Von der Betonrinne zurück zur Natur
Der Feuerbach verdiente die Bezeichnung „Bach“ sehr lange Zeit nur in seinem Oberlauf in Feuerbach. Mehr als Zweidrittel des Feuerbachs sind Jahrzehnte durch ein kanalisiertes Bett aus Stein oder Beton geflossen. Ab 1933 und noch lange danach sollte er das stark verschmutzte Wasser der Industrie- und der Wohngebiete möglichst rasch und ohne Kontakt mit dem Untergrund ableiten.
In den letzten Jahren wertete die Stadt Stuttgart einzelne Bachabschnitte nach und nach auf und renaturierte das Bachbett, die Auen und schließlich das Wasser. Dieser 6. Abschnitt des renaturierten Feuerbachs am alten Sportplatz wurde dank Fördergeldern des Verbandes Region Stuttgart und der Europäischen Union im Rahmen des REURIS Projektes saniert. REURIS, ist die Abkürzung für ein Förderprogramm der EU. Sie steht für „Revitalisation of Urban River Spaces“, die Wiederbelebung von städtischen Flussräumen.
Das Betonbett wurde entfernt und der Verlauf des Feuerbachs wieder an die Natur angepasst. Damit sich die neuen Lebensgemeinschaften aus Pflanzen und Tieren im mäandrierenden Bachlauf ungestört entwickeln können, wurde zusätzlich eine naturnah gestaltete Flurmulde angelegt, die starkes Hochwasser aufnimmt.
Mit seinen insgesamt 14,8km schlängelt sich der Feuerbach, der längste Bach im Stuttgarter Stadtgebiet, in Zuffenhausen und Mühlhausen nun endlich wieder befreit von seinem Betonkorsett durch die Natur. Wo früher der Feuerbach in einer Betonrinne dahinfloss und daneben auf einem staubigen Sportplatz gekickt wurde, befindet sich nun ein kleines landschaftliches Schmuckstück.