Es gibt hier keine Hinweistafeln, ihr braucht auch nichts in Internet nachzusehen - alle erforderlichen Informationen zum beantworten der Fragen findet ihr im Listing und vor Ort !
Granit
Er ist das weltweit verbreitetste magmatische Tiefengestein (= Plutonit), d.h. er entsteht durch die Erstarrung von Gesteinsschmelzen ( Magma ) innerhalb der Erdkruste, meist in einer Tiefe von wenigen Kilometern unter der Erdoberfläche.
Die häufig im Bereich von tektonischen Verwerfungen aufgestiegenen granitischen Magmenkörper (= Plutone) können eine Ausdehnung bis zu mehreren 100 Kilometern erreichen.
So bilden sie nach ihrer späteren Freilegung großräumige Granitgebiete.
Granitplutone in Deutschland befinden sich im südlichen Schwarzwald, im Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge, im Erzgebirge, im Odenwald und im Harz (Brockenmassiv und Rambergpluton).
Im Unterschied zu vulkanischen Laven erstarrt die Gesteinsschmelze der Plutonite sehr langsam unterhalb der Erdoberfläche in einigen Kilometern Tiefe.
Die Kristalle haben Zeit zu wachsen.
Sehr grob kristalline Granite sind im Allgemeinen in großer Tiefe besonders langsam erstarrt (es gibt noch weitere Bedingungen, die das Kristallwachstum beeinflussen).
Die Schmelz-bzw. Erstarrungstemperatur der Minerale des Granits liegt zwischen 750 – 1000 º C.
Die Bestandteile des Granit (und anderer granitähnlicher Magmatite) sind:
Feldspat, Quarz und dunkle Minerale (häufig Glimmer)



Die Schulkinder lernten früher: „Feldspat, Quarz und Glimmer – die drei vergess ich nimmer“.
Die dunklen Minerale haben den höchsten Schmelzpunkt und erstarren zuerst. Ihre im Granit eingelagerten Kristalle bleiben dementsprechend i.a. kleinblättrig oder kleinstängelig ausgebildet.
Als nächstes kristallisieren die Feldspäte. Sie haben mitunter die Zeit und in der noch glutflüssigen Masse auch die räumlichen Möglichkeiten, zu ansehnlichen Kristallen auszuwachsen. Meist aber bleiben auch sie im mittelkörnigen Bereich.
Quarz wird als letztes Mineral ausgeschieden und füllt daher die noch übrig gebliebenen Hohlräume zwischen den bereits gebildeten Mineralien aus. Er bildet in magmatischen Gesteinen deshalb keine eigene Kristallform aus, sondern verkittet das mineralische Gemenge zum granitischen Gestein.
Der Feldspat verleiht dem Granit die Farbe und die Härte, der Quarz den Glanz und der Glimmer die Sprenkelung.
(Wort eines süddeutschen Steinhauers)
Unterschiedliche Entstehungsbedingungen lassen Granite in sehr unterschiedlichen Farben und Strukturen auftreten:
Erscheinungsformen von Granit (Beispiele)
Die Körnung kann gleichmäßig feinkörnig (z.B. Aplit) - kleinkörnig (- 2 mm) - mittelkörnig (- 5 mm) - grobkörnig sein.
Im Allgemeinen kann man alle Kristalle mit bloßem Auge erkennen. Sehr großkörnige Granite werden auch als Pegmatit bezeichnet.
Das Farbspektrum der Gesteine reicht von schwarz-weiß-Abstufungen (hell- bis dunkelgrau) zu bläulich, rot, gelblich und buntkörnig.
Dabei ist der Quarz meist farblos oder weißlich, zuweilen grau, seltener gelblich oder bläulich schimmernd.
Die Feldspäte sind undurchsichtig rötlich, gelblich oder weiß, sehr selten blau.

Alkalifeldspat
Biotit-Glimmer sind kleine, schwarzglänzende, Muskovit-Glimmer hell silberglänzende, biegsame Blättchen, häufig in Paketen (Aggregaten) versammelt.

Biotit
Granite gehören zu den häufigsten Gesteinen der kontinentalen Erdkruste und haben wegen ihrer hohen Widerstandskraft, Härte und Wetterfestigkeit eine große wirtschaftliche Bedeutung im Bauwesen.
Die Härte des Granits hat geflügelte Worte entstehen lassen:
„auf Granit beißen“ - soll bedeuten: auf schier unüberwindlichen Widerstand treffen.
Oder „einen Schädel aus Granit“ haben verheißt eine unübertroffene Hartnäckigkeit. Allerdings ist der Granit umso dauerhafter, je kleinkörniger und ebenmäßiger er ist. Denn seine Bestandteile reagieren unterschiedlich stark auf die witterungsbedingten Temperaturschwankungen - dadurch entstehen in vielen grobkörnigen Gefügen Spannungen, die das Gestein auflockern.
Verwitternder Granit „vergilbt“ - er bekommt eine gelbliche Färbung, weil die Feldspäte sich umwandeln. Je nach Materialqualität kann die „Vergilbung“ eines Granits nach der Einsetzung von 4 Wochen bis zu mehreren tausend Jahren dauern.
Längere Zeit an der Oberfläche liegender Granit beginnt zu bröckeln, bildet Granitgrus. Schließlich wird der Feldspat in Ton (Kaolin) verwandelt, der Glimmer setzt Metalle frei, nur die Quarzkörnchen widerstehen jedem chemischen Angriff und gehen als Sandkörner auf die Reise.
Aber nun zum EC:
„locus Typus“, auch Typlokalität, bezeichnet ein Gestein welches zuerst an einem bestimmten Ort gefunden wurde und/oder nur dort vorkommt.
Genau das ist beim Bad Wildbad-Granit der Fall.
Der Wildbadgranit gehört zum Forbachgranit, der auch Raumünzach-Granit genannt wird.
Es ist ein im Nordschwarzwald vorkommender Granit.
Er ist Teil des Nordschwarzwälder Granitmassivs.
Der Forbachgranit ist vorwiegend in den Landkreisen Rastatt und Calw aufgeschlossen.
Entstehung und Vorkommen
Der Forbachgranit ist etwa 305 Millionen Jahre alt.
Seine Grobkörnigkeit deutet auf ein verhältnismäßig langsames Erkalten der Schmelze hin.
Die im Nordschwarzwälder Granitmassiv vorkommenden Granite unterscheiden sich in Korn, Farbe und Textur, der Anordnung der Minerale.
Im Süden geht der Forbachgranit in eine verwitterte Zone über, die durch zahlreiche Klüfte gekennzeichnet ist.
Daran schließt sich das Wildbachtal um Raumünzach und Schönmünzach an, wo der Forbachgranit großkristalline Gesteinstexturen zeigt.
Es handelt sich um einen hellen, grau bis rosa gefärbten Zweiglimmergranit.
Biotit verleiht diesem Granit ein deutlich strukturiertes Gefüge.
Es ist ein mittel- bis grobkörniges Gestein, in dem die Alkalifeldspäte bis zu 5 cm groß sind.
Neben einem Quarzanteil von 26 Prozent, deutlich als fettglänzende Einlagerungen erkennbar, ist der enthaltene Alkalifeldspat rötlich gefärbt und verleiht diesem Naturstein seine typische Farbe (siehe auch Bild weiter oben).
Der Alkalifeldspatanteil beträgt 44 Prozent.
Der hier zu sehende Wildbadgranit ist nur im nördlichen Ortsbereich bei der Gaststätte Uhlandshöhe sowie an der Bahnlinie gegenüber und hier an der neu erbauten Feuerwache aufgeschlossen.
Aufgrund von erforschten Aufschlüssen und Bohrungen weiß man, das der hier zu sehende Wildbadgranit nur auf einer Erstreckung von ca. 1.500 m nördlich des Thermalquellengebiets von Bad Wildbad vorkommt.
Ihr seht hier also eine kleine Rarität !
Um diesen Earthcache loggen zu dürfen, dürft ihr euch vor Ort mit folgenden Fragen beschäftigen:
Sucht euch eine möglichst unverwitterte Stelle.
Schaut euch den Granit genauer an und beschreibt uns sein genaues Aussehen:
Wie sind die oben gezeigten die Bestandteile verteilt: gleichmäßig, ungleichmäßig, ...
Welche Form haben die Bestandteile: rund, viereckig, länglich, wellig, ineinander verdreht,...
Vergleicht das Gestein mit der Übersicht aus dem Listing: Welcher Varität kommt dieses Gestein am nächsten ?
Welches Detail war für euch am interessantesten - beschreibt es genauer und begründet warum !
Nennt bitte auch wo die Stelle sich befindet, also zum Beispiel ganz links, in der Mitte, ganz rechts im Aufschluss...
Auf welche Länge in Metern (Schätzwert, ihr braucht nicht mit Maßband nachzumessen) schätzt ihr den Aufschluß hier vor Ort?
Beantwortet die Fragen und sendet die Antworten über das MessageCenter (da kommt die Antwort am schnellsten), oder an unser Profil, oder direkt an teamchritho@go4more.de :
Nach Beantwortung der Fragen dürft ihr sofort loggen, wir melden uns falls etwas nicht richtig ist und nachgebessert werden muß...
Und jetzt viel Spaß mit diesem EarthCache :
„Wer einmal gelernt hat, die Spuren der Erdgeschichte zu lesen, wird nie wieder einen langweiligen Spaziergang erleben!“
QUELLEN:
www.strand-und-steine.de
"Geotouristische Karte von Baden-Württemberg - Schwarzwald und Umgebung"
Wikipedia