Hinweis!
Ihr befindet euch in einem Nationalpark, neben dem Wegegebot - nur die gekennzeichneten Wege zu benutzen - ist jede Handlung verboten, die das Gebiet nachhaltig verändert.
Zudem handelt es sich bei den Kreidefelsen um eine Kliffküste.
Es kann hier jederzeit zu Abbrüchen und Steinschlag kommen, die eine potenzielle Gefahr darstellen. Auch können die Zuwege oder der Strand selbst ver- bzw. gesperrt sein.
Aufgrund des tragischen Erdrutsches am zweiten Weihnachtsfeiertag 2011 indem mehrere tausend Kubikmeter Kreide und Geröll aus der 35 Meter hohen Steilküste am Kap Arkona in die Tiefe gestürzt sind, möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass den aufgestellten Warnschildern an den Strandzugängen der Steilküste Folge zu leisten ist.

Allgemeine Informationen zu Konkretionen
Konkretionen sind Knollen, manchmal auch Platten aus verfestigtem Material, die in Sedimentgesteine eingebettet sind.
Konkretionen sind immer diagenetischer Entstehung.
(Diagenese ist der geologische Prozess der Verfestigung von Sedimenten und der weiteren Veränderung der dadurch entstandenen Sedimentgesteine unter verhältnismäßig niedrigen Drücken und Temperaturen bis zu ihrer Abtragung. Sie ist damit ein Teil des Kreislaufs der Gesteine.)
Frühdiagenetische Bildung überwiegt.
Sie ist an schichtgebundenem Vorkommen und an fehlender Kompaktion erkennbar.
Konkretionen entstehen durch örtlich begrenzte Ausfällung von ursprünglich gelösten Substanzen innerhalb eines Sediments oder Sedimentits.
Oft ist das ursprünglich vorhandene Sedimentmaterial an der Zusammensetzung der Konkretionen beteiligt. Dies gilt für Toneisensteine in Ton und Tonstein.
Andere Arten von Konkretionen entstehen durch chemische oder mechanische Verdrängung des ursprünglich sedimentierten Materials.
Ein Beispiel hierfür ist Pyrit, der in Form von Knollen in Tongestein stecken kann.
Die Formen von Konkretionen sind ganz überwiegend rundlich, am häufigsten ellipsoidisch, linsenförmig, kugelig, plattig oder von unregelmäßiger Form.
Sehr viel seltener ist die äußere Form durch größere, idiomorphe Kristalle oder von Kristallagregaten bestimmt.
Manche Konkretionen enthalten Fossilien, die innerhalb der Konkretionen meist besser erhalten sind als im möglicherweise stark kompaktierten Einbettungsgestein.
Wenn das konkretionäre Material gerade die Gehäuse von Organismen ausfüllt, ohne darüber hinauszuwachsen, entstehen statt typischer Konkretionen frei eingebettete, unzerdrückte Fossilien.
Konkretionen sind sehr oft parallel zur Schichtung des eingebetteten Gesteins lagenweise konzentriert.
Je nach Anschnitt sind dann Konkretionen gleicher Art und oft auch ähnlicher Form und Größe in Aufschlusswänden in dichter oder lockerer Anordnung aufgereiht oder auf Schichtflächen pflasterartig ausgebreitet.
Konkretionen sind in tonigen und mergeligen Sedimentiten und in der Schreibkreide besonders häufig.
In Konglomeraten und Brekzien spielen sie keine Rolle, in gröberen Schluffgesteinen, Sanden und Sandsteinen sind sie selten.
Konkretionen können aus allen diagenetisch ausfällbaren Materialien bestehen.
Hierbei gibt es eine Abhängigkeit von der Art des einbettenden Gesteins
Konkretionen aus Pyrit / Markasit
Pyrit ist als messingfarbenes metallisch glänzendes Mineral in Form von Konkretionen besonders auffällig.
Konkretionen aus Pyrit können grobkristallin aufgebaut sein und an der Oberfläche freie Kristallenden zeigen.
Von Zusammensetzung (Fe-Sulfid), Farbe und Glanz mit Pyrit verwechselbarer Markasit neigt zur Bildung radialfaserig aufgebauter Knollen oder auch spießförmiger, in das Nebengestein ragender Aggregate.
Pyrit ist landläufig auch als Schwefelkies, Katzengold oder Narrengold bekannt.
Ein recht häufiger Sonderfall von konkretionärem Pyrit ist die Ausfüllung von Fossilhohlräumen.
Spektakuläre Beispiele hierfür sind pyritisierte Ammoniten in manchen Tonsteinen des Jura oder der der Unteren Kreide.
Markasit ist sehr viel verwitterungsanfälliger als Pyrit, sodass er schon in Aufschlüssen Zerfall zeigen kann.
Schon schwach angewitterter Markasit riecht nach Schwefeldioxid.
Besonders gilt dies für die Hände, wenn man Markasit angefasst hat.
Einmal angewitterter Markastit zerfällt unaufhaltsam weiter.
In verwitterten Gesteinen finden sich anstelle von Fe-Sulfiden Gebilde aus Goethit, der dann nicht primäres Konkretionsmaterial ist.
Markasit bildet sich bei niederen Temperaturen (im Gegensatz zu Pyrit) und ist deshalb meist nahe der Erdoberfläche, in Braunkohlen, Tonen, Mergeln, Kreide; in und an tierischen und pflanzlichen Fossilien, aber auch in bei tiefen Temperaturen hydrothermal entstandenen Verdrängungslagerstätten zu finden.
An der Erdoberfläche oxidierenden Bedingungen ausgesetzt, verwittert Markasit (schneller als Pyrit) über mehrere Zwischenstufen zu Eisenoxidhydrat (Limonit oder Brauneisenerz) FeO·OH, wobei der Schwefel zu Schwefelsäure oxidiert wird
Markasit ist polymorph zu Pyrit, hat also bei gleicher Zusammensetzung ein anderes Kristallsystem. Oberhalb von 400 °C wandelt sich Markasit in Pyrit um.
Lange wurden Pyrit und Markasit für dasselbe Mineral gehalten; beide wurden in der Literatur oft als Schwefelkies oder auch Eisenkies, parallel auch als Markasit bezeichnet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde erkannt, dass der Schwefelkies tatsächlich aus zwei verschiedenen, wenn auch sehr ähnlichen Mineralen bestand. Seitdem werden Pyrit und Markasit als eigenständige Minerale geführt.
Pyrit besteht theoretisch, das heißt bei idealer Zusammensetzung (Stoffreinheit), aus 46,6 % Eisen und 53,4 % Schwefel
Konkretionen in der Schreibkreide
Schreibkreide ist nicht nur bezüglich ihrer Porosität und geringen Verfestigung ein besonderes Karbonatgestein.
Auch das Vorkommen von Flintkonkretionen (Feuerstein) ist einzigartig.
Mit den Details zum Feuerstein beschäftigt sich ausführlich ein weiterer, sehr empfehlenswerter EC hier vor Ort:
Die Feuersteinbänder von Rügen , GC5KXFC
Und südlich von Sassnitz auch : Das "Steinerne Meer" - Die Feuersteinfelder , GC5JFHY
Vielfach unbekannt ist jedoch das in der Schreibkreide auch Pyritkonkretionen und Markasitkonkretionen vorkommen.
Sehr viel seltener als Feuersteine enthält die Schreibkreide Knollen und strahlige Aggregate aus Pyrit und zum Teil Markasit von kaum einmal mehr als 20 cm Größe.
Sie unterliegen dem Zerfall, besonders bei Freiliegen und an Klüften, so wie hier an den Kreideklippen von Rügen.
In den Wänden der Klippen rufen sie so unter Verwitterungseinwirkung rostig braune Ablaufstreifen hervor, die auf der weißen Kreide besonders auffällig sind.

Diese Ablaufstreifen sind hier häufig an den Wänden zu sehen, allerdings können die aktuell sichtbaren Stellen variieren. Auf dem Weg zwischen Stage 2 und dem Final müsst ihr schon ein wenig die Wand begutachten.
Um diesen Earthcache loggen zu dürfen, musst du folgende Aufgaben erfüllen:
Vor Ort findest du keine Informationstafel. Alle zur Beantwortung erforderlichen Antworten findest du im Listing bzw. direkt vor Ort.
Beantworte folgende Fragen und sende die Antworten an unser Profil oder direkt an teamchritho@go4more.de :
Begib dich auf eine kleine Strandwanderung von Stage 2 zum Final (du kannst natürlich gerne auch weiter laufen) – aber sei vorsichtig wegen der möglichen Abbruchgefahr – nochmal der Hinweis: Halte dich an die aktuelle Situation vor Ort und die Warnungen, jeder geht hier auf eigenes Risiko !!!!!
Suche dir eine oder mehrere Stellen von denen du denkst das es sich hier um Ablaufstreifen von sich auflösendem Pyrit / Markasit handelt. Beschreibe mit eigenen Worten das genaue Aussehen.
Wo beginnen die Ablaufstreifen, oben, in der Mitte, weiter unten oder unterschiedlich an der Wand ?
Kann man den Beginn der Ablaufstreifen den Feuersteinbändern zuordnen, d.h. liegen sie zum Beispiel immer dicht darunter oder darüber oder ist das unterschiedlich?
Wenn du mit einem Finger über solch eine Stelle reibst: Welche Unterschiede zwischen einer braunen Stelle und einer weißen Stelle kannst du erkennen, fühlen, riechen (zum Beispiel Schwefel) ?
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Quellenangabe:
Roland Vinx, Gesteinsbestimmung im Gelände, Verlag Springer Spektrum
Wikipedia
Mineralienatlas.de