
Knautnaundorf ...
...ein Dorf, das alles hat, was ein Dorf braucht: bellende Hunde, sich helfende Nachbarn und ländliche Gemütlichkeit. Aber auch das älteste erhaltene Bauwerk (Andreaskapelle, ca. 1100) und mit 205 Metern das höchste Bauwerk Leipzigs (Schornstein des Stahl- und Hartgusswerkes Bösdorf) gehören zu Knautnaundorf.
Ich wohne seit 1997 in dem schönen beschaulichen Ort Knautnaundorf. Und immer wieder stoße ich auf die Faszination der Chronik Knautnaundorfs. Deswegen möchte ich Euch mit diesem Cache etwas von der Geschichte erzählen.
Beginnen wir also mit den Anfängen. Hier ein paar Auszüge aus dem ersten Teil der Chronik:
Um 1090
An der Kreuzung der Straße von Merseburg nach Eythra/Zwenkau und der von Halle kommenden Salzstraße, die zu dieser Zeit wohl über Seebenisch führt, entstehen ein Herrensitz und ein Wirtschaftshof. Die Rundkapelle im böhmischen Stil weist auf Wiprecht von Groitzsch als Gründer hin. Die Kapelle, die in der Gebietspfarrei Schkeitbar entsteht, wird dem heiligen Andreas geweiht. An den Herrensitz schließt sich eine Gutsgasse (Alte Straße; heute: Rundkapellenweg) an, die auf Höhe der Rundkapelle endet. Zwischen dieser und dem Luppenbach bildet sich eine Dienstleutesiedlung. Auf den Herrensitz kann nur über die von außen begehbare Herrschaftsempore in der Rundkapelle geschlossen werden. Er befand sich wohl nördlich und östlich der Kirche im Bereich des Pfarrgartens. Östlich daran schloss sich der Wirtschaftshof an. Die Straße von Markranstädt, die in gerader Linie auf die nach Eythra abknickende Straße von Merseburg führt, begrenzt Wirtschaftshof und Dienstleutesiedlung im Osten.
Wiprecht von Groitzsch ließ den Herrensitz wohl als Vorposten gegen das Bistum Merseburg anlegen, um die Straße zu den bischöflichen Stützpunkten Eythra und Zwenkau zu kontrollieren. Sein im Reichsdienst und durch Heirat erworbenes Herrschaftsgebiet erstreckt sich vom Stammsitz Groitzsch bis in das um Dresden gelegene Gebiet Nisan. In den Pegauer Annalen wird berichtet, dass Wiprecht zahlreiche Fehden führte. Das dadurch gewonnene Land wird er seinem Stammsitz Groitzsch zugeschlagen haben. Ein Feind Wiprechts war "Friedrich von Cutze" (wahrscheinlich Kitzen). Nimmt man an, dass er diesen ebenfalls in einer Fehde besiegte, erklärt dies das Fußfassen im Knautnaundorfer Raum. Die Wehrhaftigkeit der Rundkapelle mit Sperrbalken und Fenster in vier Meter Höhe weisen auf die Vorpostenstellung der Kapelle hin. 1097 erhält Wiprechts Ministeriale Vitic in Schkorlopp (Großschkorlopp) 4 Hufen Land.

Informationen zur Andreaskapelle:
Die Andreaskapelle umgeben von dem Friedhof in Knautnaundorf ist ein mittelalterlicher Bau des 11. / 12. Jahrhunderts in neuem Gewand. Übereinstimmungen zwischen dem Rundbau aus Bruchstein im Westteil der Kirche und der Kapelle der Groitzscher Wiprechtsburg spiegeln die enge Verwandtschaft Wiprechts II. von Groitzsch, einer der schillerndsten Figuren des Mittelalters, zur böhmischen Herzogsfamilie wieder. Ähnliche Rundbauten des späten 11. und frühen 12. Jahrhunderts existieren in Böhmen. Wiprecht war mit Judith, einer Tochter des böhmischen Herzogs Vladislav II. verheiratet, und dürfte den Bautyp der Rotunde in seinen eigenen Herrschaftsbereich übernommen haben. Im Rahmen einer Rekonstruktion von Wiprechts Rundkapelle 1959 - 67 gelang es, die ursprüngliche Baugestalt der Knautnaundorfer Kapelle zu präzisieren. Offenbar war Knautnaundorf gegen Ende des 15. Jahrhunderts zum Pfarrdorf geworden. Der ursprünglich nur für herrschaftliche Belange vorgesehene Gottesdienstraum reichte nicht mehr aus. Die Apsis wurde niederlegt und an ihrer Stelle ein einfacher Saal mit Chor anfügt, der heutige Gemeindesaal. 1719-21 erfolgten weitere Veränderungen, indem die Fenster des Saales vergrößert wurden und der Rundbau einen achteckigen Turmaufbau erhielt. Die 1994 fertig gestellte Rundkapelle ist mit ihrer Innenausstattung der älteste erhaltene sakrale Raum in Sachsen.
Zu dieser Cache-Reihe gehört noch folgender Mysterie:
GC6BMA3 “ Knautnaundorf-1000-Jahre-Geschichte-#Bonus“
Vielen Dank an Mario Stöbe. Für die Chronik und Recherchen zum Ort Knautnaundorf.
Chronik Knautnaundorf Teil 1
Quelle: [http://www.knautnaundorf.de]
Listing Version 2016-09-02