Nachdem mich meine Schwägerin angesprochen hat hier einen Cache zu legen, war ich gleich Feuer und Flamme. Gibt es hier doch viel zu sehen und zu lernen. Und so entstand ein "lehrreicher Multicache" Nachdem auch der Bürgermeister seinen Segen zum Cache gegeben hat, wurde auch gleich mit der Ausarbeitung begonnen. Außerdem soll ja auch etwas zur Geschichte des Schlosses zu erfahren sein. Leider kann ich die 14 Seiten zum geschichtlichen Hintergrund des Schlosses hier im Listning nicht komplett wiedergeben. Und so habe ich mich auf eine Seite beschränkt. Wer mehr wissen möchte, kann sich im Internet gerne mehr Hintergrundwissen aneignen.
Schloss Schauenstein und seine Geschichte
Um 900 n. Chr. beginnen die Rodung und Besiedlung des heidnischen Nordwaldes zwischen Radenzgau und Regnitzland durch Slawen und Deutsche. Um die Jahrtausendwende schicken die Markgrafen von Schweinfurt ihre Ministerialen, Vasallen und edelfreie Walpoten. Sie roden und besiedeln dort auch den heutigen südöstlichen Frankenwald. Der Nordgau gehört bereits zum Herzogtum Bayern. Von 1015 finden sich Hinweise auf einen ersten befestigten Ansitz (Castrum) in Schauentein. Das Schauensteiner Gebiet ist bereits um 1017 abgegrenztes Herrschaftsgebiet mit bäuerlicher Siedlung und freiem Rittergeschlecht - im Besitz des Bischofs von Bamberg. Das spätere Schloss übernahm um 1220/22 Otto I. von Schaumberg, ein Bruder des ersten urkundlich erwähnten Heinrich I. von Schaumberg. Der Vogt Otto I. von Schaumberg, ein Ministeriale der Herzöge von Andechs-Meranien, hat das Amt des Vogtes und Richters in Schauenstein inne. Otto I. war vorher als Otto I. von Schorgast Vogt und Richter in Marktschorgast. Nach seiner neuen Eigenburg nennt er sich nun Otto I. von Schawinstein. 1230 wird Otto I. von Schauenstein in einer Schenkungsurkunde erstmals urkundlich erwähnt. Er lebt bis 1237. Schauenstein war kurz darauf bereits Stadt, war Sitz des Zeideldistrikts und hatte eine eigene Pfarrei. Das spricht dafür, dass die Siedlung bereits älter ist und wohl den Walpoten gehörte, weil diese Entwicklung über eine längere Zeit erfolgt sein muss. Das Geschlecht derer von Schauenstein erscheint mit Otto I. erstmals in der Geschichte und geht im gleichen Jahrhundert 1271 mit Tuto von Schauenstein (Dom-Kanoniker in Bamberg), dem letzten männlichem Nachkommen wieder unter. Das Castrum bleibt. 1291 erfolgte die Stadterhebung unter den Rittern von Wolfsstriegel (schwäbisch-fränkisches Adelsgeschlecht bzw. Nachkommen des bischöflichen Ritters Wolfdrigel - Besitznachfolger der Walpoten von Zwernitz). Die Herrschaft Schauenstein war zuerst "freies Eigen" mit eigener Gerichtsbarkeit, dann Reichslehen, um Schutz und Beistand, insbesondere wegen der Rivalitäten um das nahe Regnitzland, für die Burg und den bescheidenen Besitz der damaligen Bewohner zu erhöhen. Die Lehensherren waren ab 1338 die Vögte von Weida (daher "Vogtland") und ab 1357 die noch mächtigeren Burggrafen von Nürnberg (Hohenzollern Um 1300 wird ein bisheriger Wach- und Wehrturm zum Kirchturm erhoben. Die Kirche wurde erstmals 1350 beurkundet, 1353-56 wird erstmals ein katholischer Pfarrer, Herr Lewe, als Zeuge in einem Lehensbrief angeführt. Am 28.04.1386 verkaufen die Brüder Otto, Hans und Heinrich Wolfstrigel ihrer Besitzungen und Rechte an Schauenstein an den Burggrafen Friedrich V. zu Nürnberg. 1388 verkauft auch Wigeleis Wolfstrigel. Der adelige Amtmann der Burggrafen von Nürnberg (später Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach), dem die beiden Vogteien Schauenstein und Helmbrechts unterstanden, hatte ab 1408 Wohnung und Amtssitz im Schloss Schauenstein. Jeder Vogtei stand ein Vogt vor. Der Amtmann musste etwas juristisch und noch mehr militärisch gebildet sein. Ihn unterstützte der Kastner. Der 1410 erste urkundlich erwähnte Amtmann im Oberamt Schauenstein (1393-1398?) heißt Meinhard Götz, der Ältere. Er übte Befehlsgewalt über die Ritter als Herren der Burggüter, die Bürgerschützen und das Landvolk aus. In der Zeit entstand ein System von Warttürmen, von denen aus man sich mit Feuersignalen verständigte. Ihm oblag z. B auch die Aufrechterhaltung des allgemeinen Landfriedens, die Rechtssprechung, die Aufsicht über die Steuereinnahmen und das Jagd- und Fischereirecht. Ferner hatte er alle dem Landesherrn entzogenen Einkünfte und Rechte wieder zurück zu gewinnen. 1386 (St. Margarethentag) erhält Schauenstein Stadtrecht von Friedrich V. Burggraf zu Nürnberg. Am Jakobstag (25.07.1387) werden die Rechte der Stadt vom König Wenzel zu Nürnberg bestätigt. Am 11.12.1387 (7. Margarethentag) erhält die Stadt Schauenstein den Freiheitsbrief (12 Jahre Steuerfreiheit) von Friedrich V. Burggraf zu Nürnberg. Bürger im Sinne des Stadtrechtes waren damals, im Gegensatz zu den "armen Leuth", vollberechtigte Bewohner mit eigenem Haus und Grundstück. Sein Sohn Burggraf Johann verpfändete aus Geldnot Schauenstein u. a. zeitweise dem damaligen Herrn von Gera. 1413 gab er Schloß und Amt Schauenstein dem Grafen Oswald von Truhendingen in Pfand. 1412 beginnt man mit der Befestigung der Stadt. Im Norden begrenzte ein Wall den Schlosshof. Eine dem Hang zugewandte, bis zwei Meter hohe Mauer war früher weit höher und hatte einen Umgang mit vielen Schießscharten. Ein mehrere Meter breiter Wallgraben führte vom Schloß bis ungefähr zur Kreuzung bei der heutigen Metzgerei Günther.In westlicher Richtung befand sich Richtung Hag noch ein Wallgraben. Die teils fast senkrechten Abhänge machten im Übrigen ein Ersteigen sehr schwierig. Der Kirchturm bildet eine Vorfeste. Hinter dem Pfarrgarten befand sich wahrscheinlich ein weiterer Wallgraben. An die Befestigung des Schlosses schloss sich die Stadtmauer an. Es gab drei oder vier Stadttore. (Lösch-)teiche vervollständigten die Abwehrmaßnahmen. Über das Verschwinden der Stadtmauer ist wenig bekannt. Evtl.wurden nach dem großen Brand 1865 die Steine für den Wiederaufbau der Häuser verwendet.