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"Venushöhle" - Mythos oder Karst? EarthCache

Hidden : 5/16/2016
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Die Venushöhle liegt am nördlichen Ende der Westflanke des Großen Hörselberges in einer Höhe von 450 m ü. NN. und befinden sich damit in Gipfelnähe. Sie wird vom Kammweg des Großen Hörselberges erschlossen.





Die Entdeckung der Venushöhle

Jeder, der sich schon einmal mit älterer Literatur zu den Hörselbergen beschäftigt hat, wird in zahlreichen Schriften hierzu das Hörselloch oder die Venushöhle gefunden haben. Während erster Name vermutlich jahrhundertelang der gebräuchliche war, hat sich die nunmehrige Bezeichnung erst nach der Jahrhundertwende eingebürgert. Aus dieser Umbenennung versprach man sich eine Belebung des hiesigen Tourismus.

Venushöhle

Es handelt sich demnach um eine Höhle, zu der schon vor etwa 200 Jahren mehr oder weniger treffende Beschreibungen veröffentlicht worden sind.

Höhlenplan 1867Höhlenplan 1875

 

So ist etwa die Höhle als eine "viereckige Felsspalte" von einem Meter Höhe und etwa einem halben Meter Breite, die kriechend passiert werden muß und die in eine übermannshohe Höhle führt, die 16, wohl auch 18 Personen Platz bieten könne, beschrieben worden. Das Loch sei dabei wegen seines glitschig-abschüssigen Inneren fürchterlich ungastlich. Auch weit mehr als hundert Jahre alte Pläne sind hierzu bekannt.

Viele Jahre ist die Höhle nun also schon bekannt, aber wie alt ist sie tatsächlich?

Um diese Frage beantworten zu können, muß man zunächst ihre geologische Entstehung aufklären.

Die Karstlandschaft der Hörselberge wird durch bestimmte Eigenschaften verschiendener Gesteine aus der Abteilung Trias und ihrer Schichtung bestimmt. Mürbe, Tonreiche, dünnplattige Lagen alternieren mit mächtigen, festen, karbonatischen Bänken an Steilhängen des Muschelkalks. Dieses Schichtpaket ist besonders am Wellenkalk-Südhang der Hörselberg stark zerklüftet, die Klüfte sind häufig miteinander vergittert. Nicht selten wurden durch eine Reihe vorwiegend tektonischer Bewegungen die Schichten auf engem Raum untereinander verworfen.

Dadurch öffneten sich u.a. für Wasser zugängliche Küfte. Es drang ein und schuf tiefe, meist schwerkraftorientierte senkrechte Spalten, die sich vielfach zur Tiefe hin beträchtlich erweiterten. An Kluftkreuzungen entstanden durch die bei einem stärkeren Wasserangebot erhöhte Erosion ovale, runde oder trichterförmige Schächte, die wiederum durch eingeschwemmtes Material, u.a. auch Knochen vorzeitlicher Tiere, teilweise verfüllt wurden. Traf eingedrungenes Wasser auf waagerechte stabile Gesteinsbänke, dann bildeten sich entlang dieses festen Untergrundes horizontale Abzugsbahnen, die sich mit der Zeit ausweiteten.

Wurden deren Querschnitte zu groß, brach die Decke herunter und der Gang füllte sich mit Schutt. Manchmal entstanden Karstquellen, wie z.B. das Jesusbrünnlein und Kochs-Quelle am Südhang des Großen Hörselbers, wo stauende Gesteinsschichten ausstrichen. Ein Teil des Wassers konnte aber weiter in die Tiefe bis zum anstehenden Röt sickern. Dort staute es sich auf tonigen Schichten der Myophorienbänke, die bei Nässe als schlüpfrige Gleitbahnen dienten. Darunter lagern relativ leicht lösliche Gipse und Anhydrite des Röts.

Es kam durch Auflösung von Gipslagen zu Materialschwund und damit zu Absenkungen in der Tiefe. Schräg stehende tonige Gleitbahnen der Myophorienschicht darüber ermöglichten das Abrutschen von Teilen der Wellenkalkfolge. Bergsturzähnliche Vorgänge und Abrissspaltenbildung waren das Ergebnis. Bei fortschreitender Abrisstätigkeit wurden ehemalige Karstwasserabflüsse am Steilhang freigelegt. Zusedimentierte oder offene Höhlensysteme konnten angeschnitten werden. Die hier betrachtete Höhle am Großen Hörselberg ist also geologisch gesehen eine solch durch einen steckengebliebenen Bergsturz angeschnittene ehemalige Wasserbahn.

Unter Berücksichtigung dieser Entstehung spricht sodann für ein sehr hohes Alter dieser Höhle ihre Lage weit über 100 m über dem Fluß Hörsel. Zudem deuten die in der Höhle gefundenen Rhinozeroszähne und die, teilweise in klar abgegrenzten Sedimentschichten gefundenen, Bohnerze daraufhin. Die gefundenen Zähnen könnten ein tertiäres Alter belegen. Zudem bildete sich Bohnerze nur unter tropischen Bedingungen. Eine Zuordnung läßt sich also ebenfalls zum Tertiär oder sogar der Kreide vornehmen. Aus diesen Gründen wird der Karsthöhle mit ziemlicher Sicherheit ein tertiäres (pliozänes) Alter zugesprochen, also einem Alter von rund 2 bis 5 Millionen Jahre.

Da die sicherlich zwischenzeitlich ebenfalls verschüttet gewesene Höhle im Verlaufe der Zeit das Glück hatte, von der Natur selbst "wiederhergestellt" zu werden, konnten sich trotz der durch heutigen Erkenntissen durchaus nüchternden geologischen Erklärung ihrer Entstehung zu früheren Zeiten durch unsere Altforderen die Jahrhundert alte Sage vom Eingang in Frau Huldas (Holles) unterirdisches Reich oder aber sogar des legendären Liebessitzes der Venus herausbilden. Es bleibt natürlich völlig Euer Phantasie überlassen, ob Ihr der sagenhaften oder geologischen Erklärung folgt.

Höhleninneres

 

In einem als „Ältester Bericht über eine Begehung der Hörselberghöhle“ aus dem Jahr 1854 bezeichneten Aufsatz von Dr. Carl Polack wurde beschrieben, wie sich mindestens vier Personen mit einem Wachslämpchen durch die Enge der niedrigen Felsenschlucht an der westlichen Kuppe der Bergeshöhe des Großen Hörselberges teilweise gebückt und kriechend voran bewegten und welche Eindrücke sie erlebten.

Seit 1882 begann man mit der touristischen Erschließung der Hörselberge. Im Jahr 1890 erfolgte dann die Anlegung von Wanderwegen, in deren Zuge zudem auch der Zugang zur Venushöhle tiefer freigeschachtet und die Höhle selber damit begehbar gemacht worden ist.

Heute ist in den kalten Monaten die Venushöhle allerdings Winterquartier für bedrohte Fledermausarten, so dass diese durch ein Metallgitter zu deren Schutz verschlossen wird und etwa zwischen November bis März nicht besichtigt werden kann. 

 


 

Haltet daher wärend der Öffnung der Venushöhle Ordnung und Sauberkeit in und rund um diese, dann wird sie uns wohl auch zukünftig in den warmen Monaten geöffnet bleiben!

 

 

Wenn Ihr Euch vor Ort ausreichend umgeschaut habt, beantwortet noch nachstehende Fragen. Da die Begehbarkeit der Klufthöhle nicht immer gewährleistet ist (Winterzeit) oder aber Ihr diese evtl. nicht begehen wollt (Sommerzeit), habe ich Alternativen vorgesehen.

Nun zu den Fragen:

 

  • Allgemeinfrage

 

Aus welchen Schichten wird der Südhang der Hörselberge (Steilstufe) überwiegend aufgebaut und

in welche Abteilung sind diese einzuordnen?

 

  • Sommerfrage mit Höhlenbegehung

 

Wie tief kannst Du die Klufthöhle heute noch aufrecht begehen?

Beschreibe hierbei die für Dich ersichtlichen Höhlenwände unter Berücksichtigung der vorhandenen

Schichtung der Gesteine!

 

  • Winterfrage ohne Höhlenbegehung

 

Gibt es in der links und rechts neben dem Höhleineingang ersichtlichen Schichtung der Gesteine

einen Unterschied und welcher ist es?

  Verlängere dabei gedanklich die rechts des Höhleneingangs ersichtliche Schichtung!

Würde diese in deren Verlängerung unter dem sich südlich nach dem Hörseltal anschließenden

Thüringer Wald abtauchen oder über diesen hinwegstreichen? 

 

 

 

Tragt Euer Log ruhig schon mal ein und mailt die Antworten an:

 

RIPmhl

 

Wenn Ihr ein Foto von Euch oder Eurem GPS an den Log anhängen könntet, wäre es sehr schön, stellt aber bekanntermaßen keine Logbedingung dar!

 

 

Viel Spaß mit diesem Cache wünscht Euch

RIPmhl

 

 

 

!!! Hier handelt es sich um ein Naturschutzgebiet, die offiziellen Wege müssen zu keiner Zeitverlassen werden !!!

 


Quelle:

Bücher/Zeitschrift

Ottfried Wagenbreth - Geologische Streifzüge
Dr. Wolfgang Klug - Zauberhafte Flora an den sagenumwobenen Hörselbergen
Hörselberg-Bote Nr. 93 / 2013 - Seite 27-33

Internet

www.venushöhle.de
www.lochstein.de
geo.viaregia.org

Bilder

eigene Aunahmen

Additional Hints (No hints available.)