
Mäander der Eyach - Ein Fluss in Bewegung
Die Eyach mäandriert natürlich über eine langere Strecke, hier bei Haigerloch kann man sie in einem tief eingeschnittenen und schmalen Muschelkalktal sehen. An den verschiedenen angegebenen Koordinaten könnt ihr sehr schön die besonders ausgeprägten Schlingen, auch Mäander genannt, der Eyach sehen und euch näher mit diesen auseinandersetzen.
Vor Ort werdet ihr den Unterschied zwischen einem Prall- und einem Gleithang sehen können und anhand diesen beiden auch die Erosion sowie die Sedimentation näher kennenlernen.

Geologie der Eyach
Der Quellaustritt der Eyach bei Albstadt-Pfeffingenliegt im Oberjura welcher bis Albstadt-Lautlingen von der Eyach durchschnitten wird. Von da an fliesst die Eyach durch den Mitteljura, dabei durchfliesst sie die sandigen Mergel- und Tonsteine des höheren Opalinuston welcher die Basis des Mitteljura bildet. Zwischen Balingen und Frommern wird auch meist mäandrierend der Unterjura durchquert bevor die Eyach im Keuper fliesst. hier bei Haigerloch-Stetten weitet sich das Eyachtal und sie tritt in den Muschelkalk ein und fliesst von hier bis zur Mündung in den Neckar. An den Koordinaten seht ihr auch noch als Beweis dafür, dass das Gestein der Muschelkalk ist eine Kalktuffnase welche sich gegenüber der Infotafel an der Wand gebildet hat und auch noch weiter bildet.
Hier im Eyachtal sind die geologischen Besonderheiten die Salzlagerstätten des Mittleren Muschelkalk anzutreffen im weiteren Verlauf sind noch die Mineralquellen und CO2 Vorkommen von Bedeutung.
Mäander
Mäander ist die Bezeichnung für eine Flussschlinge in einer Abfolge von solchen, wie sie sich in Abschnitten mit geringem Sohlgefälle und gleichzeitig transportiertem Geschiebe (Sand, Kies, Steine) bildet. Eine isolierte Flussschlinge im Flusslauf wie die Saarschleife wird dagegen nicht als Mäander bezeichnet, ebenso wenig ein Flussknie (Flussschlinge mit anschließend markant veränderter Fließrichtung). Als einfaches Maß für die Intensität des Mäandrierens wird die Sinuosität verwendet.
Etymologie
Das Wort Mäander stammt vom griechischen Namen Μαίανδρος (Maiandros) für die Flüsse Menderes (Großer Mäander und Kleiner Mäander) in der westlichen Türkei. Bereits in der Antike waren die genannten Wasserläufe bekannt für ihre zahlreichen Flussschlingen.
Ursache
Ursache der Mäandrierung ist eine durch die Bodenreibung des Wassers verursachte Querzirkulation, die entlang des Flussbodens von der kurvenäußeren Seite zur kurveninneren Seite führt und an der Flussoberfläche zurück zur kurvenäußeren Seite führt. Hierdurch wird Material des Flussbodens von außen nach innen getragen und die Kurven immer weiter. Diese Querzirkulation entsteht folgendermaßen:
- Bildet sich aus zufälligen Unregelmäßigkeiten im Flussbett eine leichte Kurve, bildet sich folgendes Kräftegleichgewicht bei Reibungsfreiheit aus. Der Wasserstand an der kurvenäußeren Seite des Flusses ist höher als auf der inneren Seite. Hierdurch entsteht in gleicher Wassertiefe für alle Wasserteilchen eine Druckgradientkraft in Richtung des Kurveninneren (Zentripetalkraft). Die Gegenkraft hierzu ist aus Sicht des Wassers die Zentrifugalkraft. Der Wasserstand ist somit eine Äquipotentialfläche aus dem Potential der Gravitation und der Zentrifugalkraft. Damit alleine hat man eine Gleichgewichtsströmung um die Kurve, die zunächst keine Querzirkulation verursacht.
- In der Nähe des Flussbettes spürt das Wasser jedoch die Rauhigkeit in Form einer Reibungskraft. Diese steht der Geschwindigkeit zunächst entgegen. Die Druckkraft bleibt gleich, weil die Statik der Wasseroberfläche hierdurch unverändert bleibt. Die Zentrifugalkraft wird jedoch abgeschwächt, wodurch diese Wasserteilchen eine Beschleunigung in Richtung Kurveninneres erfahren.
- An der Oberfläche entsteht aus Gründen der Massenerhaltung eine Komponente der Strömung in Richtung Kurvenäußeres. Jeder Flussbootfahrer kennt diese Strömung, die nicht durch die Zentrifugalkraft ausgelöst wird. Diese wird exakt balanciert durch den höheren Wasserstand an der kurvenäußeren Seite.
Wirkung
Wenn sich zwei benachbarte Schlingen berühren, nimmt das Wasser die entstandene Abkürzung und es bleibt ein Altwasser (auch Altarm) zurück, das mit der Zeit verlandet. Das vom Altwasser umgebene erhöhte Gebiet nennt man Umlaufberg.

Prallhang
Als Prallhang bezeichnet man das kurvenäußere Ufer eines Flusses, das durch die hier stärkere Strömung abgetragen wird. Das kurveninnere Ufer (im Strömungsschatten) wird als Gleithang bezeichnet; hier wird Material wegen der geringeren Strömung abgelagert. Die Begriffe werden in Zusammenhang mit der Mäanderbildung eines Flusses verwendet. Durch die Erosionsprozesse verlagern sich die Schlingen eines Flusses im Laufe der Zeit. Trifft ein wandernder Prallhang rückseitig auf einen anderen Prallhang, entsteht ein Umlaufberg.
Gleithang
Als Gleithang bezeichnet man das kurveninnere Ufer eines Flusses, an dem durch die hier geringere Strömung Material abgelagert wird. Das kurvenäußere Ufer wird als Prallhang bezeichnet. Die hier stärkere Strömung trägt Material ab. Die Begriffe werden in Zusammenhang mit der Mäanderbildung eines Flusses verwendet. Durch die Erosionsprozesse verlagern sich die Schlingen eines Flusses im Laufe der Zeit. Trifft ein wandernder Prallhang rückseitig auf einen anderen Prallhang, entsteht ein Mäanderdurchbruch.

So nun aber genug der Theorie, jetzt wird es Zeit diese Besonderheit zu erkunden und etwas über die Mäanderbildung vor Ort zu erfahren.
Da hier der GPS Empfang sehr stark schwankt kann es sein, dass die Koordinaten etwas abweichend sind. Ihr solltet aber erkennen welche Stellen gemeint sind.
Mit den Informationen des Listings und euren eigenen Überlegungen könnt ihr vor Ort alle Fragen beantworten, eine Informationstafel, welche euch die Antworten gibt, findet ihr hier nicht. Die Informationstafeln vor Ort geben nur Zusatzinformationen zur Eyach und der Geologie an dieser Stelle.
Fotos von euch vor Ort sind sehr gerne gesehen und eine Logbedingung.
Wichtig ist nur, dass die Antworten VOR dem Loggen an mich gesendet werden, dass im Log keine Antworten enthalten sind, dass der Name des Earth Caches für den ihr die Antworten an mich sendet irgendwo in der Mail steht und dass, z.B. bei Gruppen, jedes Teammitglied in der Mail mit den Antworten ( nick- ) namentlich genannt wird. Wenn ihr das beachtet könnt ihr nach dem Absenden der Antworten sofort euren online Log, nur mit Foto, tätigen.
Auf Logfreigabe muss ausdrücklich NICHT gewartet werden, ich melde mich falls etwas nicht stimmen sollte.
Nun zu den Aufgaben welche ihr vor Ort lösen könnt, es müssen nicht alle angegeben Wegpunkte besucht werden. Einige geben nur schöne Standorte zur Erforschung und zum Studium sowie einer tollen Aussicht auf die Mäander an.
Besucht werden muss nur die Listing Koordinate, alle anderen angegebenen Wegpunkte sind nur optional (obwohl sich sicher alle lohnen).
Listing Koordinaten:
- Auf welcher Seite steht ihr an den Listing Koordinaten? Auf der Prall- oder der Gleithangseite?
- Könnt ihr hier Hinweise auf die Erosion an der Prallhangseite erkennen (Unterspülungen, erodiertes
Material, Auswaschungen, ...)? Warum wird hier Material abgelöst?
- Könnt ihr hier die Sedimentation an der Gleithangseite erkennen? Warum lagert sich hier etwas ab?
Aus was bestehen diese Ablagerungen?
- Messt hier mit Hilfe eines Astes oder ähnlichem wo die Fliessgeschwindigkeit höher ist auf der Prall-
oder der Gleithangseite? Warum meint ihr ist das so? (Zum ermitteln bitte nur natürliche Gegenstände
und keinesfalls Müll nutzen)
- Seht euch die steilen Talwände an und schätzt wie tief hat sich die Eyach in den Untergrund gegraben
hat,alternativ könnt ihr das auch mit eurem GPS an den Listingkoordinaten sowie am Wegpunkt Aussicht
ermitteln.
- Nachdem ihr euch hier umgesehen, vielleicht noch weitere angegebene Wegpunkte und den OSM
Kartenausschnitt im Listing genauer angesehen habt, teilt mir bitte mit ob hier so ein Altwasser und
ein Umlaufberg wie im Abschnitt Wirkung beschrieben entstehen könnte. Wenn ja, ob dies dann eurer
Meinung nach überhaupt wahrscheinlich und in absehbarer Zeit möglich ist.
- Macht ein Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand vor dem Hintergrund des besuchten Ortes ohne zu spoilern´und hängt dieses Foto an euren Log mit an. Dieses Foto ist eine Logbedingung welche auf grund der massenweise im Internet weitergegebenen EC Lösungen von mir gefordert wird. Logs ohne Foto werden nicht mehr akzeptiert.

Aufgrund der massenweisen Weitergabe von EC Lösungen im Internet stellen GSA und Groundspeak es den EC-Besitzern seit dem 10. Juni 2019 frei, ein Foto als Beweis für den Besuch vor Ort zu fordern. Ein Foto von sich selbst oder eines persönlichen Gegenstandes vor dem Hintergrund des besuchten Ortes ohne zu spoilern.
Alle gestellten Fragen können an den angegebenen Standorten durch eure Eindrücke, Messungen und Beobachtungen beantwortet werden.
Bitte verhaltet euch entsprechend so dass Besucher auch nach euch noch den gleichen Spass haben können und einen unberührten Ort vorfinden.
Viel Spass beim Erkunden und Kennen - Lernen dieser geologischen Besonderheit unserer Region wünscht Azra3l
Fotos: Privat Quellen: Wikipedia , Infotafeln vor Ort
