Der Glaube an die Kräfte der Natur erklärt vielleicht, dass wir heutzutage wieder vermehrt zu besonderen Anlässen, wie Geburt, Hochzeit oder sogar Begräbnis einen Baum pflanzen - und dies mit einer kleinen andächtigen Zeremonie begleiten. Sie waren schon immer Treffpunkt und Zufluchtsort der Verliebten. Unter der schützenden Krone ihres “Liebesbaumes” trafen sich die Liebenden, um ihre Liebe zu besiegeln oder um sich ewige Treue zu schwören. Ihrem Liebesbaum vertrauten sie auch ihr Geheimnis an, indem sie ihre Namen in seine Rinde ritzten und wollten somit ihren Bund mit der Kraft des Baumes dauerhaft machen. Der Baum steht für Entwicklung und Wachstum, ebenso für Starrheit und Unbeweglichkeit. Der Baum wirkt sehr oft mysteriös und wird oft deshalb mit unserem Unbewusstsein verglichen. Verfügen Bäume über Magie und Zauber? Bäume strahlen Stärke aus. Sie verkörpern Widerstandskraft und Harmonie. Einige Bäume sollen über Heilkräfte verfügen. Andere eignen sich für Meditationszwecke. Der Baum ist das Leben. Der Baum brachte das Feuer hervor. Er spendet uns Schatten an sehr warmen Sommertagen. Der Baum schenkt zahlreichen Nagern, Vögel und Insekten, ein Zuhause. Der Baum stand früher als Vermittler zwischen Erde und Himmel.
Mit ihren Blättern und Nadeln wirken die Bäume der Wälder und Parks wie riesige Filter. 1 Hektar Buchenwald kann jährlich rund 70 Tonnen, 1 Hektar Fichtenwald etwa 30 Tonnen Staub aus der Luft herausfiltern. Außerdem produzieren Bäume wie alle grünen Pflanzen Sauerstoff. Die Funktion von Wäldern und Parks als "Grüne Lunge" ist deshalb besonders in der Nähe von Städten und Ballungsgebieten (lebens)wichtig.
In den Blättern der Bäume läuft die so genannte Photosynthese ab. Der grüne Farbstoff der Blätter, das so genannte Chlorophyll, ermöglicht es den Blättern aus dem Kohlendioxid der Luft und Wasser Nährstoffe aufzubauen. Die nötige Energie kommt dabei von der Sonne. Bei den biochemischen Prozessen der Photosynthese setzt ein Baum Sauerstoff frei - den wiederum die Menschen und Tiere zum Atmen benötigen. Eine 100jährige Buche setzt pro Stunde etwa 1,7 Kilogramm Sauerstoff frei. Das entspricht etwa der Menge, die fünfzig Menschen in einer Stunde zum Atmen benötigen. Ohne Bäume hätten wir dank der Luftverschmutzung, der Verkehrsabgase, der Wärme- und Industrieabgase kaum mehr Sauerstoff zum Atmen. Unsere Luft wäre vollkommen verschmutzt. Die Wälder und Bäume reinigen sozusagen unsere Luft und filtern für uns schädliche Partikel heraus.
Die Bäume und der Wald
waren das höchste Geschenk,
das die Erde dem Menschen bot.
Plinius der Ältere