Skip to content

Die Marsch in Ostfriesland EarthCache

Hidden : 2/24/2016
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:

Dieser Earth-Cache möchte dir die Besonderheiten und Eigenschaften des Marschbodens näherbringen. Die Aufgaben können an zwei Stationen (Knockster Tief und am stärksten unabsichtlich geneigten Turm der Welt) in Suurhusen beantwortet werden, die ca. 1 km auseinanderliegen und mit dem Fahrrad oder zu Fuß sehr gut zu erreichen sind. Die Fragen sind einfach gehalten und können in kurzen Stichpunkten beantwortet werden.

Die Marsch

Als Marsch wird eine Bodenform bezeichnet, welche relativ jung ist und sich in dieser Form erst nach dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 8000 Jahren herausbildete. Sie entstand zwischen Dänemark und Belgien aus der Verlandung ehemaliger Wattflächen (Schwemmland), welches durch die Gezeiten der Nordsee (Ebbe und Flut) nicht mehr regelmäßig überflutet werden konnte. In Deutschland erstreckt sich die Marsch nur im nordwestlichen Teil des Landes in den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein in Küstennähe, sowie entlang einiger Flussmündungen (siehe Abb. 1). Gebiete, welche durch diese Bodenform geprägt sind, werden Marschland genannt.
Dabei unterscheidet man die „Alte Marsch“ und die „Neue Marsch“. In der „Alten Marsch“, auch „Sietland“ genannt, liegt z.B. der Ort Suurhusen. Dieses Sietland liegt weiter im Landesinneren und besteht aus vorwiegend feintonigen Schlickablagerungen, leidet unter Nässe und besitzt eine starke Dichtigkeit im Bodengefüge, weshalb die „Alte Marsch“ auch als schwerer Klei-Boden bezeichnet wird. Im Gegensatz zur „Neuen Marsch“ welche näher an der Küste liegt, kann die „Alte Marsch“ auch wenige Meter unter Normalnull liegen, da hier keine Anlandung von neuen Sedimenten mehr erfolgt.

Entstehung der Marschen:

Mit den Gezeiten der Nordsee (Ebbe und Flut) wird permanent Schlick (Watt) angespült, der sich auf dem sandigen Geestboden ablagert. Schon vor vielen Jahren wurden durch künstliche Prozesse (z.B. Deichbau) die abgelagerten Schlickflächen vor den täglich auftretenden Nordseefluten geschützt. Dadurch konnten diese Bereiche nicht mehr vom Meer überschwemmt werden und verlandeten allmählich. Diese verlandeten Watt-/ Schlickflächen und werden heute als Marsch(boden) bezeichnet.
Durch den hohen Salzgehalt siedelten sich zunächst nur salzverträgliche Pflanzenarten, wie die Salzwiesen auf diesem Boden an, sodass die Marsch an der Oberfläche eine gewisse Festigkeit entwickelte. Erst durch Niederschläge wurde das Salz allmählich aus der Marsch herausgewaschen.

Eigenschaften & Besonderheiten der Marsch:

Die reine Trockenlegung von angeschwemmten Wattflächen ist auch der Grund dafür, weshalb Marschgebiete so gut wie keine natürlichen Steigungen im Gelände aufweisen können und nah am Meeresspiegel liegen. Der Grundwasserpegel befindet sich hier ebenfalls nur knapp unter der Erdoberfläche.

In der Pedologie (Bodenkunde) wird die Marsch daher dem Semiterrestrischen Bodentyp (Grundwasserböden) zugeordnet.
Eine Besiedelung dieses sehr wasserhaltigen und dadurch sehr weichen aber auch fruchtbaren Bodens erfolgte hauptsächlich nach dem Bau von Deichen an der Küste.

Die Marsch als Semiterrestrischer Boden weist auch jetzt noch einen hohen Bestandteil an Wasser auf, wofür heutzutage nicht mehr die Überflutung der Nordsee, sondern Niederschläge und der hohe Grundwasserpegel für verantwortlich sind. Da die Marsch größtenteils mit Wasser gesättigt ist, prägen viele Wasserläufe unterschiedlicher Größe (auch Tiefs oder Schloote genannt) das Landschaftsbild. Sie dienen hauptsächlich der Entwässerung dieses permanet feuchten Bodens und münden in die Nordsee.

An einem solchen größeren Wasserlauf, überwiegend natürlichen Ursprungs, befindet ihr euch an der ersten Station, dem Knockster Tief.

Das Knockster Tief: (an Station 1)

Das Knockster Tief ist einer von vielen ostfriesischen Wassergräben und hat seinen Ursprung in der Gemeinde Südbrookmerland. Es wird aus dem natürlich entstandenen Niedermoorsee „Großes Meer“ gespeist, welches einer von ehemals weit über 100 Binnenmeeren darstellt und im Gegensatz zu vielen anderen Seen in der Alten Marsch noch nicht verlandet ist.

Ca. 13 km. westlich von Emden mündet das Knockster Tief in die Nordsee. Dabei befindet sich an der Nordseemündung ein Siel, damit die zweimal täglich auftretende Nordseeflut das Wasser nicht durch die Wassergräben zurück ins Landesinnere drückt.
In Suurhusen dienen u.a. die Wassergräben Knockster Tief und Wichhusenschloot (Station 1), sowie das Suurhuser Tief (zwischen Station 1 & 2) in erster Linie der Entwässerung der Marsch. Somit tragen die vielen Wassergräben dazu bei, dass die Böden entlang dieser Flächen eine Festigkeit entwickeln, welche die Besiedlung und Bewirtschaftung durch Landwirtschaft ermöglicht.

Der schiefe Turm von Suurhusen: (Station 2)

Die wahrscheinlich bekannteste Sehenswürdigkeit Suurhusens ist der Kirchturm der Geminde, laut Guinness Buch der Rekorde der schiefste Turm der Welt. Die Neigung des Turms ist auf Veränderungen im Marschboden zurückzuführen.
Die Kirche wurde im Jahr 1450 schon zum Schutz vorm Einsinken in der weichen Marsch auf Eichenstämmen errichtet, welche der Kirche viele Jahrhunderte lang eine ausreichende Standfestigkeit gaben.
Damit der Marschboden eine größere Standfestigkeit geben kann, begann man, den Marschboden intensiver zu entwässern. Es wurden Wassergräben, wie das Knockster Tief, vergrößert und ausgebaut, wodurch noch mehr Wasser zur Nordsee abfließen kann. Jedoch entwickelten sich daraus neue Probleme:
Bislang war der Marschboden durch den hohen Wassergehalt wassergesättigt und damit sauerstofffrei. Durch die Entwässerng sank nun der Wasserspiegel im Boden. Erstmals konnte Sauerstoff durch kleinste Poren ins Bodengefüge eindringen und zum Eichenfundament der Kirche vorstoßen. Durch den Sauerstoff fingen die Eichenstämme unter der Kirche an zu verrotten und boten dem schweren Turm als Fundament keinen ausreichenden Halt mehr. So begann sich der Turm langsam zu neigen.
Erst nachdem die verrotteten Eichenstämme durch ein tragfähiges Betonfundament ausgetauscht wurden, konnte die fortlaufende Schrägstellung angehalten werden. Seitdem befindet sich in Suurhusen der schiefste Kirchturm der Welt.


Um diesen EarthCache zu loggen, beantworte bitte die folgenden Fragen und schicke mir die Antworten über das Message Center zu. Kurze Stichpunkte reichen vollkommen aus. Du kannst dann direkt loggen – wenn etwas nicht stimmt - melde ich mich.

Aufgaben:


An Station 1: (zwischen Holzbrücke und Bank)



1.) Schau dich hier, sowie auch in nordwestliche Richtung um und nenne 2 Eigenschaften, die für eine Marschlandschaft typisch sind. (z.B. im Relief, Gewässernetz, Oberflächenformen der Felder,...)

2.) Bestimme mit Hilfe deines GPS-Gerätes die Höhe des Standortes.
(kleiner Exkurs, der nicht beantwortet werden muss: Anhand der Höhenmessung kannst du erkennen, was ein leichter Meeresspiegelanstieg ohne den Ausbau von Deichen an der Nordseeküste für Suurhusen und das ganze Marschland zur Folge hätte.)


An Station 2 - (Ablesestation am schiefen Kirchturm von Suurhusen)


An dieser Station siehst du anhand des schiefen Kirchturms eine Folge, welche aus der Absenkung des Grundwasserspiegels im Marschboden resultierte. (siehe dazu auch die Erklärung im Listing)
Vor der Kirche findest du ein silbernes englischsprachiges Schild:

3.) Welcher Neigungswinkel ist hier für den Kirchturm in folgendem Satzabschnitt angegeben? [with an angle of inclination of ___?___ degrees]

4.) Bitte füge deinem Logeintrag noch ein Bild am schiefen Kirchturm und/oder am Knockster Tief bei.



Viel Spaß mit diesem EarthCache und natürlich
eine schöne Zeit im beschaulichen Ort Suurhusen!




Literatur:


BUSCHE, D. et al. (2005): Landschaftsformen der Erde. Bildatlas der Geomorphologie.
KRÖMER, R. et. al. (1987): Ostfriesland.
MEYER, H.-H. & Seedorf, H. (1992): Landeskunde Niedersachsen. Historische Grundlagen und naturräumliche Ausstattung, Band 1.
POTT, R. (1999): Nordwestdeutsches Tiefland zwischen Ems und Weser.
Rheinische Post (2012): Der Schiefe Turm von Suurhusen. Zeitungsartikel der RP vom 10.05.2012.
SCHEFFER, F. (2010): Lehrbuch der Bodenkunde, 16. Auflage.
SINGER, P. et. al. (1979): Harms Landeskunde. Niedersachsen.

Additional Hints (Decrypt)

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)