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Teufelskadrich bei Lorch EarthCache

Hidden : 1/1/2016
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Der Teufelskadrich

Der Teufelskadrich ist ein etwa 380 ha großes, am Rheinsteig gelegenes Gebiet zwischen Lorch und Assmannshausen, das sich durch teilweise bewaldete Steilhänge mit imposanten Felsformationen und Blockschutthalden auszeichnet.

Er gilt als westlicher Beginn des Taunushauptkamms und wurde im Jahr 1995 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.


Vorsicht!

Die Felsformationen und Blockschutthalden sind noch immer in Bewegung und die Blöcke können instabil gelagert sein. Klettert also auf keinen Fall dort herum.

Naturschutzgebiet

Dieser EarthCache befindet sich im Naturschutzgebiet "Teufelskadrich bei Lorch". Die Felsformationen und Blockschutthalden sind als Geotop und Landschaftsschutzgebiet offiziell ausgewiesen.

Geotope sind ganz besondere geologische Phänomene, die mit ihrer Einzigartigkeit und Schönheit für bestimmte geologische Phasen und Prozesse stehen und diese als Fenster in die Erdgeschichte uns heute dokumentieren. Neben der geologischen Einzigartigkeit bietet dieses Geotop eine Vielzahl an seltenen Pflanzen und Tieren. Bitte verhaltet euch entsprechend umsichtig und schont die Natur.



Die Bezeichnung "Teufelskadrich"

Der erste Teil des Namens ist darauf zurückzuführen, dass sich die Menschen die Entstehung der wilden Blockhaldenlandschaft und der zerklüfteten Felsköpfe damit erklärten, dass der Teufel diese ungewöhnlichen Naturphänomene erschaffen hatte.

Der zweite Namensteil Kadrich bezeichnet Rinnen, in denen in früheren Jahrhunderten geschlagene Stämme im Rahmen der Holzwirtschaft über die 300 Meter hohen Steilhänge hinab ins Rheintal befördert wurden.

Die Entstehung des Teufelskadrichs

Im Gegensatz zur volkstümlichen Entstehungsthese ist nicht der Teufel, sondern stetige, starke mechanische Erosion Ursache der beeindruckenden Felsenkulisse des Teufelskadrichs.

Im Tertiär wurden durch Erosions- und Verwitterungsvorgänge weichere Gesteinspartien und Bodenablagerungen abgetragen. Dies ermöglichte dem Rhein einen Durchbruch zwischen dem Franzosenkopf (Hunsrück) und dem Teufelskadrich (Taunus) zu schaffen. Dabei wurden Quarzitzüge freigelegt, die als kompakte Felstürme, Felsburgen und Felsköpfe herausragend zurückblieben, da das härtere Material nicht so schnell angegriffen wurde.

Dieses nun freigelegte Quarzit konnte nun Ziel der Verwitterung werden. Am meisten setzten dem Gestein dabei die vergangenen Kaltzeiten zu. Wasser drang in bereits vorhandene Felsspalten und -klüfte ein. Durch die Volumenausdehnung und Temperaturänderung beim Gefrieren erweiterten sich die Risse im Gestein. Durch häufigen, teilweise extremen Frostwechsel wiederholte sich dieser Vorgang so oft, bis mit der Zeit Felsblöcke abgesprengt wurden. Dieser Vorgang wird als Frostverwitterung bzw. -sprengung bezeichnet.

Dieses lockeren, groben und kantigen Steinen sammelte sich durch weiteren mechanischen Zerfall (Erosion) und die Schwerkraft am Fuße eines Blockstroms bzw. einer Blockschutthalde.

Der Name letzterer leitet sich aus der Korngröße der Steine in den Halden her. Diese bestehen hier hauptsächlich aus eckig-kantigen Felsblöcken und Schutt. Dies sind die beiden größten definierten Korngrößen für eckig-kantige Gesteine, die damit zum Beispiel deutlich gröber sind als Schotter und Splitt. Anschaulich werden Steine als Schutt bezeichnet, wenn sie etwa zwischen 6 und 20 Zentimetern groß sind. Noch gröbere Steine werden als Blöcke bezeichnet.

Blockhalden bzw. -strömen bestehen hierbei mehr oder weniger ausschließlich aus diesen groben Steinen, ein Anteil von Kies und Sand fehlt. Dies führt dazu, dass Wasser schnell ablaufen kann und sich auch nur schwer Humus ansetzen kann.

Die hier beschriebenen Prozesse finden auch heute noch statt, so dass, gerade nach Frost oder Regen von Blockhalden eine latente Gefahr des Steinschlags und der Rutschungen ausgeht.

Am Teufelskadrich kann man die steinernen Zeugen dieser geologischen Entwicklungen deutlich und eindrucksvoll in Form der herausragenden Felsformationen und der Blockschutthalden bewundern.


Das Gestein der Felsen des Teufelskadrichs

Die Felsen des Teufelskadrichs bestehen aus Quarzit. Quarzit ist ein metamorphes Gestein, das unter Einwirkung sehr hoher Temperaturen und Drücke aus der Umwandlung quarzreicher Sedimente hervorging. Neben echtem Quarzit sind hier auch Felsquarzite anzutreffen, bei denen es sich um, durch Kieselsäure verfestigte Sandsteine handelt.

Mineralischer Hauptbestandteil des meist hellgrau bis weißen Quarzits ist Quarz. Dies ist eine stabile Modifikation des Siliciumdioxids und zweithäufigstes Mineral der Erdkruste.

Durch bestimmte Minerale kann sich das Farbspektrum des Quarzits um gelbliche, grün-bläuliche, graue, grau-schwarze, braune, rötliche und silbrig-glänzende Farbtöne erweitern. Die jeweilige Farbgebung wird vorwiegend durch folgende Minerale hervorgerufen:

  • Limonit → gelblich
  • Chlorit, Phengit → grünlich
  • Magnetit, Pyrit → bräunlich, gräulich
  • Graphit → grau-schwarz
  • Hämatit → rötlich
  • Muskovit → silbrig-glänzend

Quellen:

  • Informationstafel Natura 2000 am Teufelskadrich
  • de.wikipedia.org
  • Die Bildung des Rheindurchbruches zwischen Bingen und Lorch - August Leppla - 1900
  • www.mineralienatlas.de

Zum Earthcache

Zunächst einmal das eigentlich Selbstverständliche:
Ihr befindet euch in einem Naturschutzgebiet. Bitte verlasst zu keiner Zeit die ausgeschilderten Wege (also den Rheinsteig) und achtet die Natur!

Der Teufelskadrich befindet sich zwischen Lorch und Assmannshausen und wird vom Rheinsteig durchquert. Die Listingkoordinaten führen euch zu einer Informationstafel, aber auf dem Weg dorthin werdet ihr an weiteren Felsformationen und Blockschutthalden vorbei kommen.

Dieser Cache ist auf jeden Fall kein Drive In. Egal von wo ihr kommt, könnt ihr vorher eine längere Wanderung genießen. Ihr erreicht die Tafel über den Rheinsteig von Lorch (etwa 10 km) oder von Assmannshausen (etwa 5 km), jeweils mit einer ganzen Menge Höhenmeter zwischendrin. Alternativ könnt ihr euch auch von Aulhausen (etwa 3,5 km) auf den Weg machen und damit Strecke und vor allem Höhenmeter sparen. (Entfernungen jeweils nur Hinweg)

Um den Earthcache zu loggen, bitte ich euch, mir die Antworten zu folgenden Fragen über mein Profil zu schicken. Loggen könnt ihr selbstverständlich sofort. Ich melde mich, wenn es Probleme mit euren Antworten gibt. Über ein Foto der wilden Landschaft des Teufelskadrichs im Log würde ich mich sehr freuen.

  1. Was denkt ihr, aus welchen geologischen Gründen die Blockhalden größtenteils nicht bewachsen sind.
  2. Auf der Informationstafel ist teilweise auch von Silikatfelsen die Rede. Erklärt kurz in eigenen Worten, warum dies keinen Widerspruch zu den beschriebenen Quarzitfelsen darstellt.
  3. Schaut euch nun die Halde und Felswand direkt nördlich der Infotafel näher an und beantwortet folgende Fragen durch beobachten.
    1. Schaut euch die Größe der Steinblöcke der Halde direkt nördlich der Tafel an. Haben diese eine ähnliche Größe oder völlig unterschiedliche? Was glaubt ihr, worauf könnte das zurückzuzuführen sein?
    2. Beurteilt ihr das Gesteinsgefüge eher als fein- oder eher als grobkörnig? Ist das Gefüge des Gesteins dicht und kompakt oder von Porenhohlräumen durchsetzt?
    3. Sind die Bruchkanten der Felsbänke und der Felsblöcke eher abgeschliffen gerundet oder eher scharfkantig? Wie könnten sie demnach entstanden sein?
    4. Wie im Listing beschrieben, können bestimmte Minerale Verfärbungen im hellen Quarzit-Gesteinskörper hervorrufen. Welche Minerale könnten aufgrund ersichtlicher Verfärbungen im Quarzit des Teufelskadrichs enthalten sein?

Und nun wünsche ich euch viel Spaß bei einer Wanderung zum Teufelskadrich!

Additional Hints (No hints available.)