Nach dem Zusammenschluss der beiden selbstständigen Gemeinden Possendorf und Bannewitz am 1.1. 1999 ist Possendorf der Verwaltungssitz der sächsischen Gemeinde Bannewitz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Ort hat 1508 Einwohner (Stand:12/2012) und liegt südlich des Hauptortes Bannewitz.
Im Ort kreuzen sich die Staatsstraße 36 und die Bundesstraße 170.
Die Kirche findet ihre erste Erwähnung im Jahr 1198. Der Kirchturm ist mit einer Höhe von 57 Metern der größte im ehemaligen Weißeritzkreis. Er wurde von 1584 bis 1838 errichtet. Die Uhr aus dem Jahr 1884 stammt aus Glashütte. Das Kircheninnere ist geschmückt mit Kreuzgewölben, der Orgel von 1881, den Logen und den farbigen Fenstern von 1896. 2010/11 wurde die Kirche grundlegend im Innenraum saniert. Dabei erhielt der Altarraum wieder ein drittes Fenster, das von dem Maler Christoph Wetzel gestaltet wurde.
Quelle: Wikipedia und "Geschichte der Gemeinde Possendorf" 1995.
Geschichte des Possendorfer Geläuts
Die Vermutung liegt nahe, dass schon 1521, beim ersten Bauabschnitt des Kirchturmes, eine Glocke in Possendorfer vorhanden war. Aus dem Jahr 1580 stammt bereits der Hinweis auf ein Dreiergeläut. Alle drei Glocken hängen an gekröpften Jochen, die große Glocke an einem gusseisernen Joch, die mittlere und kleine Glocke an stählernen Jochen. Dadurch hängen sie höher und haben einen geringeren Schwungradius. Über die Jahrhunderte gab es immer viele Änderungen an den Glocken.
Hier ein kleiner Ausriss.
1584 Guss der großen Glocke in Freiberg durch Wolff II. Hilliger 1699 Der Kirchturm erhält seinen barocken Turmaufsatz. Aus diesem Anlass wurden zwei neue Glocken gegossen, die neue große Glocke und die kleine Glocke. Sie wurden von Michael Weinhold aus Dresden hergestellt. Die bisherige große Glocke wurde dadurch zur mittleren Glocke.
1807 Die große Glocke erleidet erneut einen Riss, wird aber unverändert weiter geläutet. 1825 Die große Glocke erleidet erneut einen Riss, wird aber wiederum unverändert geläutet.
1826 Während des Osterläutens bricht ein Stück aus dem Glockenmantel heraus. Die Glocke wird vollends unbrauchbar und muss bis 1828 schweigen.
1828 Neuguss der großen Glocke durch Gussinspektor Sigismund Schröttel in Dresden an der Königlich-Sächsischen Stückgießerei. In der ganzen Kirchgemeinde werden Gelder für den Glockenguss gesammelt.
1917 Die mittlere und die kleine Glocke werden für die Kriegsrüstung abgegeben und von Pionieren auf dem Kirchturm zerschlagen.
1919 Die Kirchgemeinde beschafft sich neue Bronzeglocken aus der Gießerei Bierling. Die kleine Glocke wird von Gertrud von Wulffen, Rittergutsbesitzerin Kleincarsdorfs gestiftet.
1935 Auf dem Gemeindeamt wird eine Alarmsirene für den Luftschutz und die Alarmierung der Feuerwehr montiert. Die Glocken verlieren ihre Funktion zur Alarmierung der Feuerwehr.
1940 Wie überall in Deutschland wurden auch die Possendorfer Glocken für die „Reichsmetallreserve“ auf Befehl Hermann Görings erfasst. Laut Formular sollte angegeben werden, ob sich auf dem Rittergut, der Schule und dem Rathaus ebenfalls Glocken befinden. Die Kirchgemeinde lässt die entsprechenden Zeilen frei.
1941 Die Abnahme der Glocken rückt näher, wenn möglich soll eine Tonaufnahme des Geläuts erfolgen. Dies scheint nicht erfolgt zu sein.
1942 Am 16. Januar Abnahme der kleinen und mittleren Glocke vom Turm durch eine Kreischaer Baufirma.
1955 Neuguss der kleinen und mittleren Glocke in Apolda in Form von Eisenhartgussglocken, der Volksmund spricht von Stahlglocken. Die Weihe erfolgt am 3. Advent 1955 durch Pfarrer Max Martin Rasch. Die Glockenzier ist schlicht und besteht nur aus einem Kreuz, der Jahreszahl des Glockengusses, einem Bibelvers und dem Zeichen der Gießerei.
1971 Der letzte Possendorfer Glöckner, Alfred Schneider, der „Laute-Schneider“ stirbt. Das Geläut wird daraufhin elektrifiziert. 2015 Die Kirchgemeinde feiert am 3. Advent die 60-jährige Glockenweihe der Stahlglocken.
Heute können unsere Glocken auch über Funk angesteuert werden, was vor allem bei Beerdigungen genutzt wird.
Der Zeitschlag der Glocken alle 15 Minuten und zu den vollen Stunden wird vom Schlagwerk ausgeführt. Dieses ist mit dem Uhrwerk verbunden.
Eine Besonderheit ist das Mittagsläuten um 11.30 Uhr und nicht um 12.00 Uhr. Dies geht auf das Jahr 1630 zurück. Damals kam ein feindliches Heer auch durch Possendorf gezogen. Ob es die Schweden oder ein anderes Heer war, ist nicht bekannt. Die Einwohner versteckten sich mit ihrem Vieh in den nahegelegenen Wäldern. Einige Männer beobachteten vom Waldrand aus den Abzug der Soldaten, eilten zur Kirche und verkündeten den Einwohnern den Abzug des Feindes. Der Sage nach, soll dies um 11.30 Uhr gewesen sein. Seitdem läuten die Possendorfer Glocken 11.30 Uhr.
Quelle: Kirchgemeinde Possendorf (zusammengestellt von Peter Behrendt)
Bleistift und Spitzer verbleiben bitte in der Dose.
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