Es hat lange gedauert aber endlich ist hier wieder ein Dösschen zu finden.
Achtung! Durch das nahe gelegende Museumscafe kann es zu erhötem Muggel Auflauf kommen.
Auf dem Gelände des LVR-Industriemuseums befinden sich Fragmente der „Oberen Burg“, die 1259 als „castrum Cugenheim“ erwähnt wurde. Archäologische Grabungsfunde lassen darauf schließen, dass hier schon vorher, nämlich im 11./12. Jahrhundert, eine so genannte Motte existiert hat: eine Turmhügelburg, ein Wehrturm aus Holz auf einem aufgeschütteten Hügel – umgeben von einem Wassergraben.
Im Mittelalter hatte die – nun aus Bruchsteinen erbaute – Burg mit ihrer Grenzlage in der Nähe zum Herzogtum Jülich eine wichtige strategische Bedeutung. Die Burganlage bestand ursprünglich – wie viele Wasserburgen im Rheinland aus dieser Zeit – aus zwei, durch einen Wassergraben getrennten Teilen. Bei einer Ausgrabung durch das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege wurden 2004 mehrere Mauerzüge freigelegt, die den Turm als Bestandteil eines gemauerten Herrschaftshauses zeigen. Der vermutete Turm auf der linken Seite der Vorderfront war nicht nachzuweisen. Vor der Hausfront verlief ein etwa neun Meter breiter und bis zu 2,40 Meter tiefer Wassergraben, der lange Zeit als „Müllgrube“ genutzt wurde. Aus ihm wurden zahlreiche Funde geborgen: Scherben von Tischgeschirr aus dem 14. bis 18. Jahrhundert, Tierknochen, kleine Bronzeteile, Fensterglas, Leder sowie Muscheln aus dem Atlantik. Die Funde lassen auf einen gehobenen Lebensstandard auf dem kleinen rheinischen Adelssitz schließen. Über den Graben führte eine steinerne Brücke auf das Herrschaftsgebäude zu, von der drei Pfeiler erhalten sind. Diese fußen auf mächtigen Eichenhölzern einer Vorgängerbrücke. Das älteste Holz datiert den Brückenbau auf 1442, zwei etwas jüngere Hölzer (Fällungsjahr um 1470) gehören vermutlich zu einer Reparaturphase.
Der Burgbesitz war bis 1755 Kölner Lehen und wechselte zwischen verschiedenen Adelsfamilien; seit 1755 ging der Besitz in bürgerliche Hände über. Im Jahre 2001 erwarb der Landschaftsverband Rheinland das Gelände, um umfangreiche Ausgrabungen zu tätigen und ein Museumsgästehaus für das benachbarte „Rheinische Industriemuseum“ (heute: LVR-Industriemuseum) zu errichten.