Inspiriert durch unseren Cache „Blick zum Schönenberg“ in unserer Lohbachrunde dachten wir, dass es die Wallfahrtskirche „Schönenberg“ verdient hat, aus verschiedenen Blickwickeln genauer betrachtet zu werden. Hieraus entstand diese Idee. Bei jedem Cache haben wir euch etwas Informatives zur Wallfahrtskirche „Schönenberg“ zusammengetragen: (Wer die Infos sorgfältig liest, kann die Fragen beim Bonus ohne Probleme beantworten)
„Labyrinth des Lebens“ - Das Rasenlabyrinth wurde am 12. Juli 2014 eingeweiht - Schwester Johanna Stocker erklärt die Zielsetzung
Text: Josef Schneider
Viele Tausende von Besuchern im Jahr erleben die Schönenbergkirche als Sehenswürdigkeit, verlassen den Berg aber oft „unberührt“. Auf der anderen Seite suchen Menschen spirituelle Möglichkeiten zur Einkehr. Die „Initiativgruppe Labyrinth“, eine Initiativgruppe, die sich um Schwester Johanna Stocker, Pater Ludwig Götz von der Landpastoral und Edeltraud Ladenburger auf dem Schönenberg gebildet hat, will beides verbinden, so entstand die Idee, vor dem Westflügel der Schönenbergkirche ein „Labyrinth des Lebens“ zu entwickeln.
Ziel der Aktion soll sein, den Schönenberg als „Geistliches Zentrum“ und als „exklusiven“ Wallfahrtsort zu unterstreichen und aufzuwerten, aber auch die Spiritualität und die Anziehungskraft des Schönenbergs für „Fernstehende“ zu öffnen. Auch weitere Gruppen innerhalb und außerhalb der Pfarrgemeinde, wie Ministranten-, Kommunion-, Firm- und Jugendgruppen, die Gäste des Bildungshauses und Religionsklassen, sollen einen Zugang finden.
Das in Kreisform angelegte „Labyrinth des Lebens“ ist eine sehr alte Form der persönlichen Orientierung in der katholischen Kirche. Das bekannteste Labyrinth findet man im französischen Chartres, weitere gibt es beispielsweise in Cham, Mellatz und in Untermarchtal.
„Ein Labyrinth ist seit Alters her ein Symbol für einen schwierigen, verschlungenen Lebensweg“, „ein Symbol für Tod und Wiedergeburt, für Ende und Anfang. Ein Labyrinth kann auch für meinen Glaubensweg stehen.“ Labyrinth sei kein Irrgarten, denn dort könne man sich verirren, dort gebe es Sackgassen, weiß die Noviziatsleiterin bei der Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal. Im Labyrinth dagegen gehe der Weg immer weiter. Die 54-jährige Ordensfrau war jahrelang Gemeindereferentin in der Seelsorgeeinheit Pater Philipp Jeningen und hat aus dieser Zeit immer noch viele Beziehungen zum Schönenberg.
Das Labyrinth und die Schönenbergkirche findet Schwester Johanna als eine gute Kombination, denn in dieser Wallfahrtskirche feiere man ja diese Mitte: „Christus begegnet uns in den Sakramenten und in seinem Wort. Dieses einfache Graslabyrinth führt mich in eine ganz tiefe Innerlichkeit, weil mich nichts ablenkt auf diesem Weg. In der Mitte steht ein Stein, er kann Stein des Anstoßes sein und etwas anstoßen. Ich kann ihn auch deuten als Eckstein.“
„Die Mitte ist zwar Ziel, aber kein Ort, wo ich bleiben kann“, berichtet Sie: „Ich kann verweilen, aber ich kann mich dort nicht festmachen. Immer wenn ich in der Mitte angekommen bin, weist mich das Labyrinth wieder neu darauf hin, den Rückweg zu wagen, gestärkt durch die Erfahrung der Mitte.“ Und die Vinzentinerin ergänzt: „Die Mitte kann ich selber sein, sie kann ein schönes Erlebnis sein. Für uns Christen ist die Mitte Gott. Ich mache mich zu Gott auf den Weg. Wenn ich die Mitte gefunden habe, kehre ich wieder in den Alltag zurück.“