Die Wümme
Die 118 km lange Wümme entspringt in der Lüneburger Heide am Wilseder Berg und fließt von dort über Rotenburg und Fischerhude nach Bremen. Im Bremer Becken (zwischen Lilienthal und Ritterhude) windet sich die untere Wümme auf einer Länge von ca. 20 km in Form großer Schleifen (Mäander) bis zu ihrem Zusammenfluss mit der Hamme und der Lesum zwischen zwei Deichen, die im 12. Jahrhundert von holländischen Siedlern angelegt wurden. Unterhalb des letzten Wehres in Bremen-Borgfeld ist die untere Wümme von der Tide beeinflusst, jedoch verhindert seit 1974 das Lesum-Sperrwerk bedrohliche Hochwasser durch Sturmfluten. Der Tidenbereich des Flusses ist schiffbar, wird aber fast nur noch von Sportbooten befahren.
Das Gebiet zwischen den Deichen steht seit 1988 als NSG „Untere Wümme“ unter Naturschutz. Früher wurde das Außendeichsland („Groden“) landwirtschaftlich genutzt. Durch den Ausbau der Weser nahm der Tidehub der Wümme jedoch so stark zu, dass eine Nutzung als Wiese oder Weideland heute nicht mehr möglich ist. Der mäandrierende, gezeitenbeeinflusste Unterlauf der Wümme ist geprägt von weitläufigen Röhrichtgebieten und Weidenauwald sowie Süßwasserwatten. Den Tidensaum von Wümme und Lesum bedeckt eines der größten Schilfgebiete Nordwestdeutschlands.
The Wümme
The 118 km long river Wümme runs from its source at the Wilsede hill in theLuneburg Heath over Rotenburg and Fischerhude to Bremen. In the Bremen basin (between Lilienthal and Ritterhude) the Wümme floats on a lenght of 20 km in big loops (meander) between the dikes before it combines with the rivers Hamme and Lesum. Below the last embankment in Bremen-Borgfeld the lower Wümme is influenced by the tides, but the Lesum-flood barrier avoides dangerous floods since 1974. Although the tide influenced part of the Wümme is navigable, there are only small sport boats sailing on it.
The area between the dikes is protected as the nature reserve “Untere Wümme“ since 1988. In former times the land outside the dikes („Groden“) was used agricultural. Thanks tot he extension of the Weser the tidal range of the Wümme has increased, so that an agricultural use is impossible today. The meandering and tide influenced lower course of the Wümme is affected by cane brake areas, floodland forest and fresh water tidelands. On the foreshore of the Wümme and the Lesum grows one of the biggest reed area in northern Germany.
Mäander
Als Mäander bezeichnet man eine Abfolge von Flussschleifen, wie sie sich in Abschnitten mit geringem Sohlgefälle und gleichzeitig transportiertem Geschiebe (Sand, Kies, Steine) bildet. Im Allgemeinen treten Mäander daher in Flussunterläufen auf.
Durch kleine Unregelmäßigkeiten im Flussbett, z. B. verschieden harte Gesteine, Felsbrocken oder auch starker Pflanzenwuchs, wird der Stromstrich aus der Mitte zu einem Ufer abgelenkt. Das Wasser strömt verstärkt gegen ein Ufer und trägt dort Material ab (Bild 1). So entsteht ein Prallhang, der mit der Zeit immer weiter zurück weicht, bis sich schließlich eine Kurve ausbildet. Auf der gegenüberliegenden Seite entsteht ein Gleithang. Dort ist die Fließgeschwindigkeit des Wassers geringer so dass sich Material in Form von Sedimenten absetzen kann. Durch diesen Abtrag kommt es irgendwann dazu, dass sich zwei Flussschleifen berühren und das nächste Hochwasser bricht so eine Schleife durch. So entsteht ein sogenannter Altarm.

Bild 1: schematisches Modell eines mäandrierenden Flusses / figure 1: model of a meandering river
Das Ausmaß einer Mäandrierung kann über den Mäanderradius sowie die Mäanderamplitude und -wellenlänge beschrieben werden (Bild 2). Die Mäanderamplitude ist die Distanz zwischen zwei gegenüberliegenden Mäandern, die Mäanderwellenlänge der mittlere Abstand zwischen zwei gleichsinnigen Krümmungen. Die Ausprägung der Mäandrierung ist abhängig von der Abflussmenge bei ufervollem Abfluss, der Menge und der Korngrössenverteilung der Flussfracht und dem Sohlengefälle.

Bild 2: Mäanderamplitude und Mäanderwellenlänge / figure 2: meander amlitude and meander wavelenght
Meander
A sequence of sinuosity, which can often be found in lower river courses, is called meander. By small irritations like rocks of a different hardness or plants the current thread is lead from the middle oft he river to a riverside. The water flows harder against the bank and washes out shore material and forms an erosion bank (figure 1). On the opposite side, where the current velocity is lower, a slip-off slope is formed. The transported material drops off there in form of sediments. As the erosion goes on, it may happen that two loops touch each other. This is how a so called cutoff is formed.
The dimension of the meander can be described by the meander radius, the meander amplitude and the meander wavelenght (figure 2). The meander amplitude is the distance between two opposite meanders and the meander wavelenght is the distance between two concordant curves. The characteristic of the meander depends on the flow, the quantity and grain size of the transported material and on the gradient in the river bed.
Süßwasserwatt
Ein Süßwasserwatt ist ein durch Einfluss der Tide bei Ebbe trockenfallender Gewässerboden eines Tideflusses. Ähnlich wie im Wattenmeer zeigen auch Süßwasserwatten eine geologische und biologische Zonierung. Die Tier- und Pflanzenarten sind jedoch vielfach andere. So befinden sich in der oberen Zone von Süßwasserwatten vor allem Schilf- und Binsenriede. Süßwasserwatten zählen zu den produktionsbiologisch aktivsten Ökosystemen und haben großen Anteil an der Selbstreinigungskraft von Flüssen. Sie sind in der Regel sehr reich an Nährstoffen und Tieren und stellen wichtige Kinderstuben für Fische sowie Rastplätze für Vögel dar. Durch Eindeichungen ist der Bestand an Süßwasserwatten in den letzten 100 Jahren stark zurückgegangen. Im NSG Untere Wümme gibt es etwa 104 ha bei Ebbe frei fallendes Süßwasserwatt (Bild 3).

Bild 3: Süßwasserwatt der unteren Wümme bei Niedrigwasser (Quelle: Wikipedia) / figure 3: fresh water tideland of the lower Wümme (source: Wikipedia)
Fresh water tideland
A fresh water tideland is an area of the river bed of a fresh water river, which runs dry during low tide. Similar to the Wadden Sea fresh water tidelands have a geological and biological zonation. But the animal and plant species are completely different. Fresh water tidelands belong to the most active biological ecosystems and have a big part in the natural purification of rivers. Normally, they are rich in nutrients and animals and they are an important breeding area for fishes and birds. Because of dike building the amount of fresh water tidelands has decreased during the last 100 years. The nature reserve „Untere Wümme“ has still about 104 ha fresh water tidelands which run dry during low tide (figure 3).
Brack
Als Brack (in südlicheren Regionen auch Kolk genannt) bezeichnet man eine tiefe Auskolkung, die durch einen Deichbruch infolge einer Sturmflut entstanden ist. Das bei einem Deichbruch einbrechende Wasser hatte tiefe und großflächige Löcher gespült, die in früheren Zeiten wegen des hohen Aufwandes nicht aufgefüllt wurden. Häufig sind Bracks kreisrund. Durch die Auskolkung während der Entstehung können Bracks mehrere Meter tief sein. Auch durch eine Unter- oder eine Überspülung des Deiches bei Überflutung kann durch die Wasserkräfte so viel Boden abgetragen werden, dass eine Auskolkung entsteht. Da das Wasser von Bracks, die an der Nordsee oder im Mündungsbereich der Tideflüsse entstanden sind, salzhaltig ist, durch Regen und Grundwasser aber aussüßt, wurde dafür der Name Brackwasser geprägt. Bracks kommen nicht nur am Meer vor, sondern auch im oberen Tidegebiet von Tideflüssen. Im Bereich der unteren Wümme liegen binnendeichs mehrere dieser teichartigen Gewässer. Entstanden sind sie bei Deichbrüchen zwischen dem 14. Und 18. Jahrhundert.
Bei der Auskolkung (Evorsion) handelt es sich um einen Vorgang der fluvialen Erosion, der durch auf der Stelle rotierende Wasserwalzen verursacht wird (Bild 4). Durch die permanent erhöhte Strömungsgeschwindigkeit im Kolk erfolgt nicht nur ein verstärkter, lokaler Materialabtransport, auch kreisförmig umher gewirbelte Gerölle unterstützen die Erosions- und Abrasionsprozesse. Daher können Kolke, vergleichbar mit Gletschermühlen, auch in Gewässerabschnitten entstehen, in denen das Festgestein die Gewässersohle bildet.

Bild 4: Entstehung eines Bracks / figure 4: forming process of a pothole
Pothole
A pothole is a deep underwashing which results from a crevasse during a stormflood. The incoming water washed deep and extensive holes in the ground, which were not filled up in former times because of the high cost. Potholes are normally circular. By the underwashing during their formation potholes can be a few meters deep. Potholes can develop as well by an under or overfloating of a dike. Since the water of potholes near the North Sea and in the mouth area oft he tide rivers has a higher salinity than fresh water the name brackish water was created. These potholes are not only situated near the sea. The lower Wümme has a few of this potholes which look like ponds. They were all formed by crevasses between the 14th and the 18th century.
The underwashing (pothole erosion) is a fluvial cycle of erosion, which is caused by instantly rotating water (figure 4). By the permanent increased fluid velocity in the pothole the local transport of material is increased as well as circular twirled rocks support the erosion process. This is why potholes can also be formed in areas where the river bed consists of solid rocks.
Um diesen Earthcache zu loggen, sind folgende Aufgaben zu erfüllen:
- Am deutlichsten ist die Mäandrierung der unteren Wümme aus der Luft zu erkennen, aber auch auf dem Weg entlang des Wümmedeiches sind die Schleifen gut zu erkennen. Versuche die Mäanderamplitude und die Mäanderwellenlänge zwischen dem Start in Dammsiel und WP 1 zu bestimmen.
- Wodurch wird die Bildung der Mäander im Bereich der unteren Wümme besonders begünstigt?
- An WP 1 kannst du bei Niedrigwasser (Gezeitenkalender) eine große Fläche des Wümmewatts sehen. Nimm dort ein Foto von dir (oder deinem GPS-Gerät) mit der Wattfläche im Hintergrund auf und lade es mit deinem Log hoch(freiwillig).
- Von den ehemals 20 Bracks sind inzwischen nur noch 8 vorhanden. Der Rest wurde entweder zugeschüttet oder ist auf natürlichem Weg verlandet. Auf dem Wem Weg von WP 2 zu WP 3 kann man heute noch 4-5 unterschiedlich große Bracks sehen. Betrachte und vergleiche sie. Haben sie alle die beschriebene, typische Grundrissform oder gibt es Unterschiede?
- Kannst du einen Zusammenhang zwischen der Lage der Bracks und dem Lauf der Wümme erkennen? In welchen Bereichen bilden sich die Bracks bevorzugt aus und warum?
Sende uns die Antworten über das Kontaktformular oder das Message-Center zu. Du kannst anschließend sofort loggen. Wenn etwas nicht stimmt, melden wir uns bei dir.
To claim this cache as a find, you have to answer the following questions:
- The meanders of the lower Wümme can be seen best in the bird-eye-view. But the can also be observed from the Wümme dike. Try to find out the meander amplitude and the meander wavelenght between the coordinates in Dammsiel and WP 1.
- What benefits the forming of meanders in the lower course of the Wümme?
- At low tide (tide timetable) you can see a big area of fresh water tideland at WP 1. Take a picture of you (or your GPS) in front of the fresh water tideland and add it to your log entry (not required).
- Of the former 20 potholes there are only 8 left. The others were filled up or are naturally ran dry. On your way from WP 2 to WP 3 you will pass 4-5 potholes of different size. Look at them and make a comparison. Do they all have the described typical form or are there differences?
- Can you see a relationship between the location of the potholes and the course of the river? Where are the potholes situated and why is it so?
Please send the answers to us via email or the message center. You are allowed to log after doing so. In case that your answers are wrong, we will contact you.
Quellen/Literature:
- Wikipedia
- GeoLexikon geodz.com
- Broschüre „Naturschutzgebiet Untere Wümme“, Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz