Wundervolles Kelz #3
Chlodwig I.
Die kriegerischen Einfälle der Franken hatten die ehemals prunkvolle römischen Stadt Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) in ein Ruinenfeld verwandelt. Doch nicht nur die römischen Städte, sondern auch hier beheimateten Alemannen waren dem Frankenkönig Chlodwig I. ein Dorn im Auge. Drei große Schlachten zwischen Franken und Alemannen waren die Folge, von denen die zweite hier ganz in der Nähe stattfand. Auch wenn die Geschichte hinlänglich bekannt ist: Chlodwig versprach im Falle des Sieges in der Schlacht bei Zülpich (im Jahr 496) sich taufen zu lassen. Und als die Alemannen während der Schlacht dem Sieg nahe waren, rief Chlodwig den Allmächtigen um Hilfe an, was wohl nicht unbeantwortet blieb. Die Franken gewannen die Schlacht und das Frankenreich wuchs um ein beachtliches Stück an.
Es gibt auch eine Geschichte zu erzählen, die sich hier irgendwo bei Kelz zugetragen haben soll: Wenige Tage vor der Schlacht lagerten große Teile des Frankenheeres in den damals noch dichten Wäldern eines Gebietes, in dem eines Tages ein Dorf namens Kelz entstehen sollte. Eine Unruhe hatte die Franken erfasst, wurden doch grausame Geschichten über die kriegerischen Wilden erzählt. So sollen diese nur die Kräftigsten ihrer Kinder am Leben lassen, während sie kränkliche Babys schon kurz nach der Geburt töteten. Auch sollen die Götter der Wilden grausam und voller boshaftem Zauber sein. Man mochte sich nicht ausmalen, welche Greuel die Barbaren mit den Unterlegenen veranstalten würden. Die Nacht brach an und im Lager zog Ruhe ein.
Mitten in der Nacht brandete urplötzlich Kampflärm im Lager auf, Schreie hallten durch die Nacht und einige Zelte fingen Feuer. Hektik breitete sich aus. Soldaten rannten in Panik zwischen den Bäumen umher. Irgendwo wurde gekämpft. Einige brennende Zelte erhellten den Wald und markierten den Brennpunkt des Geschehens. Doch ebenso schnell kehrte plötzlich wieder Ruhe im Heerlager ein. Die Neugier trieb viele fränkische Soldaten zum Zentrum des Lagers. Hier war soeben der Versuch gescheitert den frankischen König in seinem Zelt zu ermorden. In der Nähe des niedergebrannten Königszeltes saßen gefesselte Alemannen. Keiner von ihnen war unverletzt. Im Laufe der Nacht wurden sie zu einer uralten Eiche geführt und hingerichtet.
Nach der siegreichen Schlacht soll Chlodwig eben diese Eiche fällen und aus ihrem Holz eine schlichte Kapelle errichten lassen haben. Diese stand möglicherweise noch viele Jahre, bis im 11. Jahrhundert eine steinerne Kirche das hier entstandene Dorf schmückte.