Die Kaiser-Pfalz Werla
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Auf der Kaiser-Pfalz Werla haben im 10. Jahrhundert Könige Hof gehalten. Das bezeugen Spuren, die in den letzten Jahre rekonstruiert wurden. Gräben und Wälle deuten die Mauern der Vorburg und der Hauptburg an. Besonders das Westtor der Hauptburg fällt von weitem ins Auge und zieht Besucher an.

„Hey Sid!? Was machst du denn hier auf der Werla-Pfalz?“
„Die alte Pfalz ist wirklich interessant! Ich möchte euch aber etwas zeigen, was ihr bestimmt noch nicht entdeckt habt.“
„Was soll das sein? Die Werla hat doch nichts mit der Eiszeit zu tun?“
„Schaut euch mal das Gelände und die Gegend ganz genau an! Fällt euch irgend etwas auf?“
„Das Gelände ist sehr gerade. Und an einigen Seiten geht es richtig steil runter. Ein perfekter Platz für eine Pfalz! Man kann ja richtig weit sehen. Mhhh... Dieses Gelände wurde wohl nicht von den Rittern damals angelegt, oder? Aber wie ist dieses Plateau mit den steilen Hängen entstanden? Wieso gibt es hier überall Kies und Steine?“
„Genau das werde ich euch zeigen. Kommt mit!“
Erster Baumeister: Die Oker
Werla liegt auf einem Ufersporn der Oker, die von Süden kommend ein breites Tal mit steilen Terrassen geformt hat. Die Oker hat Gesteine vor allem aus dem Harz nach Norden geschleppt und an den Seiten abgelagert, sobald ihre Transportkraft nachließ. Auffällig sind die pechschwarzen glänzenden Lydite, auch Kieselschiefer genannt, und blassbraune Quarzite. Auf diese Weise entstanden die Ost-West-Terrassen des weiten Okertals. Zwischen den Hochufern bildete der Fluss zahlreiche Mäander.
Die Oker entspringt in 910m ü. NN im Harz. Von dort aus fließt sie Richtung Norden und mündet in Müden in die Aller. Wenn man auf dem rekonstruierten Westtor der Pfalz steht und Richtung Harz sieht, kann man einen Teil des Okertals überblicken: Das hohe Areal der Pfalz bildet die westliche und der Burgwall bei Isingerode die östliche Begrenzung. Unterhalb der Pfalz vereinigen sich die Wasserläufe der Wedde, des Eckergrabens, der Ilse, des Schiffgrabens, aber auch der Warne mit der Oker, die mit der Ilse bis kurz vor Ohrum ein breites Tal bildet, dass in früheren Zeiten kaum passierbar war. Lediglich die Furten in Ohrum, Schladen und vermutlich die sog. „Schäferbrücke“,1,0 km nördlich des Eselstieges, ließen eine Okerquerung zu.
Aber die Oker war nicht allein der Baumeister der Werla-Terrasse:
Zweiter Baumeister: Die Eiszeit
In der Quartärzeit haben mehrere Vorstöße mächtiger Inland-Gletscher die Landschaft modelliert. Wo das Eis schmolz, entstanden mächtige Ablagerungen aus Schmelzwassersanden und Kiesbänken, die bis in die heutige Zeit bei Schladen weitflächig abgebaut werden. Eine Seenlandschaft ist entstanden zwischen Börßum und Wiedelah. Ursprünglich strömten die Schmelzwasser entlang des Eisrandes von Osten nach Westen und füllten mächtige ausgehobelte Rinnen mit herangeschlepptem Kies. Das große Bruch markiert so ein altes Urstromtal. Heute ist es meloriert und entwässert. Über viele Jahrtausende war es jedoch ein unwegsames zusammenhängendes Moorgebiet.
So brachte auch die Saalekaltzeit vor 300.00 bis 127.000 Jahren große Mengen Steine, Kiese und Sande aus dem Norden mit und lagerten sie in der Flussterrasse ab. Vor allem rote Granite, Porphyre, und Feuersteine können nur aus dem Ostseeraum und Skandinavien gekommen sein.
In den Oker-Terrassen sind Gesteine aus ganz unterschiedlichen Regionen vereint.
Eiszeit und Oker im Wechsel: Ablegern und einschneiden
Die Ost-West-Terrassen des weiten Okertals und auch die Werla-Terrasse entstanden durch den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten. In den Kaltzeiten wurde während des Abschmelzens der Gletscher sehr viel Wasser abtransportiert, welches die Geröll- und Kiesmengen von Ost nach West ins Vorland transportierten und als Sediment zurückgelassen hat. In den Warmzeiten schnitt sich die Oker von Süd nach Nord in die Ablagerungen ein und formte dadurch Terrassen.
Aufgrund des mehrfachen Wechsels von Ablagerung und Einschneiden entstanden Treppen und Flussterrassen.
Fluss-Terrassen waren schon immer beliebte Siedlungsgebiete, da sie Nahe am Wasser und der fruchtbaren Flussaue lagen und gleichzeitig vor Überschwemmungen geschützt waren. Das die Werla-Pfalz auf einer Kies-Terrasse errichtet wurde, wurde ihr vermutlich zum Verhängnis. Nach kurzer Zeit musste sie aufgegeben werden. Im Sand- und Kiesboden konnte kein Brunnen angelegt werden. Dadurch hätte die Pfalz einer Belagerung nur eine kurze Zeit stand halten können.
Quelle: Geopark Werla
Blick von der Werla-Terrasse in das Okertal

Aufgaben
1. In welchen Himmelsrichtungen ist das Gelände der Werla-Pfalz stark abfallend?
2. Wie groß ist der Höhenunterschied zwischen Oker und Werla-Plateau? (Setzte einen Wegepunkt oben auf dem Plateu und einen am Okertal. Dabei werden die Höhen über NN angezeigt)
3. Woran kann man erkennen, dass das Gelände auf dem die Werla-Pfalz errichtet wurde, eine Fluss-Terrasse ist?
4. In welcher Zeit entstand die Fluss-Terrasse? Welche Zeugen gibt es dafür auf der Oker-Terrasse der Werla?
5. Aus welchen Gründen waren Fluss-Terrassen schon immer bevorzugte Siedlungsgebiete?
Hinweise
Ihr parkt vorn an der Straße zwischen Werlaburgdorf und Schladen.
Zu Fuß oder mit dem Rad erreicht ihr nach ca. 700m das Gelände der Werla.
Begebt auch an die obigen Koordinaten. Dort findet ihr die erste Infotafel, die euch zum Thema weitere Informationen bietet.
Zu diesem Werla-Earth-Cache haben wir auch einen Werla-Bonus-Mystery-Cache erstellt.
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Danke
Die beiden Werla-Caches entstanden in der Projektwoche 2015 "Werla-Schule trifft Werla-Pfalz".
Vielen Dank an die engagierten SchülerInnen, die auch einen Film zum Cache erarbeitet haben: https://www.youtube.com/watch?v=lQO4ZZHZktI
Vielen Dank an die Mitarbeiter der Werla-Schule und den Tourismusverband Nördliches Harzvorland.