„Auf der rauen Alb ist es immer um einen Kittel kälter“
Mit diesen Worten werden Zugereiste oft über die Klimabedingungen der Schwäbischen Alb aufgeklärt. Dieses Klischee ist als Vergleich zum wärmeren Albvorland, Gäu und Neckarbecken zu sehen. Für ihre Höhenlage besitzt die Alb ein durchaus angemessenes Klima, welches nicht extremer ist, als das anderer Mittelgebirge. Recht kalt ist es jedoch mit 6 °C bis 7°C Jahresdurchschnittstemperatur auf der hochgelegenen Südwestalb. Aufgrund der kurzen Vegetationsperiode tritt der Ackerbau dort gegenüber dem Grünland deutlich in den Hintergrund. Auf der übrigen Albhochfläche herrschen Jahresdurchschnittstemperaturen von rund 7 °C vor. In den zahlreichen Hochtälern und Karstwannen kann es bei winterlichen Hochdruckwetterlagen durch Temperaturumkehr im Vergleich zur höher gelegenen Umgebung allerdings sehr kalt werden.
Die Jahresniederschläge betragen entlang des Albtraufs und in den höchsten Lagen der Kuppenalb rund 1000 mm. In Richtung Flächenalb, nach Südosten hin, nehmen sie deutlich ab (700-800 mm). Sie sind aber trotz des verkarsteten Untergrunds in normalen Jahren, zumindest auf den tiefgründigeren Böden, für den Ackerbau ausreichend. Für die Landwirtschaft auf der Schwäbischen Alb sind ein später Vegetationsbeginn und eine kurze Vegetationsperiode prägend. Die Getreideflächen der Südwestalb auf 900 Meter ü. NN sind die höchsten nördlich der Alpen. Tatsächlich wird hin und wieder von Getreideernten im Schnee berichtet und so manches Mal musste früher die Getreideernte mit Schlitten eingefahren werden.
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg