
SPREMBERG
PERLE DER LAUSITZ
Das Sonntagsche Haus:

Das SONNTAGSCHE HAUS SPREMBERG ist das älteste erhaltene Wohnhaus in der Stadt.
Den Namen erhielt es nach seiner letzten Bewohnerin, Frau Sonntag.
Aus Holzuntersuchungen während der Sanierungsarbeiten 1993/94 weiß man, dass das Haus um 1580 erbaut wurde. Vermutlich wurde es im 17. Jahrhundert einmal grundhaft erneuert. Vom ursprünglichen Haus ist nur noch die ostseitige Fachwerk- Giebelwand erhalten. Für diese Annahme spricht, dass diese Wand in Lehm-Staken-Bauweise ausgeführt ist. Die Gefache der drei anderen Fachwerk- Außenwände dagegen sind mit Ziegeln ausgemauert.
Möglicherweise geschah dies nach dem Dreißigjährigen Krieg als eine neue Generation das Haus übernahm. In diesem Jahrhundert gab es viel Not und Elend in der Stadt. Wir wissen von drei großen Stadtbränden, von Hochwassern und davon, dass zweimal die Pest in der Stadt wütete. Außerdem haben die durchziehenden Schweden im Dreißigjährigen Krieg die Stadt geplündert und die Bevölkerung aufs Übelste drangsaliert. Was dem Häuschen und seinen Bewohner geschah, ist nicht überliefert. Dokumentiert ist jedoch, dass das Häuschen einen weiteren großen Stadtbrand im Jahr 1705 unbeschadet überstanden hat und dass es damals in seiner heute noch sichtbaren Form eines Ackerbürgerhauses bestand.
Den 2.Weltkrieg, in dem die Innenstadt Sprembergs zu fast 70 Prozent zerstört wurde, hat das Häuschen überstanden, ebenso die Zeit des Verfalls der Altbausubstanz in den DDR-Jahren. Bis etwa 1973 gehörte Spremberg zum Bergbauschutzgebiet als Vorbehaltsfläche für Braunkohleabbau. Die Stadt Spremberg sollte dem Braunkohlebergbau geopfert werden. In dieser Zeit gab es keine Baugenehmigung und fast keinen Grund zur Erhaltung vorhandener Bausubstanz. Die damalige Besitzerin, Frau Sonntag hat das Grundstück so gut erhalten wie es ihr möglich war und sinnvoll erschien.
Seit 2015 kümmert sich der Verein Interessengemeinschaft SONNTAGSCHES HAUS SPREMBERG e.V. um die kulturelle Nutzung des Hauses.
In Stadtführungen wird das Häuschen bereits seit langem eingebunden. Zu besonderen Anlässen und auf Anfrage wird es für Besichtigungen geöffnet.
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