Burgstall-Trophy
Das Mühlviertel verfügt über wunderschöne Burgruinen wie Prandegg und Ruttenstein oder auch die Burg Clam als Zeugen unserer mittelalterlicher Geschichte.
Etwas weniger im Fokus der Aufmerksamkeit liegen eine Vielzahl weiterer historischer Stätten- Burgställe auf den Hügeln, wo von festen Häusern oder Holzburgen vielleicht gerade einmal nur mehr wenige Fundamente oder Stufen und Ausnehmungen im Granitfels übrig sind. Letztendlich ist der Bezirk reich an über einem Dutzend derartiger Plätze.

"Als Burgstall (Singular der Burgstall, Plural die Burgställe, altertümlich die Burgstähl, auch Burgstelle, Altburgstelle, wird in der Burgenkunde eine Burg bezeichnet, von der noch weniger erhalten ist als eine Ruine. Die Fachliteratur kennt zudem den Begriff abgegangene Burg, der meist mit der Bezeichnung „Burgstall“ gleichzusetzen ist." (Quelle: wikipedia)
Dreier solcher Orte können nun mit der Serie aufgesucht werden. Als Bonus habe ich dann einen weiteren Lost Place für dich. Dafür benötigst du Variablen aus Etappe 1&2. Etappe 3 kann besucht werden, ist aber optional gehalten um km zu sparen.
Burgstall Strafenberg
Wikipedia weiß über diese Stätte Folgendes zu berichten:
"Die Holzburg lag auf dem Gipfelfelsen des Strafenberg. Dieser fällt nach Nordwesten 25 m ab. Das schräg verlaufende Gipfelplateau erstreckt sich auf etwa 23 m mit 5 m Höhenunterschied. Die sich hier befindliche Wehranlage kann aufgrund von Einstemmungen in den Felsen genau beschrieben werden.
Die äußere Ringmauer wird durch unregelmäßige, trogartig ausgehöhlte Rinnen (16–25 cm breit, bis zu 25 cm hoch) markiert. In diese wurden dem Gelände folgend hölzerne Palisaden (etwa 21 × 21 cm) eingestellt. Diese Struktur bildet ein unregelmäßiges Pentagon. Hinter den Rinnen befinden sich bis zu 80 cm lange und etwa 24 cm breite und bis zu 30 cm hohe Bettungen für waagrechte Balken, an denen die Palisaden mit Holznägeln befestigt waren. Parallel zur Außenwand sind in einem Abstand von 1,8 bis 2 m runde oder viereckige Fundamente (19 bis 28 cm) für Ständer ausgestemmt. Hier verlief ein Wehrgang. Für die größeren Ecksäulen, die in der äußeren Palisadenflucht standen, sind wesentlich größere Ausnehmungen geschaffen worden. Auch Pfostenlöcher für eine Treppenkonstruktion konnten gefunden werden.
Der Gipfel des Strafensteins ist waagrecht abgeebnet. Hier dürfte also der Wohnturm der Anlage gestanden haben. Diese wurde partiell auf einer Trockenmauer errichtet.
Der Zugang zu der Burg erfolgte über einen schmalen Steg von der Nordostseite des Strafenbergs. Dieser führte zur südöstlichen Ecke der Wehranlage, an dem sich ein kleines Steinhaus, vermutlich der erste Eingang zur Burg, befindet. Es wird hier aufgrund der Funde (Teile von Zaumzeug, Hufeisen, Hufnägel) ein Pferdestall und eventuell eine Kammer für einen Knecht vermutet. Von dort konnte man über eine abgewinkelte Blocktreppe zu der sechs Meter höher gelegenen und von einem Tor geschützten Kernanlage der Burg aufsteigen. Der Aufgang war durch eine Palisadenwand geschützt, eventuell auch von einem Pultdach. Der Burghof wurde im Norden von einem Küchenbau und im Süden von dem Wohnturm (6,3 × 8,3 m) eingenommen und war mit einer Mauer umfriedet. Es wird hier auf der Ebene des ersten Stocks des Wohnturms auch ein Wehrgang vermutet, der auch zu dem Eingang des Wehrturmes führte. Das Untergeschoss dürfte als Vorratsraum und Keller gedient haben, darüber können zwei weitere Geschosse angenommen werden, so dass sich eine Gesamthöhe des Wohnturms von ca. 10 m ergibt. Das in Riegelbauweise errichtete Gebäude dürfte – auch als Feuerschutz – von innen mit einem Lehmbewurf abgedichtet gewesen sein. Eventuell gab es in dem Wohnturm auch eine offene Feuerstelle über einem Lehm- oder Steinflöz. Innerhalb des Gebäudes dienten steile Holzstiegen als Verbindung zwischen den Stockwerken. Der an den Wohnturm angebaute Küchenbau war aus Stein aufgeführt und besaß einen Herd mit einem gemauerten Rauchabzug. Dieses Gebäude diente zugleich auch als Schmiede. Eine Quelle konnte im Burgbereich nicht gefunden werden; das Wasser muss also von einem weiter unten gelegenen Siedlungsplatz nach oben getragen werden. Auch an das Sammeln von Regenwasser und der Speicherung in entsprechenden Behältnissen ist zu denken.
Der äußere Hofraum könnte auch durch einen Wehrgang, der zum Innenbereich nur durch Balken gesichert war, abgeschlossen gewesen sein. Hier wird aufgrund von Felseinstemmungen ein zweigeschossiger Bau vermutet.
Aus dem Burgstall stammen zahlreiche Keramik- und Eisenfunde (Messerklingen, Pfeilspitzen, Hufeisen und -nägel, Sporn, Gürtelschnalle, Krampen). Auch ein „Fackeltöter“ (40 × 26 cm), eine Spinnwirtel und ein Wetzstein konnten gesichert werden. Holzkohle, Eisenschlacke und Tierknochen (hauptsächlich Rinderknochen) wurden ergraben."
Von Süden kommend, manifestiert sich der Strafenberg als hoher Kegel, sein Gipfel 200hm über dem Stampfenbachtal. Der Anmarsch aus dieser Richtung ist steil, aber lohnend.
Möglicher Anmarsch: In der Gegend der Parkkoordinaten ist Parkmöglichkeit am Straßenrand. Dann den Graben raufmarschieren, und vor dort über Forstwege rauf Richtung Gipfel, die letzten 50hm den Weg zwischen den Felsen finden. Etwas Trittsicherheit vorausgesetzt, ein wunderschöner Aufstieg mit gutem Ausblick ins Tal.
Nach Erreichen des Gipfelsplateaus startet die Inspektion, und wirklich, Unmengen an Bearbeitungsspuren im Fels kommen zum Vorschein. Dank des ausführlichen Artikels auf wikipedia erwacht die Vergangenheit gedanklich zum Leben und man vollzieht die Forschung nach. Auf dem Herzogreither Felsen ein Stück südlich wird übrigens ein ähnliches festes Haus vermutet. 

Der Cache selbst liegt dann ein paar m unterhalb &östlich des Gipfels, an einer natürlichen "Wand", siehe Spoiler.
Frohes Forschen!