Die Landschaft, der Boden und die früheste Besiedelung der Gegend, in der heute die Siedlung „Ochsenkopf“ liegt, stehen in enger Beziehung zum Neckar, nämlich dessen Uferlandschaft. Der Boden ist Schwemmland des Flusses und setzt sichzusammen aus Neckarsanden und Uferaulehm. Dazwischen liegen vereinzelt größere Findlinge aus Sandstein und Granit. In dieser urgeschichtlichen Zeit floss der Neckar sogar lange Zeit über das Gelände der Siedlung Ochsenkopf. Er formte, was heute kaummehr sichtbar ist, die Landschaft, bildete Hügel und spülte Senken aus, welche noch lange Tümpel und Teiche bildeten. Als der Neckar endgültig seinen heutigenVerlauf nahm, entstand am Neckarbogen das Hochufer, auf dem jetzt die Siedlung liegt.
Vor etwa 5000 Jahren kamen hierher die ersten Menschen. Die dichten Wälder reichten damals bis an den Fluss. Hier legten die ersten Siedler mit ihren Einbäumen aus einem einzigen Baumstamm an und begannen den Ufer Wald zu roden. Das Gesträuch und Geäst wurde verbrannt und diente als natürlicher Dung für den zukünftigen Ackerboden. Hatten sie den nötigen Platz für die Siedlung geschaffen, dann begannen sie mit dem Bau von Hütten.
Um das leibliche Wohl brauchten sich diese Menschen keine Sorgen zu machen. In den Wäldern konnten sie jagen und mit ihren Einbäumen im Neckar fischen. An Haustieren hielten sie Ziegen, Schafe und Rinder. Pferde hat man damals als Haustier noch nicht gezähmt. Unter den Eichen fanden die Schweine reichlich Nahrung.
Besondere Bedeutung aber gewann das Terrain des Ochsenkopfes, als im 8. Jahrhundert fränkische Stämme in das Untere Neckarland kamen. Sie gründeten alle Dörfer um Heidelberg, die jetzt Stadtteile sind. Heidelberg selbst trat erst vierhundert Jahre später in die Geschichte ein. Unter diesen fränkischen Dorfgründungen waren auch die Orte Bergheim und Wieblingen, die demnach auf eine mehr als 1200jährige Geschichte zurückblicken. Von da an wurde der Grund des Ochsenkopfes dauernd bearbeitetes Bauernland und das blieb der Boden auch über das Mittelalter hinaus bis ins 20. Jahrhundert.
Das heutige Vereinshaus des Ortsteilvereins, das "Kelterhaus", diente tatsächlich zum Keltern der im Ochsenkopf angebauten Reben und des Mostobstes. Um Wein aus Trauben zu gewinnen war heir alles vorhanden. Es gab eine Obstmühle, eine Traubenmühle zwei Spindelkeltern und einige Holzbottiche. Viele Liter Wein und Most wurden gekeltert und die „Selbstversorger“ waren froh ein gutes Getränk in den Keller zu bekommen.
Aber die Zeiten änderten sich. Mit dem Aufkommen der Getränkemärkte, andere Nutzung der Gärten und vielen anderenVeränderungen ließ das Keltern immer mehr nach. Anfang der siebziger Jahre wurde dann der Kelterbetrieb ganz eingestellt.
Noch heute erinnern zwei teilrestaurierte Spindelkeltern vor dem Vereinshaus und dem auf dem Vorplatz an die damalige Zeit.