Deutsch
In Reiseberichten und Schriftstücken aus dem 14. und 15. Jahrhundert ist die Sprache von einem Dorf, das man sieben Kirchen nenne. Es handelt sich um das Dorf Mals zu den sieben Kirchen. Zur damaligen Zeit hatte das Dorf den Gerichtssitz inne und war ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum. Wenn Pilger auf ihrer Rückreise von Palästina den Vinschgau bereisten, erblickten sie das Dorf mit den sieben romanischen Türmen.
Heute sind nur mehr fünf der Kirchen erhalten, doch gibt es inzwischen auch neue. Dieser Multicache führt euch auf einer etwa 2km langen Rundwanderung zu den fünf verbliebenen Kirchen und zu drei weiteren Stationen. An jeder Stelle ist eine Frage zu beantworten, um anschließend den Final finden zu können.
Es sind zwei mögliche Parkplätze als Wegpunkte verzeichnet. Bei einem davon solltet ihr ohne Zeitbegrenzung kostenlos parken können. Die meisten Parkplätze im Dorf haben ein Limit von 90 Minuten. Ideal eignet sich der Cache für die Anreise per Bus oder auch Bahn. Der Weg vom Bahnhof ins Zentrum ist zwar steil, aber nicht lang.

Von links nach rechts die Türme der Kirchen: St. Johann, Maria Himmelfahrt, Fröhlichsburg, St. Martin und St. Benedikt.
A: St.-Benedikt-Kirche
Die Kirche zu St. Benedikt stammt aus dem ausgehenden 8. Jahrhundert und ist ein Dreiapsidensaal wie er typisch für Graubünden im Frühmittelalter war. Die ältesten erhaltenen Fresken stammen aus der Zeit um 800. Im Laufe der Jahre wurde die Kirche mehrmals modifiziert und erweitert (Auch um den Kirchturm. Zwischendurch wurde sie sogar als Tischlerwerkstatt, Stall und Soldatenquartier verwendet.) und ist heute die bedeutendenste, weil älteste, von Mals.
A: Welche Innenmaße hatte der ursprüngliche Rechtecksaal? Berechne die Fläche (Länge mal Breite) und multipliziere sie mit 10.
A alternative: In welchem Jahr "schien das Gebäude arg in Mitleidenschaft gezogen"? Subtrahiere 1142.
B: St.-Martins-Kirche
Im alten Westteil von Mals liegt neben der Kirche zu St.Benedikt auch die St.-Martins-Kirche, deren Mittelteil und Turm aus dem 12. Jahrhundert stammen. Ursprünglich gehörte die Kirche zu einem Gut im Besitz eines schwäbischen Klosters und wechselte später in den Besitz des Zisterzienserklosters Stams im Unterinntal. Die Kirche besaß eigene Pfarrrechte was auf eine kirchliche Eigenständigkeit des westlichen Ortsteils schließen lässt. Über die Jahrhunderte sind die Ortskerne schließlich zur geschlossenen Ortschaft Mals zusammengewachsen.
B: Wie viele Enden hat das Symbol oberhalb des Kirchenportals? (Tipp: größer 10)
C: St.-Johann-Kirche
Eine weitere Keimzelle des Dorfes am südlichen Ortsausgang bildet die St.-Johann-Kirche, von der heute nur mehr der Turm erhalten ist, zusammen mit der Fröhlichsburg. Sie war im 12. Jahrhundert eines der bedeutendsten Gotteshäuser des Obervinschgaus und grenzte an den Karthonhof, der noch im 10. Jahrhundert ein wirtschaftliches Zentrum der Gegend gewesen sein dürfte. Im Franzosenkrieg 1799 wurde die Kirche geplündert und in Brand gesetzt - nur der Turm hielt Stand. Später errichtete man das Frühmesswidum direkt am Turm, das bis Anfang der siebziger Jahre bewohnt blieb.
C: Wie viele Säulen befinden sich in den Fensteröffnungen des Turms?
D: Pfarrkirche Maria Himmelfahrt
Die erste Nennung der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt stammt aus dem Jahre 1292, einer Zeit in der die St.-Martins-Kirche noch getrennte Pfarrrechte besaß. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche umgebaut und wohl auch gotisiert, 1530 wurde ihr romanischer Turm, der wahrscheinlich ähnlich jenen der anderen romanischen Malser Kirchen war, zum heutigen Kirchturm im gotischen Stil ausgebaut. Von 1835 bis 1838 wurde die Pfarrkirche Richtung Westen erweitert. Das nötige Baumaterial stammte von der Abtragung einer hohen Mauer von der Ruine der naheliegenden Fröhlichsburg.
D: Wie viele mit Relief versehene Steine rahmen das Hauptportal (Westen) ein? (Die Steine am Boden zählen nicht. Gerade Zahl)
E: St.-Michaels-Kirche
Am Friedhof der Pfarrkirche liegt die aus Kirche und Krypta bestehende und ins Mittelalter zu datierende St.-Michaels-Kirche. Der spätgotische Bau wurde 1509 eingeweiht und steht auf den Fundamenten einer romanischen Kirche, die vermutlich einem Brand im Jahre 1499 zum Opfer gefallen ist. Die vor einigen Jahren renovierte Krypta beherbergt inzwischen einige besonders schöne Grabsteine aus dem Friedhof. Im Sommer fanden zuletzt in der Kirche manchmal evangelische Messen für Besucher statt.
E: In welchem Jahr ist Hochwürden Joseph Anton von Scarpatetti dem Herrn entschlafen?

Von links nach rechts: Kirche Maria Himmelfahrt, Fröhlichsburg, St.-Johann-Kirche. Quelle: Wikipedia
Die Öffnungen im roten Umkreis sind bei Frage F gesucht.
St.-Jakobs- und St.-Nikolaus-Kirche
Die St.-Jakobs-Kirche am südöstlichen Ortseingang von Mals scheint erstmals als St.-Viktorianus-Kirche, ihrem ursprünglichen Namen, im Jahre 1170 auf und besaß einen eigenen Friedhof. Nebenan wurde nach langjährigem Einsatz der Bevölkerung im 16. Jahrhundert ein Spital errichtet. Die Kirche fiel über die Jahre ihrem schlechten Zustand zum Opfer. Das Kirchenschiff stürzte Anfang des 18. Jahrhunderts ein, der romanische Turm 1862.
Fast gleichzeitig musst auch eine weitere jahrhundertealte Malser Kirche weichen: Das kleine Kirchlein zu St. Nikolaus befand sich mindestens seit der Mitte des 15. Jahrhunderts unmittelbar unterhalb der St.-Jakobs-Kirche. Es wurde gegen Ende hin als Gemeindemagazin verwendet und schließlich zur Verbreiterung der Gemeindestraße abgetragen.
Die sieben genannten Kirchen boten mit ihren Kirchtürmen den Anblick, der dem Dorf Mals unter Reisenden den Beinahmen Siebenkirchen oder Die Siebentürmige einbrachte. Da die St.-Michael-Kirche keinen eingenen Turm besitzt wurde wohl der Bergfried der Fröhlichsburg als siebter Turm gezählt.
F: Ruine Fröhlichsburg
Der 33m hohe Bergfried der Ruine Fröhlichsburg ist, zusammen mit einigen noch nicht abgetragenen Mauern, das letzte Zeugnis einer im 12. oder 13. Jahrhundert durch die Herren von Mals (Matsch) errichteten Burganlage. Sie war auch Gerichtssitz und wechselte Ende des 16. Jahrhunderts in den Besitz der Herren von Fröhlich. 2004 wurde der Turm restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
F: Wie viele rechteckige Öffnungen auf der selben, etwa halben, Höhe besitzt der Turm? (Siehe den roten Rahmen im zweiten Bild! Tipp: größer 20, gerade)
G: Kapuzinerkirche
Nachdem sich die Malser im 17. Jahrhundert jahrzehntelang um die Ansiedlung der Kapuziner bemüht hatten, wurden das Kapuzinerhospiz samt Kloster und Kirche Ende des Jahrhunderts gegründet und eingeweiht. Die meist drei oder vier Ordensleute engagierten sich mit großem Einsatz in der Seelsorge. 1991 wurde das Kloster wegen Personalmangels geschlossen. An dessen Stelle baute man das heutige Altersheim, das direkten Zugang zur verbliebenen Kapuzinerkirche hat.
G: Wie wievie Granitblöcke befinden sich rund um den Brunnen?
H: Vierzehn-Nothelfer-Kirche
Der Legende nach soll 1716 ein von österreichischen Truppen mitgeführter, zum Tode verurteilter, Soldat an einer kleinen Kapelle gebetet haben, woraufhin ihm die Fesseln abfielen. An der Stelle dieser Kapelle wurde 1720 auf ovalem Grundriss die Dreifaltigkeitskirche bzw. Vierzehn-Nothelfer-Kirche errichtet. Durch die Stiftung eines Kaufmanns, die auch ein Widum in der Florastraße 30 beinhaltete, wurde über 200 Jahre lang in der Kirche für dessen Familie und Freunde mehrmals wöchentlich eine Messe gelesen.
H: In welchem Jahr wurde der hier ruhende flammende Patriot von den Franzosen erschossen?
Final
Nun, da ihr alle Stationen besucht habt, könnt ihr mit den Zahlen A bis H die Position des Finals berechnen und eventuell mit dem
Geochecker prüfen (im Großteil des Dorfes gibt es kostenloses WLAN).
N 46° 41.(A-B-C-D-E-F-G+H-33)
E 010° 32.(A+B+C+D+E+F+G-H+24)
Quellen:
Mercedes Blaas, Siebenkirchen, Geschichte der Pfarre Mals, Tappeiner Verlag; Wikipedia; Weisses Kreuz
English
In travelling reports from the 14th and 15th century a village with seven churches is mentioned. Mals to the seven churches is the one they where talking of since at those times the village with its seven towers was an important economical and spiritual center.
To this day only five of the seven towers still exist. But in the meantime new churches have been built. This multi cache guides you through the village of Mals on an approx. 2km long track to eight stations. At each of them a question has to be answered to get to the final.
Two waypoints show possible and free parking spaces. One of them should have no time limit while many parking lots will allow only for max. 90 minutes of parking. The smarter option is to take the bus or train. The way from the train station to the center is steep but not far.

From left to right the churches: St. Johann, Maria Himmelfahrt, Fröhlichsburg, St. Martin und St. Benedikt.
A: St. Benedikt Church
The church to St. Benedikt was build in the end of the 8th century in a way typical for Graubünden. The oldest still existing frescos are nearly as old and the church thus is the most important one of Mals.
A: What were the inner dimensions of the original church? Look for a sign with mit einem Innenmaß von ... and multiply the area (length times width) with 10.
A alternative: Which year is mentioned where the church was in really bad shape? Look for XXXX in the sentence "Im Jahr XXXX schien das Gebäude arg in Mitleidenschaft gezogen" and subtract 1142 from the year.
B: St. Martin Church
In the old west part of Mals there is also St. Martin Church that was build in the 12th century. The parts then joined over the centuries into the village as we know it today.
B: How many ends has the symbol over the main door of the church? (hint: greater 10)
C: St. Johann Church
Another part of the village lies in the south with the St. Johann church of which only the tower exists today. It was one of the most important churches of the 12th century and has been burned down in 1799 during the french war.
C: How many columns are there in the window openings of the tower?
D: Main Church Maria Himmelfahrt
Today's main church Maria Himmelfahrt was first mentioned in 1292 - a time when St. Martin church still had its own parish rights. The old romanic tower has been increased in 1530 to the gothic one still standing today and the church has been expanded to the west using stones from the nearby ruin of Fröhlich castle.
D: How many stones with reliefs (so except the ones on the floor) enframe the main church's door (west side)? (hint: even number)
E: St. Michael Church
On the cementery of the main church lies also the small church to St. Michael. In was built on the foundations of an old romantic church that probably burned down in 1499 and has been used in recent years for the protestant mass.
E: In which year did Joseph Anton von Scarpatetti die? (hint: search for 'im Herrn entschlafen ist')

From left to right: Church Maria Himmelfahrt, Fröhlich Castle, St. Johann Church. Source: Wikipedia
The openings in the red area are the ones question F asks for.
St. Jakob and St. Nikolaus Church
The church to St. Jakob at the village's southeast was first mentioned in 1170 as St. Viktorianus church and collapsed in the 19th century due to its bad state.
Also in the 19th century the small chapel to St. Nikolaus build in the 15th century was taken down to broaden the road.
These seven churches were the ones that gave the village its nickname seven churches. Since the church St. Michael has no tower it probably was the tower of Fröhlich castle together with the six other ones that led to another nickname: seven towers.
F: Ruin of Fröhlich Castle
The 33m high castle keep of ruin Fröhlich castle is, together with some small walls, the last remainder of the castle from the 12th or 13th century. The tower was renovated in 2004 and is accessible to the public.
F: How many rectangular openings does the tower have (all in one row) at approx. half of its height? (See the red area in the second picture! It's an even number bigger than 20.)
G: Kapuziner Church
After many efforts of the villagers, in the 17th century a monastery of the Kapuziner was built in Mals together with a church. Due to a shortage of manpower the monastery made place to a retirement home and only the Kapuziner church is left nowadays.
G: How many granite blocks are placed around the fountain?
H: Fourteen Holy Helpers' Church
According to a legend a small wonder happened at the place of an old chapel. Because of this the chapel was replaced by the Fourteen Holy Helpers' church in 1720.
H: In which year was the patriot shot down by french forces? (hint: search for 'am ... von den freindlichen Franzosen erschossen.')
Final
Now that you have visited all the stages, you may calculate the final's coordinate using the numbers A to H and check the resulting using
the geochecker (there is free WiFi in good part of the village).
N 46° 41.(A-B-C-D-E-F-G+H-33)
E 010° 32.(A+B+C+D+E+F+G-H+24)
Sources:
Mercedes Blaas, Siebenkirchen, Geschichte der Pfarre Mals, Tappeiner Verlag; Wikipedia; Weisses Kreuz