Am 8. Mai 1945 erreichten britische Truppen Klagenfurt, knapp vor den jugoslawischen Truppen. Der Zweite Weltkrieg war verloren, die Ära des Nationalsozialismus beendet. Nach tagelangem Verhandeln mit Demokraten und Vertretern des Widerstandes verkündete Nazi-Gauleiter Friedrich Rainer schließlich die Kapitulation.
Historisch betrachtet sind diese Tage im Mai 1945 an Dramatik kaum zu übertreffen, sagte Wilhelm Deuer vom Landesarchiv Klagenfurt: "Gauleiter Rainer war ein richtiger 'Hardliner', der gesagt hat, er hält durch. In den späten Abendstunden des 7. Mai, wo wirklich schon klar war, dass es sich nur mehr um Stunden handeln kann, haben ihn die Vertreter der Kärntner demokratisch legitimierten Parteien überredet. So hat er dann resigniert. In der Nacht von 7. auf 8. Mai wurde faktisch die Macht den Nationalsozialisten abgenommen."
Der provisorische Vollzugsausschuss bestand aus zwei Sozialdemokraten, zwei Vertretern der Christlich Sozialen und einem Widerstandskämpfer. Sie waren erste Ansprechpartner für die britischen Besatzer, die es nach einem förmlichen Wettlauf mit den jugoslawischen Truppen um Stunden früher in die Landeshauptstadt geschafft hatten.
Diese Ereignisse haben sich am Vormittag des 8. Mai 1945 abgespielt, so Deuer: "Die Engländer sind über den Plöckenpass gekommen und sind - Hals über Kopf - cirka um 9.30 Uhr vormittags in Klagenfurt einmarschiert. Sie waren damit tatsächlich schneller als die Partisanen".
Dann begann ein finsteres Kapitel Zeitgeschichte, so Deuer: "Die Partisanen haben sofort von den Engländern Widerstand zu spüren bekommen. Leider ist es aber auch zu Verschleppungen gekommen."
Insgesamt sollen 350 Kärntnerinnen und Kärntner verschleppt worden sein, 128 davon sind nie wieder aufgetaucht.
Quelle: kärnten.orf.at