„Fürwahr, wäre die Kunde von diesem merkwürdigen Flek Erde über den Kreis der dortigen Hirten hinaus gedrungen, Naturforscher wie Touristen würden schon längst Walfahrten dahin veranstalten.“
(Josef Wessely, 1873)
Entstehung
Die Sandberge Oberweidens sind ein kleiner Rest der ehemals großflächigen Sanddünen im Osten Niederösterreichs. Das Gebiet besteht aus pleistozänem Flugsand und gehört geologisch gesehen zur Gänserndorfer Terrasse.
Nach der letzten Eiszeit war das Gebiet zwischen March und Donau nur spärlich bewaldet. Der Wechsel zwischen Trockenperioden und Überschwemmungen ließ breite Kies- und Sandbänke zurück, die dem Wind große Angriffsflächen boten. Dadurch wurden beträchtliche Mengen an Feinsediment aufgewirbelt und durch die Luft weitergetragen. So entstanden im Marchtal und im Marchfeld meterdicke Flugsanddecken und Binnendünen, die erst durch die Ansiedelung von Vegetation stabil wurden.
Als im Mittelalter viele Wälder gerodet und zu Ackerflächen umfunktioniert wurden, begannen die Dünen weiterzuwandern. Die Erosion brachte jedoch viele Probleme mit sich: Die Böden wurden ertragsärmer, da nährstoffreiche Teile verweht wurden, und in alten Texten wurde das Gebiet zwischen Oberweiden, Weikendorf und Obersiebebrunn sogar als Wüste bezeichnet.
Erst unter Maria Theresia begann man wieder damit, die Flugsande des Marchfelds zu stabilisieren. Später wurde vielerorts großräumig aufgeforstet und die Bewegungen eingedämmt. Die Sanddünen Oberweidens sollten als naturgeschützter Pionierstandort für sandaffine Pflanzen- und Tierarten erhalten bleiben.
Heute lassen sich geomorphologisch gesehen zwei verschiedene Phänomene unterschieden: einerseits die großflächige Ebene, andererseits der Dünenrücken. Offene Sandflächen kann man entlang eines oval verlaufenden Weges und außerdem vereinzelt an einigen wenigen anderen von Menschen verursachten Stellen.
Flora
Die Oberweidener Sandberge zählen zu den Trockenrasengebieten Österreichs. Die Pflanzen, die hier wachsen sind wahre Überlebenskünstler, da das Wasser und die Nährstoffe knapp und die Lebensumstände durch die Sonneneinstrahlung und den Wind hart sind. Um hier zu überleben, braucht es eine Strategie: Manche Gewächse schützen sich mittels dichter Behaarung, Rollblättern oder Wachsüberzügen gegen die Verdunstung. Andere verschieben ihre Wachstumsphasen in Zeiträume, in denen der Boden feuchter ist – sie reifen dann z. B. früher und überdauern den Sommer als Samen.
Da der Lebensraum Pionierfläche, wozu die Sanddünen gehören, stark zurückgedrängt wurde, gehören die Sandrasengewächse zu den bedrohtesten Arten Mitteleuropas. Alle Pflanzenarten des bewegten Sandes sind deshalb auf der Roten Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen als „vom Aussterben bedroht“ oder „stark gefährdet“ kategorisiert.
Fauna
Auch vielen tierischen Sandspezialisten bieten die Dünen einen idealen Lebensraum: Wildbienen, Weg- und Grabwespen findet man hier ebenso wie Zauneidechsen und Ziesel.
Den in den Sanddünen heimischen Tieren wird, wie auch den Pflanzen, hohe Anpassungsfähigkeit abverlangt. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann die Oberflächentemperatur bis zu 60° C erreichen und in der Nacht wieder stark abfallen. Viele Tiere ziehen sich daher in den Untergrund zurück, wo nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche konstantere Temperaturverhältnisse herrschen. Wildbienen und andere Insekten bauen ihre Behausungen in geringer Tiefe in den Sand, was klimatisch große Vorteile bringt, vom Energieaufwand jedoch trotzdem minimal ist, da Sand sich sogar für Kleinsttiere leicht bewegen lässt.
Pflege
Um die Artenvielfalt der Sanddünen zu erhalten, wird das Gebiet durch das LIFE-Projekt des Landes NÖ über EU-Förderungsmittel gepflegt. Die Ausbreitung der Waldfläche wurde zum Schutz der Sandflächen durch Entfernung von Baumgruppen und Einzelbäumen (vor allem auch nicht heimische Arten wie z.B. Götterbäume) verhindert, das Gebiet wird in zeitlich gestaffelten Abständen gemäht und um wieder Pionierstandorte zu schaffen, wird periodisch kleinräumig Boden abgetragen.
Zu den Fragen:
- Wie groß ist das Naturschutzgebiet der Sanddünen in Oberweiden in etwa?
- Wie hoch schätzt du die Dünen an ihrem höchsten Punkt?
- Stelle dich zu den Headerkoordinaten und beschreibe die Landschaft, die du siehst! In welcher Himmelsrichtung ist die Erhebung der Dünen am höchsten und aus welcher Richtung kam wohl der Wind? Wie passen deine Beobachtungen mit der Entstehungsgeschichte der Sandberge zusammen?
- Bei N48 16.842 E16 49.954 triffst du auf einen „Weg“. Hier kannst du am besten die Körnung des Sandes untersuchen. Beschreibe die Korngröße des Sandes, den du hier vorfindest. Nach DIN 4022 (Benennen und Beschreiben von Boden und Fels) gibt es folgende Unterteilungen: Grobsand (0,63 – 2 mm), Mittelsand (0,2 – 0,63 mm) und Feinsand (0,063-0,2 mm). Um welche Körnungsgröße handelt es sich hier? Was schließt du daraus?
- Über Fotos würde ich mich freuen, sie sind aber natürlich keine zwingende Logbedingung.
Bitte schick mir die Antworten über mein GC-Account! Du kannst danach gleich loggen, ich melde mich bei dir, falls etwas nicht stimmen sollte.
Happy caching!
Quellen:
www.naturland-noe.at/naturschutzgebiet-sandberge-oberweiden
austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Naturwissenschaften/Sandberge_von_Oberweiden
de.wikipedia.org/wiki/Naturschutzgebiet_Sandberge_Oberweiden