Die Geschichte des Niedervielandes besteht aus dem stetigen Wechselspiel zwischen den Naturgewalten des umgebenen Wassers und dem Bestreben von Menschen, auf und von diesem Flecken Erde leben zu wollen. Durch die Arbeit der Bauern ist eine Landschaft entstanden, die zahlreichen Pflanzen und Tieren einen besonderen Lebensraum anbietet, der heute als schützenswert eingestuft wird.
Um eine ertragreiche Bewirtschaftung der Flächen zu ermöglichen, wurde das Niedervieland mit Gräben zur Entwässerung bis in die Fleete und in die Flüsse und mit Grüppen (kleinen "Furchen" zwischen den Gräben) zur Oberflächenentwässerung der einzelnen Flächen vor allem im regenreichen Frühjahr und Herbst durchzogen. Dieses schnurgerade System zwischen Weser und Ochtum mit den querenden Entwässerungsgräben und Fleeten wie dem Mühlenhauser Fleet, ergibt eine lange schmale Parzellierung des Landes. Sie wird als Streifenflur oder Hufeneinteilung bezeichnet.
Das Niedervieland wurde zunächst von freien Bauern bewirtschaftet. Diese mussten keine Abgaben an die Herrschaft leisten - konnten aber leider auch nicht von dem leben, was die Bewirtschaftung einbrachte. So unterstellten sich die meisten freien Bauern bereits im 13. Jahrhundert mehr oder weniger freiwillig aufgrund von Notlagen und schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen als sogenannte "Meier" einem Grund- oder Gutsherren. So gab es ab dem 13. Jahrhundert nur noch unfreie Bauern, die als Meier die Höfe in "Zeitleihe" bewirtschafteten.
Um 1850 wurden die Meierrechte abgelöst. Das Land konnte jetzt gekauft werden. Dafür war nun für geliehenes Geld ein Zins zu bezahlen. Mit der Ablösung der Meierrechte ging um 1876 auch die Aufhebung der Unteilbarkeit in der Erbfolge einher. Bis 1950 entwickelte sich ein weit gestreuter Landbesitz mit vielen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben. Heute gibt es in Seehausen noch einen Vollerwerbsbetrieb, in Strom fünf.
Wichtigste Tiere für die Bauern waren Pferd, Kuh und Schwein. In Strom wurden auch noch zahlreiche Gänse gehalten. Dabei war der Viehbesitz immer bedeutsamer als Ackerbau. Ackerbau wurde nur für den Eigenbedarf betrieben.
Neben der landwirtschaftlichen Tierhaltung spielte der Fischfang für die Versorgung eine bedeutsame Rolle. In der Ochtum wurde mit Netzen und Fischkörben gefischt. Lachs, Aal und Stinte waren die Hauptarten des zu der Zeit immer reichhaltigen Fangs.
Weitere Infos findet ihr an der Tafel vor Ort.
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