Geschichte:
Das Heinrich-Böll-Haus ist eine denkmalgeschützte Hofanlage aus dem 17. Jahrhundert, die von Heinrich Böll in den 1960er Jahren als Ferienhaus erworben wurde. Hier fand der Dichter die notwendige Ruhe für die Arbeit an seinen Romanen und – meist gemeinsam mit seiner Ehefrau Annemarie Böll – Übersetzungen.
Da die Behörden nach entsprechenden Andeutungen der Springer-Presse vermuteten, dass gesuchte RAF-Mitglieder bei Heinrich Böll Unterschlupf finden könnten, wurde am 1. Juni 1972 eine polizeiliche Hausdurchsuchung vorgenommen. Berühmt wurde das Haus außerdem im Februar 1974, als sich der russische Dichter Alexander Solschenizyn nach seiner Ausbürgerung aus der UdSSR hier, weitgehend unbehelligt von den Medien, zurückziehen konnte.
Heinrich Böll verstarb hier nach langer Krankheit im Jahr 1985, Annemarie Böll im Jahr 2004. Im Roman Fürsorgliche Belagerung (1979) hat der Autor dem Ort Langenbroich ein literarisches Denkmal gesetzt; ebenso in seinen Essays You enter Germany (1966),Die Juden von Drove (1982) und Lauter Belästigungen (1985).
Heute:
Stipendiatenhaus
1989 gründete die Böll-Familie mit einigen Autorenkollegen, der Heinrich-Böll-Stiftung, der Stadt Düren und der Gemeinde Kreuzau den Verein Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V.. Ziel war es, einen Freiraum für Schriftsteller, Komponisten, bildende Künstler und solche anderer Sparten zu schaffen, die oft in ihrer Heimat politischen Verfolgungen ausgesetzt sind oder waren und hier für einen begrenzten Zeitraum ungestört arbeiten dürfen. Den Gründungsvorstand bildeten Annemarie Böll, Dieter Kühn und Josef Vosen; später gehörten Viktor Böll, Karin Clark, Eckhard Creutz, Godula Faupel, Sybille Haußmann und Herbert Schmidt dem Vorstand an. Derzeitiger Vorsitzender ist Paul Larue.
Quelle:Wikipedia