Wiener Apfelstrudel
Ich möchte Euch eine der beliebtesten Süßspeisen Österreichs näherbringen. Und zwar den Apfelstrudel.
Zur Zubereitung wird vor allem sogenannter Strudelteig, aber auch Blätterteig verwendet.
Ein aus Strudelteig zubereiteter Apfelstrudel wird, vor allem, wenn der Teig manuell zu einem Teigblatt ausgezogen wurde, „ausgezogener Apfelstrudel“ genannt.
Diese Variante ist in Österreich und anderen Gebieten der ehemaligen K.u.K. Donaumonarchie eine traditionelle Mehlspeise und ein Nationalgericht.
Geschichte
Vermutlich liegt der Ursprung des Strudelteiges in Arabien, von wo aus er über Ägypten, Palästina und Syrien bis in die Türkei gebracht wurde.
Von dort aus gelangte das Rezept nach der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453, möglicherweise aus der türkischen Baklava oder einem gefüllten Fladenbrot weiterentwickelt, über den Balkan nach Wien.
Dabei diente die Speise als Marschverpflegung, da sie lange haltbar war.
Zu Zeiten der Donaumonarchie kam der Apfelstrudel (ungarisch: Almás rétes) aus Ungarn nach Wien.
Während der Türkenbelagerungen im 16. und 17. Jahrhundert erlernten die Ungarn die Zubereitung des hauchdünnen, von Hand gezogenen Teigs
Äpfel
Der Apfel gehört zur Familie des Kernobstes und wächst (in der Regel) an einem Apfelbaum.
Wenn ein Apfel reif ist, hat er eine Größe von etwa 8 bis 12 cm.
In unsere Gefilde gelangte der Apfel durch die Römer, welche bereits mehr als 22 Sorten kannten.
Ein Obstbaumverzeichnis aus dem Jahre 813 zeigt, dass Karl der Große auf seinen Gütern mit Vorliebe Apfelbäume anpflanzen ließ.
Es sind zigtausend Apfelsorten bekannt, die sich durch ihre Konsistenz, Farbe und Geschmack unterscheiden.
Jede der bekanntesten Sorten hat ihre ganz eigenen Stärken, die sie in verschiedenen Gerichten ausspielen kann.
Um 1880 waren mehr als 20.000 Apfelsorten weltweit in Kultur.
Im Gartenhandel und bei Direktvermarktern sind derzeit nur noch etwa 30 bis 40 Sorten erhältlich – Tendenz sinkend. In den Auslagen der Supermärkte schrumpft
das Angebot sogar auf fünf bis sechs globale Apfelsorten zusammen. Neben der Vielfalt des Angebotes gehen zunehmend auch innere Qualitäten der Sorten
verloren. Neuerdings spricht man auch von Markenäpfeln, sogenannten Clubsorten, wie zum Beispiel „Pink Lady“, die nur in Lizenz verkauft werden dürfen.
Äpfel sind nicht nur außerordentlich vitaminreich, sondern können in der Küche auch extrem vielseitig eingesetzt werden.
Hiersind nur ein paar ausgewählte Namen aus der Familie der Apfelsorten:
Boskop: Sehr säuerlich, roh für Süßverwöhnte fast schon eine Überwindung. Seine Bestimmung ist jedoch der Strudel!
Cox Orange: Würzig süß mit feiner Säure, roh ein Genuss - im Kuchen und Strudel erste Wahl (braucht kaum Zucker).
Elstar: Süß mit zarter, erfrischender Säure. Ein Apferl mit Charakter, macht auch im Kuchen und Strudel Freude.
Gravensteiner, Berlepsch, alle Renetten-Arten, Maschansker: ebenfalls sehr gute Apfelsorten für die Strudelzubereitung, weil sie säuerlich und aromatisch sind.
Ein Strudelapfel sollte groß sein (Schälarbeit!), säuerlich und nicht überreif.
Eher weniger für den Strudel zu gebrauchen sind zum Beispiel
Gala: sehr süß, kaum Säure, schmeckt als Frischobst
Golden Delicious: fad, süß, irgendwie leblos
Jonagold: würzig-süß, ein g’schmackiger Jausenapfel. Ist für Strudel und Kuchen eine absolute Fehlbesetzung.
So Jetzt zu den Fragen
Wandle die Buchstaben nach dem üblichen Schema a=1, b=2, c=3, … in Zahlen um und bilde deren Summe
A: In welchem Jahr wurde der Apfelstrudel erstmals schriftlich erwähnt (Zahlensumme).
B: Lateinischer Name für die Gattung Äpfel
C: Woraus entsteht das Fleischige Gewebe das als Frucht bezeichnet wird
D: Wie bezeichnet man in Österreich für den Apfelstrudel geeignete säuerliche Apfelsorten die auf Wochenmärkten Angeboten werden.
E: Die deutsche Redewendung sich die Rosinen (aus dem Kuchen) picken bedeutet „sich die besten Teile nehmen und die weniger guten Teile den anderen überlassen. Wie lautet in Österreich das Wort das das gleiche bedeutet.
So jetzt auf zum Cache
N47 51.290 + a + b + c
E016 22.038 - d - e
Was wäre ein Rätsel über Apfelstrudel ohne eine kleine Belohnung, die selber zubereitet, ja immer noch am besten schmeckt…
Original Wiener Apfelstrudel Rezept
Strudelteig
250g Mehl Type 700 glatt, 2g Salz, 50g Eier, 100g lauwarmes Wasser, 20g Öl.
Alle Zutaten zu einem weichen Teig kneten, bis sich der Teig von den Händen und vom Tisch löst. Den Teig zu einer Kugel formen, mit Öl bestreichen und 20 bis 30 Minuten rasten lassen. Den Teig auf einem bemehlten Tuch rechteckig ausrollen, mit den Handrücken hauchdünn ausziehen und mit Butter bestreichen.
Butterbrösel
100g Semmelbrösel, 50g Butter.
Butter in der Pfanne erhitzen, die Semmelbrösel beimengen und goldbraun rösten.
Zimtzucker
140g Feinkristallzucker, 10g Zimt.
Die Zutaten trocken vermengen.
Fülle
150g Butterbrösel, 150g Zimtzucker, 170g Rosinen, 10g Zitronensaft, ca.1kg saure Äpfel geschält, entkernt und in Scheiben geschnitten, ein Schuss Rum.
Alle Zutaten gut vermengen.
Anleitung
Den ausgezogenen Teig mit der Fülle bestreuen, dicke Ränder wegschneiden und mit dem Tuch vorsichtig einrollen. Den Strudel auf ein mit Butter bestrichenes Backblech rollen und bei ca. 190° C goldbraun backen.
Tipp
Nach dem Backen den Strudel sofort mit heißer Butter bestreichen.