Die Fürstpropstei Ellwangen besaß mehrere Richtstätten, von denen der Galgenberg im Westen der Stadt die bekannteste ist. Sie ist gleichzeitig die einzige, von der man heute noch den genauen Standort kennt. Zwar ist in Schriftquellen schon seit 1381 eine Richtstätte am Galgenberg nachweisbar, jedoch befand sich diese an einer heute nicht mehr bekannten Stelle.
Von Alters her hatte die Stadt Ellwangen das Recht, "über das Blut zu richten". Stadtschultheiß und Gemeinderat durften deshalb im Einklang mit den Strafgesetzen des Heiligen Römischen Reichs, der sogenannten Peinlichen Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V., selbständig Recht sprechen und dabei auch Todesurteile verhängen. 1701 baute die Stadt hier einen neuen Galgen mit drei gemauerten Säulen und drei Querbalken. Dadurch, dass er weiß angestrichen und schon von weitem sichtbar war, sollte er allen "incorrigiblen Bößwichten" und dem zahlreich "herumb ziehenden Ziegeiner- und Jauner-Volck" eine Warnung sein. Um den Eindruck zu verstärken, wurden die Hingerichteten oft lange hängen gelassen. Die nach Monaten - manchmal Jahren - noch übrigen Lumpen und Knochen verscharrte man von Zeit zu Zeit direkt unter dem Galgen.
Nach gut 100 Jahren und mindestens 52 nachweisbaren Hinrichtungen fand 1802 die letzte Vollstreckung eines Todesurteils beim Hochgericht statt. Ab 1811 wurden dann überall in Württemberg die Galgen abgebaut, da das Spektakel öffentlicher Hinrichtungen zunehmend als rückständig empfunden wurde. Über die Reste des alten Hochgerichts wuchs zuerst Gras und später Wald. Der abscheuliche Ort geriet in Vergessenheit.
1990 hinterließ der Orkan "Wiebke" auch in Ellwangen eine Schneise der Zerstörung. In der Grube eines entwurzelten Baumes entdeckte man eine Menge menschlicher Knochen, womit für die Geschichtsforschung endlich der Beleg für den ehemaligen Galgenstandort erbracht war. Bei anschließenden archäologischen Ausgrabungen kamen neben den Überresten von vermutlich 30 Menschen auch die drei Bruchsteinfundamente der gemauerten Säulen zum Vorschein. Der Ort wurde anschließend als kleine Lichtung beibehalten und mit einem Mahnmal zu den Ellwanger Hexenverfolgungen versehen, das von dem hiesigen Geistlichen und Künstler Sieger Köder entworfen wurde.
Wer unter 1,75 ist, braucht vielleicht Verstärkung.