Steinbach hat seinen Hilderhof wieder
Von Gerd Wassner - Darmstädter Echo 16.07.2015
Ortsanässiger Künstler schafft Ersatz für verkauftes Werk an der Ecke Einhardstraße/Darmstädter Straße
STEINBACH - Das Ortsbild Steinbachs ist wieder komplett: Der im Schloss Fürstenau ansässige Künstler Hagen Hilderhof hat ein Ersatzstück für das bisher an der Bundesstraße 47 ausgestellte Werk geschaffen. Die Leihgabe hatte nach ihrem Verkauf den Ort gewechselt.
An der Ecke der Kreuzung Einhardstraße/Darmstädter Straße in Steinbach kann jetzt wieder eine beeindruckende Metall-Skulptur betrachtet und bewundert werden, die dem künstlerischen Schaffen des Wahl-Steinbachers Hagen Hilderhof (78) entstammt. Der Künstler lebt mit seiner Frau seit 1993 im Schloss Fürstenau, wo er auch sein Atelier führt. Viele der berühmten Werke des Bildhauers sind also in den Räumen gleich links neben dem Eingang zum Schloss entstanden.
Wie vollkommen der Künstler in seinem Wohnort Steinbach angekommen ist, zeigt sich daran, dass er dort nicht nur beruflich tätig ist und sein Privatleben pflegt, sondern sich auch gesellschaftlich einbringt. So arbeitet er seit deren Gründung in der Agenda-Gruppe Ortsbild Steinbach mit. Hagen Hilderhof ist in Heidelberg geboren und in Wertheim am Main aufgewachsen. Bevor er nach Steinbach kam, lebte er ab 1959 in Düsseldorf als freischaffender Künstler und hatte von 19981 bis 1992 einen Lehrauftrag für das Fach Gestaltungslehre an der Gesamthochschule und Universität Wuppertal. Skulpturen von ihm waren schon bei etlichen bedeutenden Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.
Da soll der Wohnort des Künstlers selbst auch künftig nicht zurückstehen, wie die Aufstellung einer neuen Figur unterstreicht. Das vor einigen Tagen installierte 4,90 Meter hohe und 1,80 bis 2,00 Meter breite Gebilde steht anstelle jener Stele, die das Steinbacher Straßenbild zuvor jahrelange mit einem Blickfang versorgte. Mit fünf Metern war sie noch etwas höher, aber auch etwas schlanker. Diese Skulptur war, wie die jetzige auch, eine Dauerleihgabe von Hilderhof an die Stadt Michelstadt. Mit dem nun erfolgten Verkauf stand sie für Steinbach nicht mehr zur Verfügung; seinen Platz hat das Werk nun in Darmstadt.
Spezialisiert auf Corten-Stahl
Hilderhof hat sich in seinem künstlerischen Wirken auf Skulpturen aus Corten-Stahl spezialisiert. Dieses in den USA entwickelte Metall setzt zwar eine rostfarbene Patina an, verrostet aber nicht. Außer Eisen beinhaltet dieses Material auch Chrom und Kupfer. Grundlage für das künstlerische Schaffen des Wahl-Odenwälders sind mathematische Erkenntnisse und Gesetze, die er sich zu eigen macht und nach denen er seine Werke nach seinen Vorstellungen modelliert. Ist dann das Modell baureif, beauftragt Hilderhof eine Werkstatt in Heilbronn, die nach seinen Vorgaben und dem maßstabgerechten Pappmodell dann die Stahlskulptur erstellt.
Im Gelände rund um das Schloss Fürstenau sind 30 verschiedene Skulpturen von Hilderhof zu sehen, die er dort mit Einverständnis der Grafenfamilie aufgestellt hat. Ein weiteres Werk des Künstlers, das sogenannte Hammerrad, ist seit 2001 an der Kreuzung des Hammerwegs mit den Bundesstraße 45/47 zu sehen. Auch dabei handelt es sich um eine Leihgabe des Steinbacher Kunstschaffenden an die Stadt Michelstadt.
Die Podestplätze:
FTF : Tscheppi, Vielbrunnser
STF : ae1965
TTF : 64839m