LP Die vergessene Waage.

Die Zeche Heinrich-Robert war das letzte fördernde Steinkohlen-Bergwerk in Hamm.
Nachdem am 30. September 2010 die letzte Förderschicht auf dem Bergwerk Ost gefahren wurde, erfolgte der Abbau der untertägigen Anlagen und Maschinen, der am 30. September 2011 abgeschlossen wurde. Die Hauptschachtanlage der Zeche Heinrich-Robert zwischen den Stadtteilen Wiescherhöfen und Herringen an der Kamener Straße ist bis heute noch komplett vorhanden, momentan wird über die Zukunft des gesamten Areals entschieden. Hierzu ist eine Machbarkeitsstudie erforderlich, die Mitte 2012 vorliegen soll (Stand: November 2011). Noch offengehalten werden auch die Schächte Heinrich und Robert, da sie für die Wasserhaltung benötigt werden. Anfang August 2011 wurde die Kohlenwäsche der Zeche Heinrich-Robert an das chinesische Unternehmen Pingdingshan Coal Mine Machinery verkauft, im gleichen Monat begann man mit der Demontage der kompletten Aufbereitungsanlage. Rund 50 Chinesen zerlegten innerhalb von nur dreieinhalb Monaten 75 Kernmaschinen, 60 Förderanlagen, 24 Pumpen sowie verschiedene Kleinteile, die alle in Containern verstaut und nach China transportiert wurden. Dort wurden die Maschinen der Aufbereitung, die teilweise über 40 Jahre alt sind, an verschiedenen Bergbaustandorten aufgebaut und wieder in Betrieb genommen. Nach der Demontage blieb von der Kohlenwäsche auf der Hauptschachtanlage Heinrich-Robert nur noch die rund 30 Meter hohe Außenwand übrig.
Die Zeche Heinrich-Robert gehört – wie auch andere Bereiche des Bergwerkes Ost oder die benachbarte Halde Kissinger_Höhe zur Route der Industriekultur. Die Halde ist heute als Naherholungsgebiet zugänglich.