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Geotop 2015: Die Zittenfelder Quelle EarthCache

Hidden : 10/1/2015
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:



Eine sagenumwobene Schichtquelle im Buntsandstein.

 


Etwas zur Sage:

 

Siegfried, der Held der Nibelungensage, war eigentlich unverwundbar,wäre da nicht ein Lindenblatt auf seinem Rücken gewesen, als er im Drachenblut badete.

Nur wer diese empfindliche Stelle zwischen seinen Schulterblättern kannte, konnte ihn töten. Hagen von Tronje, der von Königin Brünhild den Befehl hatte, Siegfried zu ermorden, bekam von Kriemhild durch eine List den entscheidenden Hinweis.


Ort des heimtückischen Mordes war die Siegfriedsquelle im Odenwald. Laut Nibelungenlied handelt es sich um eine Quelle, die direkt aus dem Berg kommt, mit benachbarter Blumenwiese und Linde.

Da anhand der sehr allgemeinen Beschreibung einen nähere Lokalisierung nicht möglich ist, erhebt eine ganze Reihe von Quellen im Odenwald den Anspruch, "die" Siegfriedsquelle zu sein.

Welche Quelle es auch immer gewesen sein mag, die Zittenfelder Quelle ist der östlichste und zugleich am idyllischsten gelegene Ort unter allen Kandidaten.

 


Und nun zur Schichtquelle im Buntsandstein


Die Zittenfelder Quelle stellt eine besonders spektakulär ausgeprägte Schichtquelle in den Ablagerungen des Buntsandsteins dar. Dessen Entstehung geht auf das Erdmittelalter zurück.

Zu jener Zeit war unsere Region Teil eines großen, trockenen Inlandsbeckens, das sich im Inneren des Großkontinenten Pangaea erstreckte. Dieses wurde zeitweise von weitverzweigten Fluss-Systemen durchzogen, die große Mengen an Sand mit sich führten, der in Form von Rinnenfüllungen und Sandbänken abgelagert wurde. Tone hingegen setzten sich im Überflutungsbereich ab.
Kam die Wasserzufuhr klimabedingt zeitweilig zum Erliegen, trocknete die Flusslandschaft aus und hinterließ teils mächtige Tonlagen. Infolge von zeitweise auftretenden Starkregen konnte es auch zu katastrophalen Überschwemmungen kommen, bei denen innerhalb kurzer Zeit große Mengen an Material abgelagert wurden.


Der Weg vom Sand zum Stein
Die abgelagerten Sand- und Tonschichten erreichten immer größere Mächtigkeiten und gelangten im Verlauf der Jahrmillionen in tiefere Erdschichten, wo sie unter dem Einfluss von Druck und Temperatur langsam umgewandelt wurden. Dabei erfuhren die Sande neben der Kompaktion auch eine Verfestigung durch Quarz-, Ton- oder Kalkausfällungen, sodass zwischen den Körnern noch Porenraum erhalten blieb und Wasser zirkulieren konnte.
Die feinkörnigen Tonlagen hingegen wurden so stark kompaktiert, dass kein Porenraum für eine Wasserzirkulation mehr vorhanden war. So entstanden aus lockeren Ablagerungen feste Gesteine.

Der Buntsandstein, der aus Wechsellagerungen von Sand- und Tonsteinen besteht, erreicht im Odenwald Mächtigkeiten von bis zu 600m. Die Zittenfelder Quelle befindet sich im Bereich des Mittleren Hauptbuntsandsteins (grüner Punkt auf der Karte):



Wasser aus dem Berg - wie eine Schichtquelle entsteht
Wasser fließt in Bächen und Flüssen - aber aller Anfang ist eine Quelle. Diese kann aus einem Quelltopf im Tal sprudeln - oder auch hoch oben direkt aus dem Berg kaskadenartig herabstürzen, wie es bei der Zittenfelder Quelle der Fall ist. Wie kommt das Wasser dorthin und welche Vorgänge steuern die Wasserzufuhr?
Während der Tertiärzeit vor etwa 50 Millionen Jahren begann die Hebung des Odenwaldes. Grund hierfür war der Einbruch des Oberrheingrabens im Westen. Dabei kam es zur Eintiefung von Bächen und Flüssen - die großen Täler wurden ausgebildet. Gleichzeitig entstanden Dehnungsklüfte, die das Gestein durchzogen und dafür sorgten, dass Oberflächenwasser bis in tiefere Schichten eindringen konnte. Dabei wirkten die porösen Sandsteine als Wasserspeicher, die undurchlässigen Tonsteine hingegen als Wasserstauer.
Werden diese mit Wasser erfüllten und durch unterlagernde Tonsteine abgedichteten Sandsteine bei der Talbildung von der Erosion angeschnitten, ergießt sich das Wasser kaskadenartig hangabwärts - eine Schichtquelle entsteht.

 

Das Wasser der Zittenfelder Quelle
Als Schichtquelle ist die Wasserführung der Zittenfelder Quelle direkt mit den Niederschlagsmengen gekoppelt. Die Wasserzufuhr erfolgt aus den überlagernden Schichten entlang von Kluftbahnen und wird durch Oberflächenwasser gespeist.
So kann es in besonders trockenen Sommern vorkommen, dass die Quelle zum Rinnsal schrumpft. Nach einer Regenphase bzw. nach der Schneeschmelze im Frühjahr stürzt sie jedoch - von reichlich Oberflächenwasser gespeist - als mächtige Wasserkaskade zu Tal.



Und nun zum Roten Mainsandstein


Roter Mainsandstein kommt am südlichen Mainviereck vor und erstreckt sich vom Spessart im Norden bis zum Odenwald im Westen. Seine Lagerstätten erstrecken sich über die Bundesländern Bayern, Hessen und Baden-Württemberg und sind mit zahlreichen Steinbrüchen erschlossen worden. Dieser Sandstein entstand in der Periode des Buntsandsteins.

Es handelt sich um einen quarzgebundenen Sandstein mit unterschiedlich gefärbten Lagen, die weiß-rot-gestreift oder gleichmäßig rot eingefärbt sein können. In ihm kommen sowohl grobe als auch feine Quarzkörner vor. Die Druckfestigkeit liegt zwischen 700 und 1000 kg/cm².


Der Rote Mainsandstein ist für eine Reihe von historischen Bauten verwendet worden. Heute findet er deshalb sowohl für Restaurierungsarbeiten vielfach Anwendung wie auch als Mauerstein, bei Fassadenplatten, Fußboden- und Treppenbelägen. Diese Sandsteine sind frostfest.

Die feinkörnigen Lagen des Mainsandsteins um Miltenberg, die sogenannten Miltenberger Sandsteine, werden vor allem von Steinbildhauern für Skulpturen, Wappen und ornamentierte Werksteine verwendet. Der Felssandstein ist rötlich und mittelkörnig und enthält wenig Ton. Der Plattensandstein führt Glimmerlagen, ist feinkörnig und wird vor allem aufgrund seiner Verschleißhärte für Bodenbeläge und Fassadenplatten verwendet.

Dieser Sandstein, so wird behauptet, wird seit der Römerzeit als Baustein verwendet. Zahlreiche Steinbrüche, aus denen der Sandstein gewonnen wurde, sind über Jahrhunderte genutzt worden und heute geschlossen. Teilweise sind sie als Steinbrüche nicht mehr erkennbar, obwohl nahezu jeder Ort am Main die Vorkommen des Roten Mainsandstein in unmittelbarer Ortsnähe gewann und verbaute. Kunsthistorisch besonders wertvoll ist die zirka 16 Tonnen schwere, 6,40 Meter hohe und 1,20 Meter durchmessende Heunensäule am Dom in Mainz, die über 1000 Jahre alt sein soll.
(Den passenden EC zu diesem Thema findest Du beim Geotop 2008: Heunesäulen).



Logbedingungen:

1. Vor wieviel Millionen Jahren entstanden die Buntsandstein-Ablagerungen aus denen das Wasser der Zittenfelder Quelle hervortritt (Infotafel "Geotop 2015")?

2. Schau Dir die Quelle und den Buntsandstein an. Kannst Du an der Austrittsstelle der Quelle Merkmale im Gestein erkennen, warum die Quelle gerade dort aus dem Fels tritt?"

3. Beschreibt die Struktur und Farbe des Buntsandsandsteins.

4. Füge bitte ein Foto Deinem Online-Log bei, das Dich (oder einen Gegenstand von Dir) mit der Quelle im Hintergrund zeigt.


Alle Fragen können vor Ort an der Quelle beantwortet werden!!

Schicke mir die Antworten per Mail und warte nicht auf die Logerlaubnis. Sollte etwas nicht passen, melde ich mich bei Dir.


Bitte in den Logs keine Hinweise auf die oben gestellten Fragen geben.


Text- und Bildquellen:
- Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald: Flyer "GEOTOP 2015 Die Zittenfelder Quelle" + Infotafel "Geotop 2015"
- Wikipedia

Additional Hints (No hints available.)