


Vorgeschichte und Planungen
Bevor in den 1970er Jahren mit dem Braunkohleabbau nördlich von Leipzig begonnen wurde, war die waldarme Region in der Leipziger Tieflandsbucht eher landwirtschaftlich geprägt. Größtes Fließgewässer des Gebiets ist der Lober, der in nördliche Richtung fließt und in die Mulde mündet. Bevor der Aufschluss von Tagebauen im nördlichen Leipziger Vorland beginnen konnte, waren aufwändige Vorbereitungen zu treffen, u.a. die Entwässerung des Bodens. Diese begann 1975 für den Tagebau Delitzsch-Südwest und 1981 für den Tagebau Breitenfeld. Zur Speisung der Grundwasserleiter unter der Stadt Leipzig nahm man 1986 eine 11 Kilometer lange Infiltrationsanlage in Betrieb.
Der Aufschluss von Tagebauen im Raum Delitzsch sollte der Erschließung des Bitterfelder Oberflözes und Teilen der südwestlich von Delitzsch gelegenen Flöze Gröbersund Bruckdorf dienen. In diesem Bereich besteht das Bitterfelder Flöz aus einer Ober- und Unterbank, die eine Mächtigkeit von 1,5 bis 6 Metern aufweisen. Geplant war der zeitlich gestaffelte Aufschluss von folgenden fünf Tagebauen im Raum Delitzsch mit einer Laufzeit von 1980 bis 2050:
- Tagebau Delitzsch-Südwest (Aufschluss im Jahr 1976 erfolgt)
- Tagebau Breitenfeld (Aufschluss im Jahr 1982 erfolgt)
- Tagebau Delitzsch-Süd
- Tagebau Delitzsch-Nordwest
- Tagebau Hatzfeld (südlich von Landsberg, geplanter Aufschluss: 1990)[1]
Die Förderzahlen sollten ab 2020 eine Größe von jährlich 25 Mio. Tonnen Braunkohle erreichen. Die Abbautiefe hätte im Tagebau Delitzsch-Nordwest bis zu 60 Metern, im Tagebau Breitenfeld bis zu 150 Metern betragen. Die in den Tagebauen gewonnene Kohle war für die Versorgung der chemischen Industrie in den Räumen Halle/Merseburg und Bitterfeld bestimmt. Weiterhin war ein Kraftwerk zur Verstromung der Delitzscher Kohle im Ort Beerendorf geplant, dessen Bau jedoch bereits in den 1980er Jahren zurück gestellt wurde. Die mit der Deutschen Wiedervereinigung 1989/90 einhergehende wirtschaftliche Veränderung führte zu einem drastischen Rückgang des Braunkohlebedarfs, was eine vorzeitige schnelle Stilllegung der bereits aufgeschlossenen Tagebaue Delitzsch-Südwest und Breitenfeld bis 1993 zur Folge hatte. Somit kam es auch nicht zum 1990 geplanten Aufschluss des Tagebaus Hatzfeld südlich von Landsberg bzw. der Tagebaue Delitzsch-Süd und Delitzsch-Nordwest. Die ursprünglich geplante Abbaufläche wäre mit 19.000 Hektar eine der größten der DDR geworden. Diese Fläche ist vergleichbar mit der Ostseeinsel Fehmarn in Schleswig-Holstein.
1986








1987


1993



1994


1995


1996


1997



Der ehemalige Tagebau liegt in der Leipziger Tieflandsbucht zwischen Delitzsch im Norden und Leipzig im Süden. Das Abbaufeld Delitzsch Südwest lag, wie der Name sagt, südwestlich von Delitzsch. Südöstlich an dieses anschließend lag das Abbaufeld Breitenfeld, welches nach dem heutigen Leipziger Stadtteil Breitenfeld benannt ist. Der Flusslauf des Lobers wurde durch die Erschließung des Tagebaus verlegt.
Der ehemalige Tagebau Delitzsch-Südwest/Breitenfeld mit seinen zwei ehemaligen Abbaufeldern und heutigen mehreren Tagebaurestlöchern liegt im Freistaat Sachsen (Landkreis Nordsachsen). Nach der Renaturierung des Areals entstanden auf dem Gebiet des ehemaligen Tagebaus Delitzsch-Südwest neben einigen kleineren Seen der Werbeliner, Grabschützer undZwochauer See. Im Gebiet des ehemaligen Tagebaus Breitenfeld entstand der Schladitzer See.
Tagebau Delitzsch-Südwest[Bearbeiten]
Blick über den Tagebau Südwest unter der Förderbrücke
Die vorbereitenden Maßnahmen für den ersten Tagebau im Raum Delitzsch mit dem Namen „Delitzsch-Südwest“ begannen 1975 mit der Entwässerung des Abbaufeldes. Die Absenkung des Grundwassers erreichte man durch ein System von Filterbrunnen und der Abriegelung der Zuflüsse. Der durch das geplante Abbaufeld verlaufende Gienickenbach zwischen Zwochau und Lissa musste auf einer Länge von 3,5 Kilometern verlegt bzw. ausgebaut werden.
Die Aufschlussbaggerung begann im April 1976 mit dem Eimerkettenbagger ERs 560-282 südlich der Stadt Delitzsch. In dem als Förderbrückentagebau konzipierten Tagebau Delitzsch-Südwest wurde das Bitterfelder Oberflöz abgebaut. Die geförderte Kohle diente der Sicherung der Versorgung von Großabnehmern mit Kesselkohle. Dies waren u. a. die Chemiekombinate Buna und Leunasowie die Kraftwerke im Raum Bitterfeld/Gräfenhainichen und des Kraftwerks „Elbe“ in Vockerode. Weiterhin wurde die BrikettfabrikHolzweißig und zahlreiche Kleinabnehmer mit Brikettierkohle beliefert.
In den ersten Jahren wurde der Abraum im Zugbetrieb abgefahren und zum größten Teil im Restloch des stillgelegten Tagebaus Freiheit II bei Roitzsch mit dem Absetzer 1055 verstürzt. Seit September 1977 leistete ein zweiter Eimerkettenbagger mit der Bezeichnung E 1200-549 seinen Dienst. Beide Bagger bereiteten nun gemeinsam die Arbeitsfläche für die Abraumförderbrücke AFB F34-23 vor, die ab dem 1. März 1978 in dem in Stilllegung befindlichen Tagebau Sedlitz in der Lausitz demontiert wurde. Bis zur Inbetriebnahme im Jahr 1979/80 wurde der Abraum mit dem Zug zu den 15 Kilometer entfernten Kippen der ehemaligen Tagebaue Freiheit II und Freiheit III transportiert. Dann wurde der Abraum zusammen mit dem Bagger SRs 1200-1401 und dem Eimerkettenschwenkbagger Es 3150-1297 im bereits im ausgekohlten Teil des Tagebaus verkippt. Diese Struktur ist heute noch im Bereich des Grabschützer Sees erkennbar. Die Kohlegewinnung übernahmen die zwei Schaufelradbagger SRs 240-1518 und -1520 sowie die Eimerkettenbagger ERs 500-298 und -311. Am 3. Dezember 1979 verließ der erste Kohlezug den Tagebau.
Die fortschreitende Ausweitung des Tagebaus Delitzsch-Südwest entgegen dem Uhrzeigersinn in Richtung Süden hatte auch die Umsiedlung mehrerer Ortschaften und deren anschließende Devastierung und Überbaggerung zur Folge. Der erste Ort war Kattersnaundorf im Jahre 1981, dessen Einwohner zum größten Teil in Delitzsch ein neues Zuhause fanden. 1985 folgte die Umsiedlung und Überbaggerung von Grabschütz. Die mit der Deutschen Wiedervereinigung 1989/90 einhergehende wirtschaftspolitische Veränderung führte zu einem drastischen Rückgang des Braunkohlebedarfs, was eine vorzeitige schnelle Stilllegung des Tagebaus Delitzsch-Südwest bis 1993 zur Folge hatte. Während die geplante Umsiedlung und Devastierung von Wolteritz dadurch nicht mehr durchgeführt wurde, vollzog man 1992 trotz massiver Proteste den Abriss des 1990/91 umgesiedelten Nachbarorts Werbelin, welcher aber nicht mehr überbaggert wurde. Zur Betriebseinstellung 1993 war der Tagebau Delitzsch-Südwest nicht einmal zu 50 Prozent ausgekohlt. Durch das abrupte Ende der Braunkohleförderung südlich von Delitzsch blieben die Orte Lemsel, Brodenaundorf und Brodau, die im geplanten Abbaufeld lagen, erhalten.
Quelle: LMBV 10 Jahre Sanierungsbetrieb mit Tagebaugroßgeräten 2001
Fotos: torsten; wolfgang
https://de.wikipedia.org/wiki/Tagebau_Delitzsch-Südwest/Breitenfeld
Zum Cache:
Hier dürft Ihr nicht mit zu großen Erwartungen ran gehen, lange haben wir auch überlegt überhaupt nen Cache an dieser stelle auszulegen und erst nachdem die neue Zufahrtsstraße und der Parkplatz fertig gestellt wurde, die stelle nochmal besichtig wurde haben wir uns entschlossen das es richtig ist hier etwas zu hinterlassen. den so wie es aussieht ist es wohl von Delitzscher Seite das letzte noch vorhanden Gebäude direkt am See welches zum ehemaligen Tagebau gehörte.