Auf der St 2054 von Moorenweis kommend Richtung Geltendorf fährt man an einem Schild vorbei, das ich so bisher nur als Sammelstelle bei Gefahrenalarm bei öffentlichen Gebäuden kannte. Aber was macht so ein Schild mitten in der Natur?
Auf dem GeoCaching Erste Hilfe Event von Claudius48 habe ich erfahren, daß es sich hierbei um einen sogenannten Rettungstreffpunkt handelt, um bei einer Notfallsituation den Rettungskräften einen eindeutigen Ort zu nennen, an denen eine Kontaktperson zu finden ist oder - wenn man alleine unterwegs ist - zumindest den Einstiegspunkt zum Unfallort zu bezeichnen.
Die Idee für ein System fester Rettungstreffpunkte entwickelte sich im bayerischen Staatswald schon in den 1990er Jahren. Neben einem eindeutigen Treffpunk mit dem Rettungsdienst spielte damals auch der schnellste Weg zu einem Festnetz-Telefon eine große Rolle (Mobiltelefone waren damals noch einem sehr exklusiven Kreis vorbehalten und das Netz natürlich auch nicht so ausgebaut wie heutzutage). Allerdings fand eine umfassende Veröffentlichung nicht statt, sondern wurde teilweise als rein betriebsinternes Rettungssystem im Großprivatwald und im Körperschaftswald angewandt. Aussenstehende wie Freizeitsportler und Erholungssuchende konnten diese internen Vorkehrungen nicht nutzen.
Die Beschreibung der Rettungstreffpunkte erfolgte unkoordiniert und ohne einheitliche verbindliche Standards. Dies führte zu verschiedenen parallelen Varianten und zu unterschiedlichen Bezeichnungen, die die Arbeit für die Rettungsleitstellen schwierig machte.
Im Landkreis Miltenberg schliesslich wurde die Rettungskette 'Forst Odenwald-Spessart' in ein einheitliches flächendeckendes waldbesitzübergreifendes Rettungssystem etabliert, in dem die Bayerische Forstverwaltung, Waldbesitzer und Rettungsdienst eng zusammenarbeiteten. In Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium wurde ab 2013 ein entsprechendes bayernweit einheitliches System fester Rettungstreffpunkte von der Bayerischen Forstverwaltung aufgebaut.
Als Geocacher können wir auch diese Treffpunkte nutzen. Auf den Schildern ist eine klare Handlungsweise beschrieben und verleiht somit Sicherheit über den korrekten Treffpunkt für den Rettungsdienst und Lotsen. Sollten wir alleine im Wald unterwegs sein oder können wir den Verletzten nicht allein zurücklassen, so können wir beim Absetzen des Notrufes den Rettungstreffpunkt als Bezug hernehmen (z.B. 350 Meter westlich von LL-1001).
Mit einer kostenlosen Smartphone-App können die Rettungstreffpunkte auch per Handy schnell abgerufen werden. Im Google Play Store steht die App "Hilfe im Wald" zum Download für Smartphones mit Android-Betriebssystem bereit. Auch Besitzer von Windows Phones können die App herunterladen. Ab diesem Jahr soll die App auch für das Apple-Betriebssystem IOS zur Verfügung stehen.
Weitere Infos findet Ihr auf dieser Seite des STMELF, die ich auch als Quelle für dieses Listing hergenommen habe.
Um den Cache nun erfolgreich loggen zu können, verfahrt Ihr ähnlich wie beim Absetzen eines Notrufs, nur daß Ihr statt den 5 W (Wer, Was, Wo, Wie viele, Warten) die 3 F anwendet:
- Finde den Rettungstreffpunkt LL-1001
- Führe dort eine Peilung in die Richtung 49° mit der Entfernung 156,75m durch
- Finde dann das Doserl bei den errechneten Koordinaten.

Ein wichtiger Hinweis:
Die Staatsstraße muss weder betreten noch überquert werden!
Ein Entlanglaufen an der Staatsstraße ist gefährlich und auch nicht notwendig!
Ihr macht den Cache eigenverantwortlich und handelt auf eigene Gefahr!
Ich übernehme keine Haftung für Unfälle und Schäden jeder Art!
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Suchen und Finden.