Das Storchennest am Fleitenkiel gibt es hier schon ca. seit der Jahrtausendwende, doch erst seit 2013 wird es durchgehend bebrütet, und das mit großem Erfolg. Im ersten Jahr gab es 3, im zweiten Jahr 2, und im dritten Jahr ganze 5 Jungtiere, die alle den Weg gen Süden antreten konnten.
Mit den offenen Wiesen und den umliegenden Gewässern findet der Storch hier nahezu ideale Bedingungen für die Aufzucht seiner Jungen vor, zumal die letzten Jahre allesamt recht mäusereich waren.
Der Weißstorch (Ciconia Ciconia) wird 80-100 cm groß und wiegt lediglich 3-4 kg. Er hat eine auffällige weiß-schwarze Färbung und einen roten Schnabel und rote Beine (die kräftige Rotfärbung bildet sich jedoch erst im Erwachsenenalter aus, Jungtiere haben noch schwarze Schnäbel).
war ehemals in ganz Mitteleuropa heimisch. Erst im Zuge der Industrialisierung sanken die Bestände, zwischenzeitlich (in den 1980er Jahren) sank der Bestand in Deutschland sogar auf unter 3.000 Exemplare. Mittlerweile haben sich die Bestände allerdings stark erholt, so dass man von über 5.000 Weißstörchen in Deutschland ausgehen kann. Gründe für den Einbruch der Storchenpopulationen sind vermutlich das Trockenlegen von Feuchtgebieten und die Ausweitung der Ackerbauflächen; mit Hilfe von Vogelaufzuchtstationen ist es gelungen, die Bestände zu sichern und sogar zu vergrößern. Nichtsdestoweniger sind die Weißstörche durch die moderne Landwirtschaft weiterhin bedroht. Auch Windkraftanlagen und der Straßenverkehr sind Gefahren, denen viele der Tiere zum Opfer fallen.
Weißstörche bewohnen offene und halboffene Landschaften und suchen ihr Futter (insbesondere Mäuse und Frösche, aber auch Schnecken, Ratten, Fische oder Aas) in Flussauen und Wiesen innerhalb eines Umkreises von ca. 3-4 km um das Nest herum.
Das Nest wird aus allerlei Material gebaut, das die Störche in ihrer Umgebung finden. Störche bauen ihre Nester fortlaufend weiter, sodass letztere irgendwann ein Gewicht von mehreren Tonnen erreichen können.
Weißstörche sind Zugvögel, die weite Strecken, bis zu 10.000 Kilometer, zurücklegen, um von Afrika aus ihre Brutgebiete in Mitteleuropa zu erreichen. Viele Störche - auch die auf dem Nest am Fleitenkiel - überwintern mittlerweile jedoch auf Müllhalden auf der iberischen Halbinsel. Zuerst kehrt jeweils der männliche Storch aus dem Winterquartier zurück, einige Tage oder Wochen später dann die Störchin, welche 2-7 Eier in das Nest legt. Die Brut dauert ca. 30 Tage, beide Störche wechseln sich dabei ab. Gemeinsam kümmern sie sich dann auch um die Küken, die ca. 60 Tage lang im Nest bleiben. Auch danach noch halten sich Eltern und Kinder weiterhin am Nest auf und übernachten dort bis zum Flug gen Süden; auch werden die Jungtiere von den Eltern weiter gefüttert, bis sie wirklich selbst für ihre Ernährung sorgen können. Wir hoffen, dass ihr euch, genauso wie wir, am Anblick der Störche erfreuen könnt.