Folgendes als Hinweis und zur Beachtung!
Dieser Earthcache ist kein schneller Hin- & Weg,
da ihr doch den einen oder anderen Kilometer zurücklegen müsst!
Und du benötigst auch ein wenig Ausrüstung:
einen möglichst durchsichtigen Behälter (oder große Hände),
natürlich dein GPS und optional eine Fotomöglichkeit.
Dieser Earthcache umfasst verschiedene Wissensgebiete
rund um die Endmoränenlandschaft,
mit mehreren Stationen und insgesamt 12 Aufgaben!
Die Ausgangskoordinaten dieses Earthcache liegen nicht im Nahbereich der ersten Station!
Es lohnt sich aber, diesen Punkt, an dem sich ein Aussichtsturm befindet, aufzusuchen,
da man von dort aus einen Überblick über die Endmoränenlandschaft des
Krakower See erhält.
Wer sich diesen Ausblick nicht gönnen möchte, kann aber auch direkt an der ersten Station starten.
In welcher Reihenfolge Ihr die Stationen absolviert ist Euch
frei überlassen, ich empfehle aber die numerische Reihenfolge!
Absolviert Ihr die Stationen in der Reihenfolge,
so habt ihr eine Wegstrecke von insgesamt knapp 4km für den Weg
hin und zurück vor Euch, der sich aber lohnt und in gut zwei Stunden zu machen ist.
Wem das zu lang ist, habe ich zwei Parkmöglichkeiten ausgewiesen.
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Aber nun zum eigentlichen Earthcache und
Herzlich Willkommen, im Herzen der Mecklenburger Seenplatte!

Einführung
Mitten in der Mecklenburger Seenplatte, im Naturpark Nossentin Schwinzer Heide liegt der 1500 Hektar große und bis zu 28 Meter tiefe Krakower See. Er erstreckt sich über eine Länge von neun Kilometern und einer Breite von ca. drei Kilometer. Er unterteilt sich in mehrere stark strukturierte Bereiche, mit mehreren Inseln. Die Wassertiefe schwankt abwechselnd durch die den Inseln vorgelagerten Bänke und den größeren Tiefen im mittleren Teil des Sees. Der Obersee, welcher sich im Süden befindet, ist gehört zu einem der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands und ist komplett gesperrt. Der nördliche Teil des Sees ist der sogenannte Untersee. Im Untersee befinden sich mehrere kleiner Inseln sowie eine große Halbinsel. Die größte Insel ist die Liepse. Zwischen den Eilanden liegen Sand- und Kiesbänke mit zum Teil großen Findlingen, die man auch gut vom Boot aus erkennen kann. Am Uferbereich schließt sich ein flach abfallendes Plateau mit ein bis zwei Metern Wassertiefe an. Dieses Plateau reicht unterschiedlich weit in den See hinein. Dahinter folgt eine recht steile, auf fünf bis sechs Meter abfallende Kante. Geprägt durch die Endmoränenlandschaft werden größere Tiefen nur an wenigen Punkten erreicht. Durch seine hohe Wasserqualität, Aufgrund des geomorphologischen Grundes, gehört der See zu den Klarwassergewässern der Mecklenburgischen Seenplatte.

Die Endmoränenlandschaft
Eine Moräne ist eine wallartige Aufschüttung von Gesteinsmaterial am Ende eines Gletschers. Eine Endmoräne kennzeichnet die Linie des maximalen Gletschervorstoßes oder eines Gletscherstillstandes. Der Gletscher schiebt das Gesteinsmaterial vor sich her. Die Moräne ist Bestandteil der Glazialen Serie. Endmoränen entstehen, wenn sich am Ende eines Gletschers Abschmelzen und Eisnachschub die Waage halten. Der Eisrand bleibt dann über längere Zeit stabil. Das Eis selbst bewegt sich aber nach wie vor. Da der Eisrand des Gletschers nicht nur gerade verläuft, bildet er an seinem Auslauf einzelne Zungen, die sogenannten Loben. Auch Endmoränen haben einen solchen lobenartigen Verlauf. Die Stelle zwischen zwei Loben, an denen sich der Gletscher teilt, nennt man auch Endmoränengabel. Dort befinden sich meist besonders kräftig ausgeprägte Endmoränen und große Gletschertore, von denen aus die Sander geschüttet wurden. Das kann man selbst gut nachstellen, in dem man mit seiner Hand und gespreizten Finger, durch lockeren Sand fährt und diesen vor sich her schiebt. Die Hand würde den Gletscher darstellen. Durch die schiebende Bewegung, bilden die Finger die Loben und die Fingerzwischenräume die Endmoränengabel. Den Ablagerungsvorgang der einzelnen Gesteine (Sedimente) in Schichten, nennt man Sedimentation. Bei der Sedimentation schichten sich die abgelagerten Teilchen aufgrund ihrer unterschiedlichen Sedimentationsgeschwindigkeiten nach ihrer Dichte und ihrer Größe. Dieses hängt mit der Absinkgeschwindigkeit zusammen. Die Teilchen mit größter Sedimentationsgeschwindigkeit lagern sich zuerst ab, liegen also unten. Da die Sedimentationsgeschwindigkeit wesentlich von der Dichte bestimmt wird, können sich verschiedene Stoffe schichtweise getrennt ablagern. Je größer die Dichte ist, desto schneller sinkt der Stoff zu Boden. Wird nur ein Material abgelagert oder Materialien ähnlicher Dichte, lagern große Partikel schneller ab und liegen zuerst unten, während kleine Partikel oben liegen. Auch hier kannst Du nachher bei einer der Aufgaben einen Test dazu machen, der diesen Vorgang anschaulich darstellt.

Geologie:
Entscheidend geprägt wurde die Landschaft von den Gletschern der letzten beiden Eiszeiten, dem jüngeren Weichsel-Glazial, das etwa vor 115.000 Jahren begann und dem davor liegenden Saaleglazial. Während des Weichsel-Glazial entstanden die Jungmoränen und während des Saaleglazial die Altmoränen. Hierbei nimmt die Jungmoränenlandschaft den größten Teil der Landschaft ein, während sich die Altmoränenlandschaft nur über etwa 10% im Südwesten der Region erstreckt. Man unterscheidet zwischen drei Teilen der Glaziallandschaft. Im Nordosten, zwischen den Mündungsgebieten von Warnow und Oder, dominieren wellige bis ebene Grundmoränen, aus denen nur gelegentlich höher gelegene (Stauch-)Komplexe als auffällige Hügel herausragen. Den Mittelteil bildet die Mecklenburgische Seenplatte. Von den Eisrandlagen ausgehende breite, mit Sanden gefüllte Schmelzwassertäler zerteilen die dritte Region im Südwesten. Diese entstanden in der älteren Saalekaltzeit. Hier prägen Hochflächen mit Höhen bis zu 178m NN in den Ruhner Bergen, die auch Inseln genannt werden, die Landschaft.
Untersuchungen der Sedimente haben ergeben, dass der See vor ca. 13.000 Jahren, durch ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren, entstanden ist. Der nördliche Teil, also der Untersee, ist aus mehreren Rinnen und Teilbecken zusammengesetzt, die durch Flachwasserbereiche voneinander getrennt sind und aus dem primären Gletscher, vor ca. 20.000 Jahren, weiter ausgespült wurden. Der Ostteil des Obersees ist eine geflutete kuppige Endmoräne. Wie schon an anderer Stelle erklärt, bilden die die höchsten Kuppen die heutigen Inseln. Toteis, also sehr große Eisblöcke oder Reste von Gletschern, Gletscherschurf und fließenden Schmelzgewässern spielten eine bedeutende Rolle bei der Entstehung der Seen. Durch das Abtauen, sorgte das abfließende Schmelzwasser dafür, dass die Rinnen nicht versandeten und somit verfüllt worden wären. Die hügelige Endmoränenlandschaft des Umlandes setzt sich auch unter Wasser im See fort, was gut an der hohen Anzahl (21) an Inseln zu erkennen ist. Durch das langsame abtauen der Gletscher hatte der See vor rund 12.000 Jahren einen um drei Meter höher als heute liegenden Wasserstand und war dadurch in der Fläche doppelt so groß wie heute.

Auf der Grafik ist die eiszeitliche Verschiebung von Gesteinsmaterialien von Skandinavien bis nach Norddeutschland zu sehen. Der Eisrand lag nördlich des Krakower Sees und hinterließ nach dem Abtauen die Endmoräne. Sie hat ein hügelig-kuppiges Relief und ist durch wechselnde Bodenarten auf kleinsten Raum sowie Steinstreuungen und große Blöcke gekennzeichnet. Das Schmelzwasser floss zuerst nach Südwesten und hinterließ Rinnen. Vor etwa 10.000 Jahren, floss das Wasser nach Norden ab und hat sich dabei in die Endmoräne eingegraben und das Nebeldurchbruchstal geformt.

Nun zu den Aufgaben:
Station 1 - N 53° 38.399 E 0 12° 17.579 - „Der Paläosee“
Die Inseln im Krakower See, sind sogenannte Kuppen. Auf Deinem Weg zum parktischen Teil, kannst Du einige davon sehen. An Land sind es die Hügel und im Wasser sind es die Inseln. Du erhältst hier Informationen zum spätglaziale Paläosee.
1. Nach Abfluss des Wasser und der daraus folgenden Absenkung des Wasserspiegels, wurden einige Kuppen als Inseln sichtbar, die die heutigen Inseln sind. Wie viele Inseln gibt es im heutigen Krakower See?
Begib Dich nun zum nächsten Punkt:
Station 2 - N 53° 38.510 E 012° 17.613 - „Badestelle“
Hier befindest Du Dich an einer Badestelle. Wenn Du auf den rechten Steg gehst, siehst Du auf der rechten Seite in 400 Metern Entfernung den Damm, der den Obersee vom Untersee trennt. Hinter dem Damm befindet sich eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands, der Obersee.
2. Am Ufer der Badestelle nimmst Du eine Wasser- und Bodenprobe. Nutze dafür ein Glas, einen Becher oder einfach Deine Hände. Beschreibe die erkennbaren Bestandteile! Was fällt Dir auf?
3. Ermittel direkt am Ufer die aktuelle Höhe!
Begib Dich nun zum nächsten Punkt:
Station 3 - N 53° 38.491 E 012° 17.531 - „Kuppen“
Ab hier gehen wir ein wenig spazieren. Folge dem Weg in Richtung Norden. Nach aller spätestens 300 Metern (Wenn Du soweit gelaufen bist, bist Du zu weit!) findest Du am Wegrand ein Informationstafel zur vor Dir liegenden Insel. Diese Insel ist eine der sogenannten "Kuppen", die zur einzigartigen eiszeitlichen Endmoränenlandschaft gehören. Sie stellt sozusagen einen von Wasser umschlossenen Hügel dar.
4. Ermittel Deine genaue Position und Höhe!
Vor dir befindet sich eine Insel, die bis in das Jahr 1200 besiedelt war.
5. Wie heißt diese Insel und wie weit ist sie von dir entfernt? Die Antwort kann die bei Frage 7 weiterhelfen!
6. Ich hatte Dir erklärt, dass vor einigen Tausend Jahren der Wasserstand Aufgrund der eiszeitlichen Verschiebungen um einige Meter höher als heute war. Wäre der Wasserstand noch heute so, würdest Du dann jetzt im Wasser stehen (Bedenke deine Höhe aus Aufgabe 4 und 5)?
Begib Dich nun zu Station 4 und 5. Wenn Du nicht laufen möchtest, kannst Du in diesem Bereich nach eine Parkmöglichkeit suchen: N 53° 39.079 E 012° 17.891
Begib Dich dann zum nächsten Punkt:
Station 4 - N 53° 38.985 E 012° 17.661 - „Endmoränenlandschaft“
7. Von deinem Standpunkt aus, schaust Du Richtung Westen auf einen Bereich, der die typische Form einer Endmoränenlandschaft darstellt. Ich hatte dir erklärt, dass sich die Landschaftsstruktur unter Wasser fortsetzt. Erkläre mir, warum sich auf kurzer Distanz die Höhenunterschiede an Land wiederholen, aber unter Wasser flacher verlaufen. Bedenke dabei den Unterschied zwischen glazialen Rinnen und einem Gletscherabfluss.
Nun geht es zur letzten Station:
Station 5 - N 53° 39.191 E 012° 17.973 - „Inselbildung“
8. Wie heißt die Insel an der Du Dich befindest und aus wie vielen Inseln bestand diese Insel ursprünglich?
9. Wann fand die Absenkung des Wasserspiegels statt und um welche Höhe senkte sich der Wasserspiegel?
Zusatz (optional): Der optionale Ownerwunsch: Mach bitte ein Foto, von Dir oder deinem GPS oder etwas anderem, an einer der Stationen. Danke!
So, nun hast Du es geschafft!
Ich hoffe dieser kleine Earthcache hat Dir gefallen und du hast die Zeit ein wenig genossen.
Alle Antworten und Bilder schickst Du mir bitte über mein Profil zu, oder direkt an "adi.geht.geocachen@googlemail.com"!
Die Bilder kannst Du auch direkt in Deinen Log einfügen.
Nachdem Du mir die Antworten und alles weitere geschickt hast, kannst Du sofort loggen!
Sollten deine Antworten etc., nicht korrekt sein, werde ich mich bei Dir melden.
Und wenn es Dir richtig gut gefallen hat, dann kannst Du diesen EC gerne mit einer Schleife schmücken.
Vielen Dank für Deinen Besuch!
...comming soon...
Quellen:
• Bodenkundliche und landschaftsgenetische Studien in Mecklenburg-Vorpommern herausgegeben von Konrad Billwitz
• Chronik der Stadt Krakow am See
• Mathias Fuhrmann
• www.lung.mv-regierung.de
• www.wikipedia.org