Der alte Friedhof

An dieser Stelle befand sich bis 1978 der alte Friedhof.
Um 1620 wurde der Friedhof vor dem Nöttinger Tor seiner Bestimmung übergeben. Zunächst stellte der Friedhof jedoch nur eine Begräbnisstätte für Auswärtige, Pesttote und Arme dar.
Die reicheren Bürger ließen ihre toten Angehörigen weiterhin im inneren Friedhof beisetzen. Erst als 1803 von der kurfürstlichen Regierung alle Bestattungen im Friedhof an der Emmerams-Pfarrkirche untersagt wurden, erhob man den Friedhof vor dem Nöttinger Tor zur Begräbnisstätte für alle Einwohner der Pfarrei. Im Jahre 1867 wurde hier auch das erste Leichenhaus errichtet, vorher mussten die Verstorbenen bis zum Tag der Beerdigung in den Häusern aufgebahrt werden.
Über 9000 Verstorbene fanden bis zur Schließung des Gebäudes 1960 hier ihre vorletzte Ruhestätte. 1980 wurde das Leichenhaus schließlich abgerissen.
Bereits 1963 war auf dem Gottesacker an der Nöttinger Straße, der 1880 durch den Ankauf angrenzender Anwesen erweitert werden konnte, die Friedhofskapelle St. Benedikt errichtet worden. 1890 waren Mauerwerk, Dachstuhl und Blechteile aber bereits so schadhaft, dass die Kirche zum größten Teil erneuert werden musste. Über dem Portal der 1892 wiedererstandenen Kapelle befand sich ein Gemälde "Das Jüngste Gericht" des Geisenfelder Malers Heimbucher.
Trotz der 1880 erfolgten Erweiterung wurde der Friedhof an der Nöttinger Straße schon gut ein halbes Jahrhundert später zu klein. Eine Vergrößerung war nicht mehr möglich, und so entschloss sich die Gemeinde zur Anlage eines neuenFriedhofes. Ab 1962 erfolgten im alten Friedhof keine Bestattungen mehr, 1969 waren hier aber immer noch 550 Gräber vorhanden.
1978 schließlich, wurde der alte Friedhof dann abgeräumt, das Leichenhaus und die Kapelle wurden zwei Jahre später abgebrochen. Von der Inneneinrichtung wurden die Figuren der Pestpatrone St. Rochus und St. Sebastian in die Rundkapelle bei der Stadtpfarrkirche gebracht. Die kleine Glocke, die mit ihrem hellen Klang viele Geisenfelder auf dem Weg zur letzten Ruhestätte begleitet hatte, sowie die bunten Glasfenster befinden sich jetzt im Heimatmuseum.
Was tun mit dem frei werdenden Gelände? Diese Frage, so erinnert sich Verwaltungsleiter Hans Strauß, war Anfang der 80er Jahre im Stadtrat durchaus nicht unumstritten. Manche Räte hätten sich "aus Pietätsgründen" dafür eingesetzt, das gesamte Areal zu einer Grünflache umzugestalten.
Durchgesetzt habe sich aber schließlich die Variante mit der Aufteilung in Grünfläche und Parkplatz.
Heute erinnert nur noch ein steinerner "Findling" in der Parkanlage an die Stätte, in der Tausende verstorbener Geisenfelder ihre letzte Ruhestätte fanden .
Quelle: Pfaffehofener Kurier Nr. 181 vom Freitag, 8. August 2003
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Station 1 - St. Benedikt N 48° 41.148 E 011° 36.711
Addiere die Jahreszahlen auf dem Gedenkstein und bilde die Quersumme.
Quersumme 1 = A
Station 2 - Denkmal N 48° 41.177 E 011° 36.729
Wann wurde die Säule restauriert? Bilde die Quersumme.
Quersumme 2 = B
Final
Den Final findet ihr bei N 48° 41.196-A E 011° 36.707+B
Viel Spaß beim Suchen!