Weiden am Erbsenbach
Wissen Sie, was man aus Weiden alles machen kann?
• Baum- und Strauchweiden sind typische Gehoelze an Baechen und Fluessen. Sie haben viele Funktionen in der Natur, werden wegen ihrer speziellen Eigenschaften seit Urzeiten vielfaeltig genutzt, und sogar in der Mythologie und der christlichen Religion erscheint immer wieder die Weide.
• Die weichen, elastischen jungen Weidentriebe eignen sich hervorragend zum Flechten . Der aelteste gefundene Korb ist fast 9000 Jahren alt. Durch das jaehrliche Schneiden der frischen Triebe entstanden Kopfweiden (hier am Bach) mit ihren typischen keulenartigen Verdickungen.
• Steckt man frische Weidenzweige in feuchten Boden, bewurzeln sie sich schnell und treiben wieder aus. Daher werden Weiden heute für ingenieurbiologische Arbeiten z.B. zur Ufer- oder Boeschungsstabilisierung eingesetzt.
• Wegen dieser aussergewoehnlichen Eigenschaften eignen sich Weiden auch für die Gestaltung lebender Zaeune, interessanter Spielobjekte bis zu raffinierten Kunstobjekten.
• Schon seit der Antike ist die medizinische Wirkung einiger Weidenarten bekannt. Vielleicht entdeckten dies Korbflechter, als sie auf den Zweigen herumkauten und dabei ihre Kopfschmerzen oder Fieber gelindert wurden. Denn die Weidenrinde enthält Substanzen ähnlich der Acetylsalicylsaeure (ASS), den Wirkstoff in Aspirin.
• Für Bienen sind die fruehen Blueten (Weidenkaetzchen) eine wichtige Nahrungsquelle im Fruehjahr. Die „Riesen-Erbsen“* in den Weiden am Bach symbolisieren die riesigen Nutzungsmöglichkeiten der Weiden und den Erbsenbach** oder Erwesbach, der 200 m oberhalb von hier in einem Feuchtgebiet beginnt.
Der Name Erbsenbach könnte auf den Anbau von Erbsen zurückgehen, die im Mittelalter zu den Abgaben gehörten, die die Pächter der landgräflichen Höfe leisten mussten.