"Wo hab ich meine Axt gelassen, wo nur, ich bin so verwirrt, ach, mein Kopf brummt!" raunzte Zweng, der Zwerg.
Zweng war ein etwas zu groß geratener Zwerg, größer als all die anderen Zwerge, so kam er zu seinen Namen: zweng Zwerg, also zuwenig Zwerg.
Manchmal wurde er deswegen gehänselt, aber das waren nur Scherze übermütiger Freunde, sie meinten es nie böse, denn Zwerge halten üblicherweise zusammen.
Langsam kam ein bißchen Erinnerung zurück... er war mit ein paar anderen Zwergen unterwegs, um etwas zu feiern, nur konnte er sich gerade nicht daran erinnern, was gefeiert wurde und wo.
Er braute sich einen starken Kaffee, das half normalerweise. Ach ja, sie kosteten etwas von diesen lustigmachenden Pilzen! Und dann war da noch dieses komische lilafarbene Kraut, welches in eine schön verzierte Pfeife gestopft wurde und dann machte es die Runde unter den jugendlichen Zwergen... gesund sei es, sagten sie ihm, Vitamite habe es, meinten sie, probier es doch mal, schlugen sie vor!
Schön langsam kam wieder ein wenig Erinnerung zurück, denn er fand sein Diplom der "Ersten Zwergischen Waldbauern- und Holzfällerschule", die er mit Auszeichnung abgeschlossen hatte. Natürlich, das war der Grund der Feier, er hatte von seinen Freunden eine ganz besondes große Axt zum Abschlußfest bekommen... und, ohweh, diese war nun nicht mehr in seinen Händen.
"Ich werde für das Weihnachtsfest den größten Weihnachtsbaum fällen, den ich finden kann!" versprach er großgoschert und etwas berauscht, doch ohne Axt wird das wohl nicht klappen. Einen geeigneten Baum fand er bereits auf einen seiner ausgedehnten Wanderungen, er hat dort sogar eine kleine Kiste hinterlegt, wo er seinen Kleinkram und ein kleines Büchlein versteckte, doch wo nur ist diese Axt geblieben.
Resignierend und mit leichtem Kopfweh steckte er seine Hände in seine Hosentaschen und schüttelte leicht seinen Kopf, damit seine Haare nicht über die Augen hingen.
"Was ist denn das in meiner Hosentasche? " dachte er sich. Es war ein Stück Papier, die Einladung zum Fest, dort wo er das Geschenk überreicht bekam.
Seine Augen begannen zu leuchten, er griff nach seinem Umhang. "Nichts wie hin, ein Morgenspaziergang tut mir sicher gut", dachte er sich, zog sich an und marschierte los.
"Ach wie schön, da ist es ja, mein wunderbares Geschenk!" freute sich Zweng, der Zwerg, als er es vom Boden aufhob und es an sich nahm. Er erinnerte sich nun wieder an den schönen, lauten und aufregenden Abend, die Gesänge, das Tanzen und die Geschenksüberreichung. "Jaja", sagte er zu sich selbst, "das war wirklich eine ausgelassene Feier gestern, die meine lieben Freunde für mich veranstalteten".
Am Rückweg dachte er sich noch: "Ich werde mir sogleich aufschreiben, wo ich meinen riesigen Weihnachtsbaum gesehen habe. Und ich werde es mir verschlüsselt aufschreiben, damit niemand die Zeilen lesen kann, falls ich meine Notitz verlieren sollte." Er wollte doch erst kurz vor Weihnachten seinen Baum holen.
Er notierte sich: aus wieviel Brettern besteht die Axt? = A
Welche Farbe hat die Umrandung (Buchstaben = B, Buchstabenwert (A=1, B=2, etc) = C),
dann notierte er sich noch eine Formel:
N = Axt + C*B-A*2-5
E = Axt + A*B-B*2-2
Er faltete seine Notitz, steckte diese in seine Tasche, ging zurück in seine Küche und schlürfte genüsslich seinen inzwischen kalt gewordenen Kaffee.