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Radiolarit an der Prien EarthCache

Hidden : 5/22/2016
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Dieser EarthCache bringt euch das Gestein "Radiolarit" näher. Da dieses Gestein bei uns in den Nördlichen Kalkaplen natürlich vorkommt, ist es an den Kiesbänken der Prien gut vertreten. Nach diesem EarthCache könnt ihr in Zukunft einen Radiolarit schon von weitem erkennen.



Radiolarit hat seinen Namen von Strahlentierchen (Radiolarien), welchen er seine Entstehung verdankt.

Allgemeines zu Radiolarien und Radiolariten (Diese Strahlentierchen gibt es auch heute noch und der Prozess der Radiolaritbildung läuft auch heute noch so in den Meeren ab):

Strahlentierchen oder Radiolarien (Radiolaria, lat. radiolus „kleiner Strahl“) sind planktonisch lebende marine Einzeller mit einem Endoskelett aus Opal (Siliciumdioxid, SiO2), die zu den Eukaryoten gehört. Ihre Größe beträgt zwischen 0,1 und 0,5 mm.


Seite 51 in Ernst Haeckels "Kunstformen der Natur von 1904

Radiolarien gehören zu den gesteinsbildenden Organismen mit Opalskelett. Kommt es zu einer Anhäufung ihrer Ablagerungen bilden sie kieselige biogene Sedimente. Radiolarien kommen in den Meeren in sehr großen Mengen vor und entnehmen dem Wasser Siliciumdioxid zum Bau ihrer Skelette. Nach ihrem Absterben sinken sie ab, wobei die organischen Bestandteile zersetzt werden und nur das Skelettmaterial erhalten bleibt. Am Meeresboden bildet sich ein rotbrauner, grünlicher oder grauschwarzer Radiolarienschlamm aus Skelettopal (wasserhaltiges, amorphes SiO2). Radiolarienschlämme bedecken etwa 2,6 % der Meeresböden und bestehen zu 30 – 80 % aus Radiolarienskelettmaterial, durchschnittlich enthalten sie etwa 55 % kieselige Bestandteile, der restliche Sedimentanteil besteht überwiegend aus Kalk, der zum größten Teil aus den Schalen von Foraminiferen stammt. https://de.wikipedia.org/wiki/Strahlentierchen

Die früher vertretene Ansicht, Radiolarien und folglich Radiolarite würden nur unter Tiefwasserbedingungen abgelagert werden, lässt sich mittlerweile nicht mehr aufrechterhalten. Radiolarienreiche Lagen treten beispielsweise im Flachwassersediment Solnhofener Plattenkalk auf. Wichtigste Bedingung für die Ablagerungstiefe der Radiolarite ist die Unterschreitung der Sturmwellenbasis und das Vermeiden erosiver Oberflächenströmungen. Kalklose Radiolarite sind offensichtlich unterhalb der Kalzitkompensationstiefe (engl. calcite compensation depth oder CCD) abgesetzt worden. Hierbei gilt zu bedenken, dass die CCD im Laufe der Erdgeschichte starken Tiefenschwankungen ausgesetzt war und aktuell von der geographischen Breite abhängig ist – ihre Maximaltiefe erreicht sie mit rund 5000 Metern am Äquator.

Mikrofossils hg
By Hannes Grobe 20:52, 12 November 2006 (UTC), Alfred Wegener Institute for Polar and Marine Research, Bremerhaven, Germany (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons

Unter dem Druck der auflagernden Schichten verfestigt sich das Sediment und der organisch entstandene, instabile Opal wird mit fortschreitender Diagenese (Gesteinsbildung) schrittweise zu Opal CT und schließlich zu stabilem Mikroquarz umgewandelt. Es entstehen dabei unter anderem Radiolarite.

Das Gestein ist spröde und lässt sich nicht leicht spalten, sondern bricht scharfkantig und muschelig. Typisch für Radiolarite ist der Zerfall in scharfe, kleinstückige Bruchstücke von rechteckiger Gestalt im Zuge der Verwitterung. Die Farben reichen von hell-weißlich über rötlich, grünlich und bräunlich bis zu Schwarz. Die Diagenese zerstört in den meisten Fällen sedimentäre Strukturen und die Gehäuse der Radiolarien. Radiolarite sind somit weitgehend fossilienfrei. https://de.wikipedia.org/wiki/Radiolarit

Zur Entstehung der Radiolarite, die man heute in der Prien und in unseren Kalkalpen finden kann:

"Die Ruhpolding-Formation, benannt nach ihrer Typlokalität, der oberbayrischen Gemeinde Ruhpolding, wird auch als Ruhpoldinger Radiolarit oder als Ruhpoldinger Schichten bezeichnet. Die Typlokalität befindet sich südwestlich von Ruhpolding am Gschwendlbach in der Nähe von Röthelmoos.

Im weiteren Sinne werden sämtliche Radiolarite des Mitteljura und Oberjura ( vor ca. 170-150 Millionen Jahren) in den Nördlichen Kalkalpen mittlerweile zur Ruhpoldinger-Radiolarit-Gruppe (RRG) zusammengefasst.

Die namensgebende Typlokalität bildet einen Teil der Lechtal-Decke des oberostalpinen Bajuvarikums. Die Formation tritt von den Allgäuer Alpen und den Lechtaler Alpen im Westen bis zu den Chiemgauer Alpen im Osten auf. Die Ruhpolding-Formation im engeren Sinne wird aber auch noch im südlich an das Bajuvarikum anschließenden Tirolikum angetroffen und erstreckt sich somit auch in den Ostteil der nördlichen Kalkalpen.

Die durchschnittlich um die 50 Meter (Variationsbreite 5 bis 100 Meter) mächtig werdende Ruhpolding-Formation besteht aus schwarz-grünen und roten Radiolariten, Kieselkalken, kieseligen Mergeln und kieselhaltigen Tonen. Sie ist im Wesentlichen aus Radiolarienschlick hervorgegangen. Der Schlick verfestigte sich zu einer gleichmäßig feingeschichteten und gebänderten Formation, die aus Hornstein-, Kieselkalk- und Kieselschieferlagen aufgebaut wird. Die einzelnen kieseligen Lagen werden meist von hauchdünnen Tonlagen abgetrennt.

Die Färbung des feinkörnigen, sehr harten, splittrig bis muschelig brechenden und witterungsfesten Gesteins ist vorwiegend rot, aber auch grünlich-hellgraue bis schwarze Farbtöne sind anzutreffen. Die Rotfärbung (Hämatit) geht auf die vollständige Oxidation der enthaltenen Eisenverbindungen durch sauerstoffreiches Tiefenwasser zurück (Verhältnis Fe3+/Fe2+ > 1). Bei den grünlichen Radiolariten ist das Verhältnis Fe3+/Fe2+ < 1, gebunden an die Minerale Serizit und Chlorit. Der FeO-Anteil ist sehr hoch, ferner dürfte Pyrit bei der Farbgebung eine Rolle spielen.

Im Dünnschliff lässt sich erkennen, dass sich die kieselige Grundmasse aus diagenetisch umgewandelten, maximal 0,1 mm großen Radiolarienskeletten zusammensetzt. Das chemisch nahezu aus 100 % SiO2 bestehende Gestein wird von teils netzartig organisierten Spalten- und Risssystemen durchzogen, die sekundär mit Kalzit auskristallisierten. Diese Bruchsysteme wurden durch später auftretende tektonische Spannungen verursacht." https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhpolding-Formation

Die Radiolarite haben einen langen Weg hinter sich, manche wurde schon vor tausenden von Jahren leicht gerundet und zerkleinert, andere brechen gerade aus den Felswänden und beginnen mit dem Wasser ihren Weg über die Prien in den Chiemsee.



Aufgaben

Aufgabe 1
Suche dir hier an der Prien 3 Radiolarite und prüfe, ob die Angaben aus der Literatur zutreffen:

- Radiolarite sind meist braunrot bis rot, es können aber auch schwarze und graugrünliche Variationen auftreten.
- Aufgrund seiner Sprödigkeit und Härte liegt er praktisch nie als schön angerundeter Flusskiesel vor sondern ist meist kantig und stark zerbrochen.
- Oft ist Radiolarit von vielen, mit weißem Kalkspat gefüllten Klüften durchzogen.
- Radiolarite sind weitgehend fossilienfrei.

-> Beschreibe bitte deine Beobachtungen in Bezug auf die oben genannten Angaben aus der Literatur.



Aufgabe 2
Warum sind Radiolarite laut Literatur in der Regel fossilfrei?

Aufgabe 3:
Die Radiolarite der Ruhpoldinger-Radiolarit-Gruppe enthalten wenig bis keinen Kalk, welchen Rückschluss kann man somit auf die Entstehungsgeschichte (z.B. Wassertiefe) ziehen?

Aufgabe 4:
Können auch heute noch Radiolarite entstehen?

Freiwillig: Über ein Foto von euch mit einem Radiolarit freue ich mich.

Die Antworten könnt ihr mir per E-Mail oder Message-Center schicken. Loggen könnt ihr sofort, falls etwas nicht stimmt melde ich mich bei euch mit der Erklärung zur richtigen Antwort.

Viel Freude mit diesem Earth-Cache wünscht euch,
Lumbricus

Wichtig: Es hat mich viel Zeit gekostet diesen Earthcache zu entwickeln/auszuarbeiten. Ohne schriftlicher Genehmigung ist eine Verwendung des Textes, Grafiken, Bilder, auch wenn es nur Teile sind, untersagt. Gerne helfe ich bei euch bei der Erstellung eines eigenen EarthCaches, meldet euch einfach bei mir.

Additional Hints (No hints available.)