Östlich seines Jagdschlosses Wusterhausen ließ der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. 1725 in einem 900 Hektar großen Waldgebiet einen Tiergarten für die Jagd anlegen. In dem urwaldartigen Gebiet sicherten verschiedene Gatter den Bestand des Rot-, Dam- und Schwarzwildes. 1749 kamen Gehege für Rebhühner und Fasanen hinzu. Die Zuchttiere sollten die Tafel Friedrich Wilhelm I. bereichern, der im Schloss die berühmten Tabakskollegien abhielt. Noch 1800 ging der Tiergarten direkt in den Schlosspark über.[1]
Nach der Schließung der letzten Gatter 1918 entwickelte sich der Wald zu einem beliebten Ausflugsziel der Berliner. 1930 wurde das Gebiet mit seinen bis zu 270 Jahre alten Eichen erstmals unter Naturschutz gestellt. Das verbliebene Areal mit dem Namen Tiergarten weist eine Fläche von rund 100 Hektar auf und liegt im Dreieck des Staabesüd- und Krimnitzseewestufers. Ein Uferweg, der die Landzunge Husareneck am Übergang des Sees in die Staabe einbezieht, und mehrere Querwege erschließen das Gebiet. Ein Waldlehrpfad informiert auf einem rund 1,5 km langen Rundweg am Ufer der Staabe und des Krimmnicksees über Fauna und Flora der Region. Er wird durch einen Baumlehrpfad entlang alter und schützenswerter Bäume ergänzt, an dem Tafeln über Bedeutung, Alter und Herkunft der jeweiligen Baumart Auskunft geben. Daneben gibt es für die Besucher einen Barfußpfad. Die Benutzer sind aufgefordert, die unterschiedlichen Naturmaterialien wie Sand, Steine, Rindenmulch, aber auch Holzscheiben, Moos und Kieferzapfen zu ertasten. Das „Baumtelefon“ ist ein horizontal aufgestellter Baumstamm, an dem die Besucher durch Klopfen oder Kratzen an einer der Schnittfläche erfahren können, wie der Schall durch den Stamm geleitet wird. Er dient gleichzeitig zum Training des Gleichgewichtssinns.
Im Tiergarten befindet sich weiter ein im Volksmund als Spukbrücke oder auch Teufelsbrücke bezeichneter Übergang über den Fanggraben. Das Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert wurde während der Bauarbeiten an der Chaussee 1889 verbreitert und diente bis 1907 als Zollbrücke. Im Volksmund wird erzählt, dass zu Mitternacht merkwürdige Geräusche zu hören seien. Einer anderen Sage nach soll ein angetrunkener Mann in den Fanggraben gefallen, dort ertrunken sein und seither als Gespenst sein Unwesen treiben.