Geschichte des Klukkert-Hafens
Zusammen mit dem letzten fertiggestellten linksemsischen Kanal, dem Nordhorn-Almelo-Kanal, war der Klukkert-Hafen am 30. Juni 1904 für den Verkehr freigegeben worden. Auf Initiative von Nordhorner Bürgern und mit Unterstützung von Landrat Kriege wurden 1903 Planungen für einen Umschlaghafen aufgenommen. Insbesondere für die Nordhorner Textilindustrie, aber auch für das zukünftige Verkehrsaufkommen auf dem Kanal erschien es günstig, einen solchen Hafen nahe der Überführung der Bentheimer Kreisbahn über den Kanal anzulegen.
Allerdings erst als das Textilunternehmen Niehues & Dütting 5.000 Mark zum Bau des Hafens beisteuerte und andere Interessenten weitere 3.000 Mark angeboten hatten, war die Finanzierung des Hafens gesichert. Daraufhin wurde die Genehmigung für den Bau des Umschlaghafens vom Regierungspräsidenten am 28. November 1903 erteilt.
Den Klukkert-Hafen hatte man derart bemessen, dass gleichzeitig vier Schiffe be- oder entladen werden konnten und ein Wenden der Schiffe möglich war. Das Hafenbecken wurde an den Ufern mit Sandstein eingefasst, und an der Westkaje entstand ein Warenlagerhaus.
In den folgenden Jahren wurde der Klukkert-Hafen rege genutzt, und zwar sowohl von Niehues & Dütting als auch vom benachbarten 1927/28 entstandenen Werk II von Povel & Co. Da später die Kohle für Niehues & Dütting an deren Kohlehafen am Nordhorn-Almelo-Kanal umgeschlagen wurde, nutzte man den Klukkert-Hafen nur noch als Wendebecken.
Mit Einstellung der Schifffahrt auf dem Nordhorn-Almelo-Kanal zwischen 1963 und 1965 wurde der Klukkert-Hafen stillgelegt. Anfang der 1990er Jahre hatte man den Hafen durch eine Spundwand vom Nordhorn-Almelo-Kanal abgetrennt und danach als Regenwasser-Auffangbecken verwendet. In dieser Zeit eroberte sich die Natur dessen Terrain durch starken Baumbewuchs zurück. Mit Ausnahme des Abbruchs des ehemaligen Warenlagerhauses in früherer Zeit erfuhr der Hafen jedoch keine tiefgreifenden baulichen Veränderungen.
Um den Hafen als Zeugnis vergangener Schifffahrtskultur erhalten zu können, wurde dessen Instandsetzung beschlossen. Nachdem der Hafen als Bestandteil des Nordhorn-Almelo-Kanals als Kulturdenkmal ausgewiesen worden war, ermöglichte eine Spende der Niedersächsischen Sparkassenstiftung die Erneuerung des Klukkert-Hafens. Mit weiteren Zuwendungen der Stadt Nordhorn, des Landkreises Grafschaft-Bentheim und der Nino Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft konnte der Klukkert-Hafen zur Jahreswende 2005/2006 instandgesetzt werden. In Zukunft soll dieser Hafen einem regen Schiffsverkehr auf dem benachbarten Nordhorn-Almelo-Kanal sowie als Umsteigemöglichkeit zwischen dem Wasser und dem Land dienen.
Die Gleisanlagen im Bereich des Hafens wurden in der Vergangenheit von der Bentheimer Eisenbahn als Abstellgleis für diverse Güterwagen genutzt. Seit dem Sommer 2015 aber tut sich etwas: der Verein GrafMEC bekommt die Möglichkeit, auf dem Gelände eine Abstellhalle für seine historischen Wagen zu bauen. Somit werden diese gegen Einflüsse der Witterung, aber auch Vandalismus geschützt. Außerdem soll ein Museum entstehen.



Bitte verhaltet euch unauffällig. Das Baustellengelände darf auf keinen Fall betreten werden. und achtet bei Suchen bitte auf Hinterlassenschaften von Hundemuggeln. Leider gibt es davon zahlreiche.
Quelle: Herbert Raben, GrafMEC