Einst war das in Vergessenheit geratene Denkmal ein beliebter Ausflugsort. Der Süchtelner Bürgermeister Karl Odenthal initiierte 1875, auf dem höchsten Punkt der Süchtelner Höhen ein Denkmal zu errichten, das den aus dem (alten) Kreis Kempen stammenden Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71 gewidmet ist. Dabei orientierte er sich an der Stadt Krefeld, die auf dem Friedrichsplatz ein Germania-Denkmal zu Ehren der Kriegsgefallenen errichtet hatte.
Nachdem sich die Finanzierung des Projekts schwieriger als erwartet gestaltete, wurde im Oktober 1878 an der 90,70 Meter hohen Erhebung der Grundstein gelegt. Zur Feier kamen Militärs und Bürger. Es gab Freudenschüsse, Prinz Heinrich der Niederlande schickte ein Glückwunschtelegramm. Rund ein Jahr später, am 22. September 1879, wurde das Kreiskriegerdenkmal eingeweiht. In der Folgezeit entwickelte es sich zu einer Sehenswürdigkeit. Auf einer Postkarte von 1897 ist der Turm neben der Irmgardiskapelle und einer Ortsansicht von Süchteln abgebildet.
Der Plan für das Denkmal stammt von dem Krefelder Architekten August Hartel. Auch mehr als 130 Jahre nach der Eröffnung ist sein Konzept gut erkennbar. Auf zwei Marmortafeln sind die Namen von 147 Gefallenen aufgelistet. Auf Ecksteinen sind die Namen von Orten eingemeißelt, an denen im Deutsch-Dänischen Krieg 1864, im Deutschen Krieg 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gekämpft wurde.