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Eisernes Kreuz Kall: Flusssysteme der Triaszeit EarthCache

Hidden : 1/26/2016
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Dieser Earthcache befasst sich mit "Fluvitialen Sedimenten".

In den Geowissenschaften bezeichnet man hiermit ein von einem Fließgewässer mitgeführtes zerkleinertes Gestein, umgangssprachlich auch Flussablagerung genannt.

Diese Sedimente sind meist gut gerundet, die Korngrößen reichen vom feinen Sand (0,1 mm) bis zum Geröll (etwa 20 cm) und können alle Gesteine umfassen, die im Einzuggebiet des jeweiligen Flusses vorkommen. Wassermenge und Geschwindigkeit bestimmen die Größe der Fracht in einem Fließgewässerabschnitt.



Mit dem Hjulström-Diagramm kann ermittelt werden, bei welcher Fließgeschwindigeit die Sedimentation (oder Transport und Erosion) erfolgt.













Nordöstlich von Kall, entlang der Landstraße nach Gemünd, ragen am Eisernen Kreuz, einem Kriegerdenkmal, rote Felsen auf. Es sind parallel-, schräg- und kreuzgeschichtete, sandige bis geröllführende Gesteine, deren Entstehung in die Zeit der unteren Trias fällt, genauer des Mittleren und Oberen Buntsandsteins (ca. 245 Millionen Jahre).

Die Aufschlüsse im Bereich des Eisernen Kreuzes zeigen unter anderem eine Abfolge von mehreren fluviatilen (von lateinisch fluvius, also etwa „von Flüssen verursachte“) Zyklen. Dabei überlagern sich mehrere breite, verflochtene Wildflüsse, die zum Teil die Ablagerung der vorhergehenden Flüsse abtragen, alte Rinnenkörper verfüllen und neue Rinnensysteme entstehen lassen.

Durch detaillierte Aufnahme der einzelnen Gesteinsschichten und weitergehenden Untersuchungen, wie z.B. Mineralanalysen und die Messungen der Schrägschichtung, sind die Geolgen in der Lage, die Ablagerungsbedingungen und die Entstehungsgeschichte dieser Gesteine zu rekonstruieren. Zur Zeit des Mittleren und Oberen Buntsandsteins war die Nordeifel ein Senkungsgebiet, das die Eifeler Nord-Süd-Zone verband. Im Westen und im Osten wurde sie durch die Hochgebiete der Ardennen und das Rheinische Schiefergebirge begrenzt.

Es herrschte Wüstenklima. Bei periodisch auftretenden, zum Teil starken Regenfällen wurde Gesteinsmaterial aus den angrenzenden Hochgebieten durch verflochtene verwilderte Flusssysteme ins Ablagerungsgebiet transportiert und dort abgelagert. Bei großen Wassermengen und stärkerer Strömung wurden Gerölle transportiert, während bei nachlassender Wassermenge und Strömung nur noch Sandkörner transportiert und abgelagert werden konnten. Der Rundungsgrad der Gerölle und Körner gibt Auskunft über die relative Entfernung vom Abtragungs- und Ablagerungsgebiet. Gut gerundete Gerölle wurden sehr weit transportiert wohingegen eckige Bruchstücke nur eine geringe Strecke zurückgelegt haben.

Neben dem Transport durch Flüsse (fluviatil) wurde ein Teil der Sande vermutlich auch durch Winde (äolisch) transportiert und in Form von Dünen abgelagert.

Der Buntsandstein bei Kall gehört zu einem größeren Vorkommen dieses Sedimentgesteins, das sich von hier über den ehemaligen Mechernicher Bergwerksbereich bis nach Nideggen erstreckt.

Sie sind im Raum Kall etwa 200 Meter mächtig und lagern im nicht sichtbaren Untergrund auf gefalteten devonischen Schichten(ca. 410 – 390 Mio. Jahre).

Ein detaillierter Blick auf die Gesteinsabfolgen zeigt, daß es sich um einen Wechsel von grobkörnigen Lagen und zwischengeschalteten feiner körnigen Sandsteinbänken handelt.

Die wechsellagernden Geröll-und Sandsteinschichten zeigen die Fließstrukturen ehemaliger Flusssysteme.

Die Schrägschichtung im geröllführenden Sandstein erlaubt die Rekonstruktion der Strömungsrichtung des ehemaligen Flusssystems.

Die Gerölllagen, auch Konglomerate genannt, bestehen meist aus gut gerundeten, aber vereinzelt auch aus kantengerundeten bis eckigen Gesteinsgeröllen in verschiedenen Farben und Größen.

Bei den gut gerundeten Geröllen handelt es sich um kambrische Quarzite (ca. 545 Millionen Jahre), die aus den Ardennen stammen.

Die kantengerundeten bis eckigen Gerölle sind meist Sandsteine,Kalke, Milchquarze und Quarzite aus der näheren Umgebung und dem Rheinischen Schiefergebirge. Das Bindenmittel in den Konglomeraten bildet ein roter bis gelblichbrauner, mittel- bis grobkörniger Sand. Er stammt aus den südlicheren Regionen (z.B. Saarland und Trierer Bucht).

Die Sandsteinschichten zwischen den Konglomeratlagen sind aus mittel- bis grobkörnigen, gut gerundeten Quarzen und vereinzelten Gesteinsfragmenten aufgebaut. Das Bindemittel zwischen den Körnern ist tonig. Meist sind die Körner von einem feinem Eisenhäutchen (Hämatit) überzogen, was dem Gestein seine rötliche Farbe verleiht. Zum Teil treten aber auch gelblichbraune Farben auf, die auf andere Eisenminerale wie Limonit und Goethit zurückzuführen sind. Außerdem sind die Sandsteine zum Teil stark verkieselt und damit sehr hart. Diese Bänke eignen sich daher hervorragend als Baustein. Dieses haben bereits die Römer herausgefunden und man findet in der Nähe Bearbeitungsspuren eines römsichen Steinbruchs.

Durch die spätere unterschiedliche Verfestigung durch Kieselsäure (Verkieselung = Verkittung der Kornzwischenräume durch SIO2) bilden sich oft bizarre Verwitterungsformen wie Hohlkehlen, Wabenmuster und simsartige Vorsprünge heraus.

 

 

Logbedingungen:

Beachte dabei bitte, dass Du Dich in einem Naturschutzgebiet befindest! Das Verlassen der Wege ist nicht gestattet und für diesen Earthcache auch nicht erforderlich.

1. An den gelisteten Koordinaten befindest du dich rechts neben dem Kriegerdenkmal. Hier siehst du eine Abfolge mehrerer unterschiedlicher Schichten unterhalb des immergrünen Bewuchses.

a) Beschreibe knapp die Abfolge der hier sichtbaren Schichten.
Wodurch sind sie entstanden? Erkläre auch, wie es zu den unterschiedlichen Größen der Sedimente und der verschiedenen Mächtigkeit der einzelnen Schichten kommt.

b ) Ausgehend vom jeweils größten Sediment innerhalb der Schichten, ermittle die ungefähre Fließgeschwindigkeit der verschiedenen Flusszyklen.

c) Nur das Konglomerat betrachtet, aus welchem Gebiet denkst du, stammen die Steine? Aus welchem Zeitalter stammt deines Erachtens nach das älteste Gestein im Konglomerat ? Begründe!

2. Es ist zwar möglich, zu Fuß bis zum Parkplatz 2 neben der Straße entlang des Buntsandsteins zu gehen aber nicht empfehlenswert, da man an diesem Abschnitt recht nah an der Straße bleibt. Besser umparken oder den Wanderweg oberhalb der Felsen nutzen (Zugang über den angegebenen Referenzpunkt). Er führt sowohl zu Parken 2 als auch zum Wanderparkplatz Parken 3.

Irgendwo zwischen Parkplatz 2 und 3 wurde das oben im Listing eingefügte Foto mit der Beschriftung "Rinnenkörper eines ehemaligen Flussarmes......" aufgenommen. Suche diese Stelle und nachdem du dir eine Vorstellung von der ehemaligen Flussrinne gemacht hast, bestimme deren ungefähre Breite. Kann man anhand der Rinne Rückschlüsse auf die Fließgeschwindigkeit des ehemaligen Flusses ziehen?

 

Sende eine Mail mit den Antworten. Danach kannst du sofort loggen. Wenn irgendetwas nicht in Ordnung sein sollte, melden wir uns.

 

Quellenverzeichnis:

-Buch GeoRallye Spurensuche zur Erdgeschichte und www.georallye.de

-Infotafeln des Eifelvereins zum Pingenwanderpfad

-Wikipedia

-eigene Bilder

 

Additional Hints (No hints available.)