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Maibaum in der Kaltherberg Traditional Cache

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samochi: Nachdem er schon wieder weg ist, ich denke mal da ist mir jemand nicht wohlgesonnen 😟, kommt er ins Archiv!

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Hidden : 5/7/2016
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:

Nachdem wir bei uns in der Siedlung keinen haben mußte ich auf unsere Nachbarsiedlung, wo ich aber früher in meiner Kinder- und Jugendzeit etliche Zeit bei Freunden verbracht habe, ausweichen 

 

 


Historisches 

Um die Entstehung des Namens Kaltherberge ranken sich eine Vielzahl von Geschichten, Sagen und schriftlichen Aufzeichnungen seit dem 17. Jahrhundert, die ausführlich in einer der Jubiläumsfestschriften (60 Jahre Kaltherberge) dargelegt wurden.

Auch zu der wechselvollen Geschichte der 1937 erbauten Reichskleinsiedlung gibt es viel zu erzählen. 

In der Geschichte die ich am besten finde heißt es das der Name Kaltherberg daher komme das hier die Gäste der Wirtschaft kaltgemacht wurden um dann zu Fleischspeisen verarbeitet zu werden.

Wahrscheinlicher ist aber das der Name hiervon kommt: Das war ein Spottname der Wirtshäuser öfters verliehen wurde. In der Taverne hatte man offenbar nicht genügend Geld und Umsatz, um warme Speisen zu kochen.

Chronik der Siedlung Kaltherberge 

 

Teil I     1937 - 1945 

Bemerkenswert in diesem Abschnitt ist sicherlich das damals verwendete "Amtsdeutsch". Gleichzeitig wurde bewusst die Diktion des ersten Autors in dieser Aufzeichnung verwendet. 

Auf der Rechtsgrundlage des Reichsheimstättengesetzes vom 20.Mai 1920 wurden in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg "Reichsheimstätten" errichtet.

Am 5. Dezember 1935 hatte der damalige Oberbürgermeister Fiehler der "Hauptstadt der Bewegung" München die neu zu vermessenden Grundstücke für die Errichtung der Kleinsiedlung "Kaltherberge" mit 221 Siedlerstellen bereitgestellt.

Es waren die Plannummern 221-229 der Steuergemeinde Milbertshofen. Der Aufbau und die Errichtung der Siedlung erfolgte auf Grund des außerordentlichen Bayerischen Wohnungsbau-Programmes vom Jahre 1934, Teil lI, dem sogenannten "Siebert-Programm" und den hierzu ergangenen Richtlinien des damaligen Staatsministeriums für Wirtschaft.

Die Bau- und Erschließungskosten einer nicht ausgebauten Siedlerstelle, d.h. ohne Ausbau des Dachgeschosses, ohne Geräteschuppen sowie ohne Zwischenzäune, aber mit einem hohen Berg von Aushub und Bauschutt vor der Haustüre, waren auf ca. 5.600 Reichsmark veranschlagt. Davon musste der zukünftige Siedler anfangs 1937 ein eigenes Kapital von etwa 650 Reichsmark aufbringen, ohne zu wissen, welches Haus er einmal bekommen wird.

Die Siedlerstellen wurden nämlich Mitte 1937 durch den Bauträger auf dem Wege einer Verlosung an die durch Befähigungsnachweis – zu der auch eine von einer staatlich anerkannten Desinfektionsanstalt ausgestellte Bestätigung eines ungezieferfreien und desinfizierten Mobiliars gehörte – ausgesuchten Siedler verteilt. Dieser musste sich außerdem vertraglich verpflichten, das von ihm gezogene Los und die damit auf ihn treffende Siedlerstelle voll und ganz anzuerkennen. Lediglich eine befristete Tauschmöglichkeit mit anderen Siedlern wurde vom Träger selbst eingeräumt.

Im Spätherbst 1937 war es dann soweit. Der Bauträger hatte die inzwischen fertiggestellten Häuschen mit einer Reihe von Auflagen und Vorschriften bezüglich der Bebauung und Bewirtschaftung der Siedlerstelle den einzelnen Siedlern zunächst zur Pacht mit einer Kündigungsfrist von einem Monat übergeben.

Einige dieser damaligen Vorschriften sind so interessant, dass sie es verdienen, noch einmal ins Gedächtnis zurückgerufen zu werden. So zum Beispiel § 5 des Siedlervertrages: 

"Der Siedler hat die Siedlerstelle samt Einrichtung pfleglich zu behandeln, auf seine Kosten ordnungsgemäß unter Beachtung der Gartenordnung zu unterhalten und instandzuhalten sowie den nach Sachlage möglichen Ertrag aus ihr im Wege des Gartenbaues und der Kleintierhaltung zu erwirtschaften. Außerdem hat der Siedler die Verpflichtung, auf Anordnung des Trägers in seinem Garten Hecken zu pflanzen und zu erhalten; er hat weiterhin noch die Verpflichtung zur Unterhaltung, Instandhaltung und Reinigung auch für die an seiner Siedlerstelle angrenzenden Straßenfläche, sofern diese Aufgaben nicht ordnungsgemäß durch die Genossenschaft nach § 8 erfüllt sind. Den Beauftragten des Trägers ist jederzeit der Zutritt zur Siedlerstelle und allen ihren Räumlichkeiten zu gestatten."

Erwähnenswert ist auch der § 8: 

"Der Siedler verpflichtet sich, der "Gemeinnützigen Reichskleinsiedlungsgesellschaft-Am Hart GmbH"oder einer eigenen Genossenschaft mit gleichem Aufbau und gleicher Zweck-Bestimmung beizutreten und die Erreichung des Genossenschaftszweckes erforderlichen Geld- und Arbeitsleistungen pünktlich zu erfüllen. Der Siedler hat die von Seiten der Stadt oder des Trägers getroffenen Einrichtungen zu seiner Wirtschaftsberatung und Hausratgestaltung zu benutzen und den hierbei gegebenen Anregungen nachzukommen. Außerdem ist er verpflichtet, der amtlich anerkannten Siedlerorganisation beizutreten und sich deren Schulungen zu unterwerfen." 

Eine weitere Kuriosität ist die im § 5 erwähnte Gartenordnung, die besonders zu beachten war: 

"1. Der Siedler hat sich hinsichtlich der Anlage und Gestaltung seines Gartens an den Plan zu halten, der mit dieser Gartenbauordnung an ihn zur Aushändigung gelangt."

Weiterhin heißt es dann in dieser damaligen Gartenbauordnung.

"6. Alle auf dem Grundstück anfallenden menschlichen und tierischen Abgänge sowie alle sonstigen fäulnisfähigen Abfälle sind auf einen Komposthaufen zu verbringen und dort sachgemäß zu kompostieren. Der Komposthaufen selbst ist nur an dem im Gartenplan hierfür vorgesehenen Platz anzulegen. Das Brachliegenlassen von Gartenland bzw. die Anlage übermäßig großer Rasenflächen ist untersagt und kann die Kündigung der Siedlerstelle nach sich ziehen."

Auf Grund dieser Verordnung  wurde der damalige Siedler buchstäblich dazu gezwungen, 3 Meter vom Schlafzimmerfenster des Nachbarn entfernt seinen Komposthaufen anzulegen!

Trotz der vielen Vorschriften und relativ starker Bevormundung waren alle Siedler froh, endlich ein eigenes Häuschen und ein kleines Stück Grund zu besitzen, welches sie selbst bewohnen und bebauen durften. Fleißige Hände der damals noch jungen Siedler trugen Schuttberge ab, planierten die Grundstücke, pflanzten Obstbäume, Beerensträucher und Gemüse an und ließen aus den ehemaligen Acker- und Weideflächen allmählich blühende Nutzgärten entstehen. Im darauf folgenden Jahr wurden Zwischenzäune, Geräteschuppen und Stallungen gebaut, sowie Kleintiere (Hühner, Hasen usw.) gezüchtet und es bahnte sich eine gute Grundlage für menschliche Existenz an. 

Leider war das Glück, das den jungen Familien beschieden war, nur von kurzer Dauer. Schon 1939 bei Kriegsausbruch mussten die ersten Familienväter und Söhne ihrem Einberufungsbefehl Folge leisten. Bald konnte man keinen Nagel mehr ohne Bezugsschein kaufen und die Bomben haben ihre Häuser auch nicht verschont. Nur wenige Grundstücke blieben unbeschädigt. 12 Häuser erlitten einen Totalschaden und 14 Siedler fanden dabei den Tod.

                                                                                  

Teil II     1945 – 1951

Vertriebene in unserer eigenen Stadt

Während die meisten Männer noch in Kriegsgefangenschaft und die Kriegsschäden gerade notdürftig repariert waren, wurde im Dezember 1945 das gesamte Siedlungsgelände von amerikanischen Soldaten umstellt und beschlagnahmt. Alle Bewohner mussten die Siedlung verlassen. Sie durften weder Lebensmittel noch Möbel mitnehmen: lediglich Bekleidung, welche sie am Leibe trugen, wurde ihnen nicht weggenommen. Alles musste in den Häusern zurückgelassen werden. Für die Siedler brach eine Welt zusammen, als sie kurz vor Weihnachten heimatlos auf der Straße standen. 

Ein Zeitzeuge erinnert sich an beispiellose Grausamkeiten, die sich die damaligen Besatzer bei dieser Vertreibung leisteten. Zwei kleine Beispiele sollen hier stellvertretend genannt werden; ein kleiner Bub wollte in einer Tragetasche seinen geliebten Stallhasen mitnehmen – der Besatzer nahm den Hasen und erschoss ihn vor den Augen des Buben oder eine ältere Frau  wollte einen Spiegel retten – dieser wurde auf den Boden geworfen und mit den Stiefeln zertreten. Diese Beispiele könnte man beliebig fortsetzen.

Grund für die Vertreibung war anfangs, dass die Siedlung Kaltherberge  als Auffanglager für rückkehrwillige Juden in den neuen Staat Israel dienen sollte. Später wurde dies auf die „DPs“ (Displaced  Persons – heimatlose Ausländer, die während der Nazizeit als Zwangsarbeiter rekrutiert waren) ausgedehnt. Federführend war hier die UNRRA – später IRO.   

Von der amerik. Militärregierung wurde ein max. Zeitraum der Beschlagnahme von 3 Monaten angegeben. Da sich aber viele der neuen Bewohner, aus welchen Gründen auch immer, weigerten in ihre alte Heimat zurück zu kehren, wurden daraus fast 5 Jahre. Es war ein ständiges „Kommen und Gehen“. Mehrfach wechselten die Bewohner, nahmen mit, was nicht „niet und nagelfest“ war, zerstörten die Wohnungseinrichtungen und verwüsteten die einst blühenden Gärten. Die Siedlung war auch zu einem Eldorado des „Schwarzmarktes“ verkommen.

Ständig wiederholte Demonstrationen der Siedlerfrauen in der Möhlstraße (Sitz des damaligen Oberrabbiners Dr. Auerbach) mit vielen Kindern und ins Rathaus zu Oberbürgermeister Thomas Wimmer hatten leider keinen Erfolg. Der Stadtrat von München war den Auflagen der Militärregierung unterworfen.  

Die Unterbringung der vertriebenen Familien aus der Siedlung war in der näheren Umgebung, d.h. in den Nachbarsiedlungen Am Hart, Neuherberge, an der Milbertshofener Straße und auch in dem Gebiet der „Alten Haide“ vorgesehen. 

Bevorzugt ausgewählt wurden von den Verantwortlichen die Wohnungen der alten „PG`s“ (Nazi-Parteigenossen). Diese wehrten sich natürlich gegen die Einweisungen mit Schikanen und zum Teil auch gerichtlich. Die Unterbringung der vertriebenen Menschen war teilweise katastrophal.

Auch hier erinnern sich Zeitzeugen an die unhaltbaren Zustände. Hier ebenfalls ein Beispiel, das für viele stehen kann: In eine Vierzimmer-Wohnung wurden zwei Familien aus der Kaltherberge eingewiesen. Eine mit einem Kind  (Mädchen 6 Jahre alt). Gewohnt wurde in einem Zimmer, das gleichzeitig Wohnraum und Schlafzimmer für die 3 Personen (!!!) war. Die andere Familie mit 2 Mädchen (13 und 16 Jahre alt) in 2 Zimmern. Die Küche und das Bad mussten beide Familien gemeinsam benutzen. Gleiche oder ähnliche Beispiele waren an der Tagesordnung und brachten viele Streitereien  und Kontroversen mit sich. 

Ein familiengerechtes Wohnen war kaum möglich. Nur der Disziplin der Betroffenen war es meistens zu verdanken, dass die ganzen Situationen nicht eskalierten. Sicherlich trugen hier auch die Bescheidenheit der damaligen Generation  und der Respekt (Angst) vor der Obrigkeit einen großen Teil dazu bei. Man war durch die lange Kriegs- und Unterdrückungszeit durch die damaligen Machthaber sehr verunsichert geworden.   

Ende des Jahres 1949  wurde der Südteil (ab der Gundelkofer-/Hüpfelinstr.) von den Alliierten - also nach ca. 4 Jahren - freigegeben. Der nördliche Teil war weiterhin beschlagnahmt (97 Häuser) und durch Stacheldrahtzäune abgetrennt. Dieser Teil wurde zum 1. Mai 1950 freigeräumt. 

Auf Anordnung der amerikanischen Militärregierung wurden die 382 verbliebenen DP`s vor ihrer Abreise nach Israel noch in amerikanische Lager in Feldafing und Föhrenwald untergebracht.

Als man nun nach fast 5 Jahren wieder zurück in die Häuser durfte, war das Chaos riesengroß. Von der einst so schmucken Siedlung war nichts mehr übrig geblieben. Die Gärten waren verwildert und von Unrat (alte Matratzen, zertrümmerte  Kloschüsseln, Eisen- und Möbelteile, verrostete Fahrräder usw.) bedeckt. In den Häusern waren zum größten Teil die Fenster eingeschlagen, die Fußböden als Heizmaterialien zweckentfremdet, die elektr. Leitungen herausgerissen usw... alle Räume verdreckt und von Tierkot übersät, Möbel fast nicht mehr vorhanden... 

Zum Teil wurde das Inventar noch am Vortage der Räumung von LKW`s  der IRO weggefahren. Von den ehemaligen Gerätehäusern und Schuppen, die früher als Hühner- und Hasenställe Verwendung gefunden hatten, waren oft nur noch verfaulte Bretterbuden übrig geblieben.

Aus der Siedlerchronik von Hr. Nadler

 

 

 

 

Additional Hints (Decrypt)

Xnaa zna ordhrz vz fvgmra reyrqvtra haq re vfg avpug nz Znvonhz Mhz Ybtohpu orservra vfg rvar Cvamrggr uvyservpu

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)