand ebenfalls Mitte des 12. Jahrhunderts räumlich getrennt vom Dombezirk auf einer Landzunge in einer Flussschleife der Havel. Durch die Anlage des Stadtgrabens zwischen Dombezirk und Bürgersiedlung wurde die Landzunge zu einer abgetrennten, leicht zu verteidigenden Insel in der Havel, die andererseits aber nur begrenzte Flächen zur städtischen Entwicklung bot. Neben der Stadtinsel und dem Dombezirk bestanden die Berggemeinden als dritter, selbstständiger Siedlungskern. Dabei handelt es sich um die Siedlung am Fuß des Dombergs parallel zum Ufer der Havel und des Stadtgrabens (heutige Straßen Bischofsberg, Havelstraße und Weinbergstraße). 1160 wurde Havelberg erstmals als urbs bezeichnet, wobei die Grundherrschaft beim Markgrafen von Brandenburg lag. Ein genauer Zeitpunkt der Stadtrechtsverleihung ist nicht überliefert. Die Markgrafen verpfändeten die Stadt zwischen 1319 und 1325 sowie zwischen 1373 und 1388 an das Herzogtum Mecklenburg.
Der Bischof besaß in der Stadt Havelberg keinerlei Rechte, selbst der Dombezirk unterstand ihm nur zur Hälfte bis 1305, während die andere Hälfte in den Händen der Markgrafen lag. 1305 bekamen sie auch den bischöflichen Teil als Lehen. Ein von König Friedrich I. ausgestelltes Gründungsprivileg zur Anlage einer bischöflichen Stadt in Havelberg wurde nicht verwirklicht; stattdessen verlegten die Bischöfe ihre Residenz in die einzige zu ihrem Besitz gehörende Stadt Wittstock, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Havelberg. Wann die Verlegung erfolgte, lässt sich aufgrund der geringen Quellenlage nicht mehr genau nachvollziehen. Erst ab der Amtszeit von Dietrich I. (beginnend 1325) ist ein deutliches Übergewicht Wittstocks gegenüber Havelbergs in den Beurkundungen der Bischöfe greifbar. Die ältere Forschung ging von einer Verlegung bereits um 1270 aus, ohne dies durch die Quellenlage stützen zu können.[5] Wittstock blieb bis zum Tod des letzten katholischen Bischofs, Busso II. von Alvensleben, nach der Reformation im Jahr 1548 Residenz.
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xXDerManniXx & Pudel24