Berlin 1871, der Krieg gegen Frankreich ist vorbei. Die 830.000 Bewohner zählende Stadt wird Reichshauptstadt. Das Siegreiche Preußen feiert den Sieg. Ein Bevölkerung und Entwicklungsboom setzte ein und schon kurze Zeit später wurde klar, dass die hygienischen Zustände der neuen Hauptstadt zu entgleisen drohten.
Alle Abwässer der Stadt flossen noch überirdisch in den so genannten Rinnsteinen den Flüssen entgegen.
Eine Lösung mußte her, denn die fehlende Kanalisation stellte die Stadtväter vor enorme Probleme. Berlin erwarb 1889 daher große Felder unter anderem nahe dem heutigen Güterfelde. Eigens für diesen Zweck entwickelte Pumpwerke beförderten die großen und kleinen "Geschäfte" der Berliner auf freie Land. Rund um Berlin gab es mehrere solche Rieselfelder, die per fast 600 Kilometer Rohr mit der Hauptstadt verbunden wurden.
Das Sickerwasser wurde so gereinigt, die Überreste als Dünger weiterverwendet. 1906 wurde in Stahnsdorf eine Kläranlage erbaut, die 1970 erweitert wurde.
Dennoch wurde erst 1989, nach der Wiedervereinigung, die Berieselung ganz beendet.
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