Hier seht ihr einen alten Zehntstein:
Der Zehnt war ursprünglich eine Naturalabgabe von 1/10 des jährlichen landwirtschaftlichen und gewerblichen Ertrags. Seit dem 6. Jhd. gab es nach alttestamentarischem Vorbild den Kirchenzehnt, gestützt auf Moses. "Und aller Zehnte des Landes, von der Saat des Landes, von den Früchten der Bäume, gehört dem Herrn; es ist dem Herrn heilig."Nachdem das Volk lange keinen Sinn für diese Abgaben hatte, übernahmen zunächst manche Fürsten den Einzug des auf ihren Gütern liegenden Zehnten. Man sprach vom großen und kleinen Zehnt. Zum Minit- oder Kleinzehnt gehörten Heu, Obst, Kraut, Rüben, Flachs und dergleichen, aber auch die lebendigen Zehnten, das waren z.B. "großgezogenes Vieh" und der Fischzehnt. Der Große Zehnt, auch Fruchtzehnt, umfaßt den zehnten Teil aller Früchte, die auf Halmen wachsen.
In der Regel diente der Kleinzehnt der Besoldung der Kirchdiener und Schulmeister. Regional waren die Vorschriften des Zehntrechts oft recht unterschiedlich. Waren Zehntsteine in alter Zeit einem geistlichen Amt gewidmet, so trugen sie auf der Kopffläche ein Kreuz und an der Seite einen Kelch. Später kamen die Zeichen der Zehntherren an die Steine. Sie zeigten die Belastung eines Grundstückes durch den jeweiligen Zehnten an. Vorwiegend gab es Zehntsteine in Gebieten oder Ortschaften in denen verschiedene Zehntherren Rechte hatten.
-Quelle-www.karl-heinz-hentschel.net-